Schulanmeldungen in Tübingen

GMS-Oberstufe und die GSS legen zu

Die Oberstufe der Gemeinschaftsschulen wird dreizügig, das Gymnasium der Geschwister-Scholl-Schule freut sich über den größten Zulauf.

01.04.2019

Von Felix Seitzer

Bild: © sabdesign85 - Fotolia.com

Gute Nachrichten für die drei Tübinger Gemeinschaftsschulen: Ihre gemeinsame, an der Gemeinschaftsschule West untergebrachte Oberstufe wird ab dem nächsten Schuljahr voraussichtlich dreizügig sein. Dies geht aus Zahlen der Anmeldungen für weiterführende Schulen hervor, die die Stadtverwaltung jetzt vorgelegt hat. Bei den Gymnasien legte die Geschwister-Scholl-Schule am meisten zu. Das Wildermuth- das Kepler- und das Uhland-Gymnasium verloren leicht. Am Carlo-Schmid-Gymnasium sind die Anmeldungen stabil geblieben.

Die Freude an den Gemeinschaftsschulen (GMS) ist groß: Zum Start ihrer Oberstufe im vergangenen Jahr waren bereits drei Klassen vorgesehen – letztendlich scheiterten aber viele Realschüler, die sich angemeldet hatten, an den Zugangsvoraussetzungen. In den drei Hauptfächern brauchten sie mindestens zwei Mal die Abschlussnote Gut und höchstens ein Mal die Abschlussnote Befriedigend. Andere Jugendlichen entschieden sich in den letzten Tagen der Anmeldephase doch noch für einen anderen Weg zum Abitur – meist ein Berufliches Gymnasium. Die Enttäuschung war groß. In diesem Jahr sehen die Zahlen erneut rosig aus: 84 Anmeldungen für die Oberstufe sind an den Gemeinschaftsschulen eingegangen. Könnten sie erneut bröckeln?

„Im letzten Jahr gab es einfach zu viele Unsicherheiten“, sagt Angela Keppel-Allgaier, Schulleiterin der GMS West, rückblickend. Viele Informationen aus dem Kultusministerium hätten gefehlt, bis in die Anmeldezeit sei nicht klar gewesen, ob die Ausstattung passt. „In diesem Jahr ist die Lage aber ganz anders“, betont sie. Es wurden Informationsabende mit Erfahrungsberichten von Schülern und Lehrern sowie Hospitationen für Interessierte angeboten. „Das war im letzten Jahr ja gar nicht möglich“, sagt Keppel-Allgaier. Sie geht deshalb fest davon aus, ab dem kommenden Schuljahr an der GMS West drei Klassenzüge zum Abitur bringen zu können.

Die Versorgung mit Lehrkräften, so Keppel-Allgaier weiter, sei gesichert und die schulische Ausstattung sehr gut. „Sowas spricht sich dann natürlich rum“, sagt sie. Die Rektorin empfindet die Oberstufe als „atmosphärisch einwandfrei“. Die Rückmeldungen der Eltern und Lehrkräfte seien ebenfalls gut. Besonders die Aussagen einiger von Gymnasien abgeordneter Lehrer sind ihr im Gedächtnis geblieben: „Sie sagen dass sie so motivierte Schüler noch nie in einer gymnasialen Oberstufe gesehen haben.“

„Das ist ein toller Erfolg für die Gemeinschaftsschulen“, freut sich auch Manfred Niewöhner, Leiter des Fachbereichs Bildung, Betreuung, Jugend und Sport der Stadt Tübingen. „Das zeigt, dass die Akzeptanz der Oberstufe gestiegen ist und dieser Weg zum Abitur zusehends anerkannt wird.“ Wie viele Schülerinnen und Schüler tatsächlich das nächste Schuljahr antreten, wird erst im Juli feststehen. „Wir wissen nicht, wer sich letztendlich für uns entscheidet, sind aber zuversichtlich, dass es deutlich mehr als im Vorjahr werden“, sagt Keppel-Allgaier.

Einziger Wermutstropfen für die Schulleiterin: Nur 44 angehende Fünftklässler und Fünftklässlerinnen haben sich für die GMS West entschieden. Das sind weniger als an den beiden anderen Tübinger Gemeinschaftsschulen: An der Französischen Schule gingen 55 Anmeldungen ein, an der GMS der Geschwister-Scholl-Schule 95. „Die Sogwirkung von der Oberstufe auf die fünften Klassen ist bisher leider ausgeblieben“, sagt Keppel-Allgaier.

Glücklich mit den Anmeldezahlen schon ab der fünften Klasse ist man indes am Gymnasium der Geschwister-Scholl-Schule (GSS). Dort wollen so viele Schülerinnen und Schüler hin wie an kein anderes Tübinger Gymnasium. 130 Anmeldungen und damit 24 mehr als im Vorjahr gingen bei Rektor Martin Schall ein. Das bedeutet, dass die Schule im nächsten Jahr fünf gymnasiale Züge anbieten muss. „Wir freuen uns natürlich sehr über diese positive Resonanz“, sagt Schall dem TAGBLATT. Den großen Ansturm auf die Schule erklärt er sich mit der guten Organisation und der hohen Präsenz der Lehrkräfte am offenen Abend. Auch die besonderen Profile, die die Schule anbietet, könnten eine Rolle gespielt haben, so Schall. „Sport und Kunst sind Profile, die weg vom reinen Kopf gehen und deshalb sicherlich beliebt sind.“

Dass man die Anmeldewünsche ernst nimmt und die GSS im nächsten Jahr fünf Züge anbieten kann, freut ihn besonders: „Eine Umleitung der Anmeldungen sorgt immer für Unsicherheit und Frustration.“ Auch im Lehrerkollegium sei die Nachricht gut angekommen. „Die freuen sich darüber, dass es nicht vier rappelvolle Klassen geben wird“, so Schall. Platzprobleme werde es keine geben, denn der aktuelle Abiturjahrgang ist ebenfalls fünfzügig. Wenn es nach Schall geht, könnte es „gerne öfters Jahrgänge mit fünf Zügen“ geben. Das soll aber, wenn es nach der Stadt geht, nicht zur Regel werden: „In diesem Jahr haben sich die fünf Züge angeboten, das soll aber erstmal eine Ausnahme bleiben“, betont Niewöhner.

Sein Fazit bezogen auf alle Tübinger Schulen fällt indes positiv aus: „Die Plätze reichen“, sagt Niewöhner. „Im Großen und Ganzen können die Wünsche der Schülerinnen und Schüler erfüllt werden.“ Insgesamt 520 Schüler haben sich für die fünfte Klasse an einem der fünf Tübinger Gymnasien entschieden. Somit werde es voraussichtlich 20 gymnasiale Züge geben, so Niewöhner (siehe Infokasten).

Bei einem Treffen der Schulleitungen mit den zuständigen städtischen Mitarbeitern am vergangenen Mittwoch wurden die Zahlen erstmals eingeordnet. Die wenigen notwendigen Elterngespräche werden derzeit geführt. Die verbindlichen Zusagen zu jeder einzelnen Anmeldung sollen dann noch vor den Osterferien versendet werden.

Die Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen im Überblick

Die Anmeldungen an den Gymnasien in Tübingen nehmen leicht ab. In diesem Jahr gibt es 520 Anmeldungen für die fünften Klassen. Im vergangenen Jahr wollten 533 Kinder aufs Gymnasium, 2017 waren es noch 549 gewesen. Dies liegt vornehmlich daran, dass die Geburtenzahlen in den Jahren 2008 und 2009 sehr niedrig waren.

Das Kepler-Gymnasium verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 122 auf 108 Anmeldungen.

Das Uhland-Gymnasium meldete ebenfalls ein leichtes Minus bei den Anmeldungen: von 86 auf 69.

Rückläufig sind auch die Anmeldungen am Wildermuth-Gymnasium: von 110 im Vorjahr auf 104.

Das Carlo Schmid-Gymnasium bleibt bei den Fünftklässlern voraussichtlich konstant. Es hat wie schon im Vorjahr 109 Anmeldungen erhalten.

Einzig das Gymnasium der Geschwister-Scholl-Schule konnte einen kräftigen Zuwachs verzeichnen: Die Zahlen der vorläufig angemeldeten Fünftklässler stiegen von 106 auf 130.

Die Anmeldungen an den Gemeinschaftsschulen legen im Gegensatz zu den Gymnasien leicht zu – von 183 auf 194.

95 angehende Fünftklässler wollen an die Geschwister-Scholl-Schule (104).

Bei der Französischen Schule gingen 55 Anmeldungen ein, 15 mehr als im Vorjahr (40).

44 Anmeldungen sind es an der Gemeinschaftsschule West (39).

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Erstellt:
1. April 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
1. April 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. April 2019, 01:00 Uhr

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