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Fan-Liebling Lukas Podolski zieht das DFB-Trikot nach 129 Länderspielen aus
Foto: Imago
„Es war mir eine Ehre! Eure Nummer 10“

Fan-Liebling Lukas Podolski zieht das DFB-Trikot nach 129 Länderspielen aus

Der ewige „Poldi“ ist Geschichte – zumindest im Nationaltrikot. Auch Lukas Podolski ist nach 129 Spielen und 48 Toren zurückgetreten.

16.08.2016
  • THOMAS GOTTHARDT

Ulm. Die Mutter aller öffentlicher Ohrfeigen ist wohl die, die Nazijägerin Beate Klarsfeld am 7. November 1968 dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger (mit NS-Vergangenheit) auf dem CDU-Parteitag in West-Berlin verpasste und damit ein politisches Erdbeben auslöste.

Aber auch die, die Lukas Podolski seinem damaligen Teamkollegen und Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Michael Ballack nach einer kurzen taktischen Diskussion coram publico angedeihen ließ, war nicht von schlechten Eltern und sorgte für erregte Diskussionen. Letzteres passierte 2009 gegen Ende eines unspektakulären Länderspiels (2:0) in Wales und ließ erahnen, dass die Karriere des Lukas Podolski eine besondere werden sollte.

Nun hat der 31-Jährige seinen nicht gänzlich unerwarteten Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt – nach zwölf Jahren, sieben Welt- und Europameisterschaften und 129 Länderspielen. „Für mich ist dieser Abschied sehr emotional. Ich bin stolz darauf, was ich mit dem DFB erleben durfte. Nichts kann mir ersetzen, was mir die Zeit mit dem DFB-Team an Freude, Leidenschaft und Zusammenhalt gegeben hat“, schrieb Podolski. Eine Zeit „vom zweijährigen polnischen Jungen, der quasi nur mit einem Ball unter dem Arm nach Deutschland kam, zum Weltmeister – das ist mehr, als ich mir erträumen konnte“.

Der Kölner, der zurzeit noch beim türkischen Pokalsieger Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht, hatte zuvor Bundestrainer Joachim Löw informiert und als Begründung unter anderem angeführt, dass er sich, der während der EM-Vorbereitung zum zweiten Mal Vater geworden war, vor allem mehr seiner Familie widmen möchte.

„Lukas war genauso wie Basti immer eine feste Größe für mich. Auf ihn war und ist Verlass, bei aller Lockerheit und Leichtigkeit, für die er steht, ist er ein Vorbild an Professionalität und Einstellung, dem Erfolg hat er immer alles untergeordnet, auch sich selbst“, kommentierte Löw die Entscheidung Podolskis. Schweinsteiger, ebenfalls jüngst zurückgetreten, twitterte ein gemeinsames Foto nach dem WM-Finale 2014, er selbst mit Goldmedaille, Podolski mit dem Pokal und schrieb: „Gemeinsam haben wir unglaubliche Zeiten erlebt. Danke dafür, mein Freund!“

„Danke und tschö´, Poldi!“, verabschiedete Teammanager Oliver Bierhoff den Kultspieler: „Mit Poldi verliert die Nationalmannschaft einen leidenschaftlichen Fußballer und riesigen Sympathieträger, der uns und den Fans im Nationaltrikot fehlen wird.“

Der Spaß-Fußballer „Prinz Poldi“, der unter anderem sechs Jahre für den 1. FC Köln gespielt hat und zum Publikumsliebling avancierte, hat mit diesem Schritt die Konsequenzen aus zuletzt vier enttäuschenden Jahren in der Nationalmannschaft gezogen. Zuletzt schien es so, als würde nur noch die Verbundenheit zu Löw die Länderspiel-Nominierungen erklären können, nicht mehr jedoch dessen Leistungen auf dem Platz. Podolski akzeptierte nach außen die Rolle als Ersatzspieler, gerade auf seiner Position drängen zahlreiche Jungstars nach, bei seiner Nominierung für die Euro in Frankreich wurde er als Gute-Laune-Onkel und Maskottchen bezeichnet. Dass er tatsächlich mehr sein konnte, bewies er bei der EM jedenfalls nicht. Aber er wurde von den Fans gefordert und gefeiert. Nur gespielt hat er kaum. Weitere Nominierungen Podolskis wären bei allen Verdiensten nur noch schwer zu rechtfertigen gewesen.

Nun sagte er: „Es war mir eine Ehre! Eure Nummer 10 Poldi.“

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16.08.2016, 06:00 Uhr
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