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Basketballer aus Bieringen

Julian Albus fühlt sich wohl in Würzburg

Der Bieringer Julian Albus hat mit Würzburg II die Pro B gehalten und spielt nun im Bundesliga-Team – heute kann er sogar ins Europapokal-Finale einziehen.

17.04.2019

Von Moritz Hagemann

So hat man Julian Albus in Tübingen in Erinnerung: emotional, mitreißend – und mit kurzen Haaren. Archivbild: Ulmer

Eigentlich hat Julian Albus Sommerpause. Als Kapitän hat er die TG s.Oliver Würzburg zum Klassenerhalt in der Pro B geführt, der dritthöchsten deutschen Spielklasse.

Doch Würzburgs Bundesliga-Trainer Denis Wucherer fragte ihn, ob er noch aushelfen würde. „Da hab’ ich natürlich sofort gesagt: Ich bin dabei!“, erzählt der 26-Jährige. Dank einer Doppellizenz darf er fünf Spiele für das Würzburger Bundesliga-Team absolvieren. Am vergangenen Samstag stand Albus bei der dramatischen Overtime-Niederlage in Ulm bereits sieben Minuten auf dem Feld. Es war sein erstes Bundesliga-Spiel, seit er Tübingen im Sommer 2016 verlassen hat. Und sein 87. insgesamt.

„Ich fühle mich in Würzburg richtig wohl“, sagt Albus. So wohl, dass er seinen auslaufenden Vertrag verlängern möchte. Der Verein und die Stadt passen zu ihm, sagt der Shooting Guard und Flügelspieler. Das Alltagsgeschäft ist die Pro B: Albus ist dort nicht der große Scorer (8,2 Punkte pro Partie), aber derjenige, der die jungen Spieler entwickeln und mit seiner Emotionalität und Verteidigung auch mitreißen soll. Trainer Eric Detlev sei zufrieden mit ihm. „Es ist nicht meine Aufgabe, den Star raushängen zu lassen, sondern in gewissen Situationen die Führung zu übernehmen“, sagt Albus. Auch wenn ihn ein Muskelbündelriss in der vergangenen Saison mehrere Wochen außer Gefecht setzte – in dieser Zeit gewann die TG kein Spiel. Insgesamt sei die Saison der Würzburger geprägt gewesen von Verletzungen. „So richtig haben wir unseren Rhythmus nicht gefunden.“

Generell ist Albus in den vergangenen Jahren nie verletzungsfrei durch die Saison gekommen. In der Spielzeit 2017/18 zwang ihn in Würzburg ein Fußbruch zum Zuschauen, im Jahr davor lief es bei Zweitligist Hanau nicht rund. In Tübingen erlitt er in der Saison 2015/16 schon einmal einen Fußbruch. Gerade in dieser Zeit, als Trainer Igor Perovic bei den Tigers aufgab und Tyron McCoy verpflichtet wurde. Für den Bieringer nicht die beste Konstellation: Mit Perovic ging sein Förderer (den er in der kommenden Drittliga-Saison gegen Elchingen trifft), mit McCoy kam kein Freund seiner Qualitäten, der ihm geraten hatte, einen Neustart an einem anderen Ort zu wagen. „Ich war mir eigentlich sicher, dass ich dem Team durch meine Spielweise noch viel hätte geben können“, sagt Albus.

Bild: s.Oliver Würzburg / BBL

Dass er anschließend nach Tübingen nicht mehr zurückgekehrt ist, hat auch damit zu tun: „Ich habe vier, fünf Jahre alles für den Klub getan und viel Zeit investiert“, sagt er. Dass der Verein dann nach der ersten schweren Verletzung nicht mehr hinter ihm gestanden sei, „hat mir ein bisschen das Herz gebrochen“. Also nie wieder Tübingen? „Das würde ich niemals sagen“, sagt Albus, der etwas Abstand gewonnen und zuletzt nur noch wenig Kontakt zum Tübinger Zweitliga-Team gehabt hat.

Inzwischen hat sich der 26-Jährige auch optisch verändert, er trägt das Haar jetzt lang – eine Wette, an deren Ausgang er gefallen gefunden hat. „Ich find’ es nicht so schlecht, deshalb bleibt es erstmal so“, sagt er und schmunzelt. Und wer weiß, vielleicht muss sich Albus sogar noch einen Playoff-Bart wachsen lassen: Die Würzburger sind sechs Spieltage vor Schluss Tabellenachter und wären damit qualifiziert.

Angetan ist der Bieringer von Würzburgs Cheftrainer und Ex-Nationalspieler Wucherer, „ein mega Typ“, sagt er. „Ich hab’ mich auf Anhieb super verstanden mit ihm.“ Gab es in Würzburg zwischen Bundesliga-Mannschaft und dem Rest des Vereins unter Wucherers Vorgänger Dirk Bauermann eine Art Zweiklassengesellschaft, wird jetzt an einem Strang gezogen, eine Grüppchenbildung gäbe es auch innerhalb des Bundesliga-Kaders nicht. Dem ehemaligen Tübinger kommt das zugute. Dabei profitiert Albus aktuell auch von den Verletzungen von Johannes Richter (muss am Ellbogen operiert werden) und dem Bänderriss von Felix Hoffmann, der nur mit Schmerzen spielen kann. Ausgerechnet die beiden, mit denen sich Albus im Sommer in Würzburg fitgehalten hatte.

Heute Abend steht für Albus das nächste sportliche Highlight im Europapokal an (siehe Infobox). Spiele, die für einen Sportler eben doch weitaus schöner sind als die schnöde Sommerpause.

Mit einem Bein im Europe Cup-Finale

23 Punkte Vorsprung bringt s.Oliver Würzburg aus dem Halbfinal-Hinspiel im Fiba Europe Cup mit. In Varese (Italien) gewann das Team in der vergangenen Woche mit 89:66 – ein Polster, das im Rückspiel heute (19 Uhr) eigentlich reichen müsste. Auch der Bieringer Julian Albus wird wieder zum Würzburger Kader gehören, genau wie der andere Ex-Tübinger bei Würzburg: Spielmacher Cameron Wells. Im Europe Cup kam Albus in dieser Saison bislang zu vier Einsätzen. Er denke schon, sagt Albus, dass er heute eingesetzt werden könnte – vor allem, wenn die Partie früh entschieden ist. Im Finale wartet Unet Holon (Israel) oder Dinamo Sassari (Italien). Die Italiener gewannen das Hinspiel mit 94:89 in Israel. Der Europe Cup ist einer von vier internationalen Wettbewerben, Würzburg ist dort der einzige deutsche Teilnehmer.

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Erstellt:
17. April 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
17. April 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 01:00 Uhr

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