Frankfurt / Roth · Triathlon
Eine Tübingerin beim Ironman: Vor allem eine Frage der mentalen Stärke
Aus in Frankfurt, Bestzeit in Roth: Stefanie Bihlmayer aus Tübingen erlebte binnen einer Woche zwei extreme Ironman-Rennen.

Stefanie Bihlmayer auf dem Rad in Roth: „Das fantastische Publikum sowie meine mitgereisten Unterstützer haben mir sehr geholfen“, sagte die 35-Jährige aus Tübingen. Privatbild
Stefanie Bihlmayer hat schon mehrmals in ihrem (Sportler-) Leben gezeigt, dass sie sich von Rückschlägen nicht von ihrem Weg abbringen lässt. Ein schwerer Autounfall, eine komplizierte Knieverletzung – alles steckte die 35-Jährige weg. Inzwischen hat die frühere Bundesliga-Basketballerin im Triathlon ihre sportliche Berufung entdeckt. Und erneut großen Kampfgeist bewiesen: Nur eine Woche nach ihrem Ausscheiden bei der European Championship in Frankfurt startete die Wahl-Münchenerin beim Triathlon-Klassiker in Roth erneut über die Ironman-Distanz. Die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und den abschließenden Marathonlauf über 42,2 Kilometer absolvierte sie in 10 Stunden und 26 Minuten, neue persönliche Bestzeit. „Es waren unbeschreibliche sieben Tage“, sagte Bihlmayer.
Der Reihe nach: In Frankfurt bekam sie beim Schwimmen einen Fußtritt ins Gesicht ab, musste sich beim Radfahren mit einer Biene im Helm arrangieren und bekam eine Zeitstrafe für Windschattenfahren aufgebrummt. Dennoch war sie so schnell unterwegs wie nie – beim Marathonlaufen aber setzten starke Schmerzen ein. Da sie ihre Flaschen verloren hatte, griff der Körper auf Organfett zurück. „Das Rennen war gelaufen, Gesundheit muss immer an erster Stelle stehen“, sagte Bihlmayer, die sich in Frankfurt eigentlich für die Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren wollte.
Doch nur sieben Tage nach dieser Enttäuschung startete sie schon wieder in Roth: „Extrem motiviert, aber auch mit einer gehörigen Portion Respekt.“ Dazu kam die Hitze – bei Temperaturen von bis zu 33 Grad verbesserte sie tatsächlich ihre Bestzeit erneut und bewältigte auch den abschließenden Marathon trotz mehrfacher Gehpausen in Rekordzeit. „Es war vor allem eine Frage der mentalen Stärke, sich durch die vielen kleinen Tiefs hindurchzukämpfen“, sagte Bihlmayer, „wozu man am Ende eines so langen Tages noch in der Lage ist, wenn man das Ziel vor Augen sieht – unglaublich.“ Dass sie als Vierte ihrer Altersklasse das Treppchen knapp verpasst hatte, geriet zur Nebensache.