Kreis Reutlingen · Unterbringung

Dramatischer Appell bei der Suche nach Wohnraum für Geflüchtete

Reutlingens Landrat Ulrich Fiedler und die Dekane der Kirchengemeinden rufen die Bevölkerung zur Mithilfe auf.

06.12.2022

Von ST

In einem gemeinsamen Aufruf appellieren die Dekane der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden mit Reutlingens Landrat Ulrich Fiedler an die Bevölkerung, Immobilienobjekte für die Unterbringung von Geflüchteten anzubieten.

Derzeit befinden sich bereits mehr als 2800 ukrainische Geflüchtete im Kreis. Dazu kommen etwa 600 Asylbewerber, die in diesem Jahr bislang aufgenommen wurden. Und der Kreis bereitet sich nach eigenen Angaben darauf vor, dass die Zuweisungszahlen deutlich zunehmen werden. Erwartet werden wie im September bis zu 90 zusätzliche ukrainische Geflüchtete pro Woche.

„Die Unterbringung ist eine gewaltige Kraftanstrengung, und das schon seit Monaten. Insbesondere bei steigenden Zuweisungen werden wir die Geflüchteten nicht mehr versorgen können und benötigen daher dringend weitere Unterbringungsmöglichkeiten“, sagt Fiedler. Plätze würden sowohl für die vorläufige Unterbringung des Kreises als auch in der Anschlussunterbringung der Städte und Gemeinden händeringend gesucht.

Nach den sehr hohen Zugangszahlen seien zuletzt deutlich weniger Geflüchtete aus der Ukraine im Kreis angekommen. Grund dafür sei das Verteilungssystem des Bundes. Dies bedeute jedoch für den Landkreis nur eine vorübergehende Erleichterung. Denn Baden-Württemberg habe im Ländervergleich bislang mehr als 7000 Personen zu wenig aufgenommen. Dieses Minus werde das Land zukünftig ausgleichen müssen.

Außerdem nehme der Anteil der ukrainischen Geflüchteten in kommunaler Unterbringung immer weiter zu. Während zu Beginn des Krieges noch etwa zwei Drittel privat untergebracht waren, leben mittlerweile mehr als die Hälfte der ukrainischen Geflüchteten in Unterkünften des Landkreises oder der Städte und Gemeinden.

Deshalb ist beim Treffen von Fiedler mit den Dekanen Hermann Friedl (Katholisches Dekanat Reutlingen-Zwiefalten), Marcus Keinath (Evangelisches Dekanatamt Reutlingen), Michael Karwounopoulos (Evangelisches Dekanatamt Bad Urach) und Norbert Braun (Evangelisches Dekanatamt Münsingen) die Idee für den gemeinsamen Aufruf entstanden. „Es freut mich sehr, dass die Dekane unsere Suche mit dem gemeinsamen Aufruf unterstützen und auch eigene Liegenschaften zur Verfügung stellen möchten“, sagt der Landrat.

Solche Objekte werden gesucht

Für weitere Unterbringungskapazitäten kommen verschiedenste Objekte in Betracht – von Wohnungen bis Lagerflächen. Ideal sind Wohngebäude, beispielsweise Herbergen oder Gaststätten, die ohne größere bauliche Veränderungen als Unterkunft möglichst kurzfristig genutzt werden können. Gleichzeitig wird an mittel- und längerfristigen Lösungen gearbeitet. In Frage kommen dabei auch Lagerhallen oder Lagerflächen, die unter anderem mittels Containern als Unterkünfte genutzt werden können. Bei solchen Objekten wird ein längerer Vorlauf benötigt. Eine gewisse Infrastruktur mit Kanalisation und Stromanbindung sollte vorhanden sein sowie befestigter Untergrund. Weiterhin werden auch Wohnungen gesucht. Wer geeignete Objekte anbieten kann, soll sich bei der betreffenden Stadt oder Gemeinde oder beim Landratsamt zu melden per E-Mail an ma.allgaier@kreis-reutlingen.de oder m.froehlich@kreis-reutlingen.de sowie telefonisch unter 0 71 21/480 13 22 oder

4 80 13 38.

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Erstellt:
06.12.2022, 15:53 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 19sec
zuletzt aktualisiert: 06.12.2022, 15:53 Uhr

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