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Nachruf

Denn Kunst ist nicht vergangen, sondern stets im Gang

Der Tübinger Kunsthistoriker und ehemalige Leiter der Städtischen Galerie Albstadt, Adolf Smitmans, verstarb 82-jährig.

01.02.2017

Von Peter Ertle

Adolf SmitmansArchivbild: Metz

„Der kunsthistorische Aspekt meiner Arbeit allein befriedigt zwar meinen Intellekt, aber nicht meine Emotionalität. Denn Kunst ist nicht vergangen, sondern stets im Gang“, sagte er einmal. Und vielleicht war es genau das, was man bei seiner Arbeit spürte.

Grundsätzlich blieb er in seinem Leben seinen Gefühlen treu. Bevor er zwischen 1986 und und 1998 die Geschicke der Städtischen Galerie in Albstadt lenkte, sah es lange Zeit so aus, als sollte aus Adolf Smitmans ein Mann der Kirche werden. Tatsächlich erlangte er 1959 die Priesterweihe in Münster. In Tübingen folgte noch ein zweites Theologiestudium, diesmal mit dem Ziel der Dissertation, die er 1964 bei Hans Küng erlangte. 1968 wurde er akademischer Rat an
der Katholischen Fakultät unter Professor Ratzinger. Der spätere Papst und sein größter Widersacher waren also gleichermaßen seine Lehrherren.

Doch inzwischen hatte Smitmans seine spätere Frau Barbara Brand kennengelernt. Ende 1968 ließ er sich die Dispens vom Priesteramt erteilen. Von nun an folgte er der Spur seines unter dem Kunstmaler Hitler als entartet eingestuften Onkels und Kunstmalers Heinrich Dieckmann: Adolf Smitmans studierte ab 1974 Kunstgeschichte, dissertierte 1978 und wurde – ich hätte jede Stelle angenomen, aber sie war ein Glücksfall – Museumsleiter der Abtei Liesborn. Eine Abtei – so war die Theologie doch noch irgednwie präsent.

1969 und 1971 wurden seine beiden Töchter geboren, die nicht weit vom Stamm fielen: Ava und Hanna Smitmans sind aus der hiesigen Kunstszene nicht mehr wegzudenken. 1989 wurde die Ehe ihrer Eltern geschieden, es blieb aber immer ein partnerschaftliches, familiäres Band bestehen.

Als Leiter der Städtischen Galerie in Albstadt baute Adolf Smitmans ab 1986 mit viel Fingerspitzengefühl die Otto-Dix-Sammlung aus, erweitere die Expressionismus-Richtung, vor allem die Beschäftigung mit dem Werk Max Beckmanns zog sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit. 2011 erhielt er die Staufermedaille, aber zu Zeiten seiner Museumsleitung hätte er sein Museum bisweilen mehr im Bewusstsein der Stadt gewünscht. In seinem Ruhestand war Adolf Smitmans gefragter Vernissagenredner, Ausstellungsführer, Jurymitglied, schrieb Kunstbeiträge und nahm interessiert auch die aktuelle Tübinger Kunstszene wahr, freute sich über die Shedhalle oder Galeristen wie Volker Höltje Die letzten zweieinhalb Jahre seines Lebens waren von einer fortschreitenden Demenz überschattet, er lebte in einem Tübinger
Pflegeheim, bis zum Ende in engem Kontakt zu seiner Ex-Frau, seinen Töchtern und Enkeln. Adolf
Smitmans starb am 26. Januar in Tübingen. Die Beisetzung ist am
6. Februar um 11 Uhr auf dem Bergfriedhof.

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Erstellt:
1. Februar 2017, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2017, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2017, 01:00 Uhr

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