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Das eigene Heim rollstuhlfreundlich machen

Fällt der Begriff „barrierefreies Wohnen“, denken die meisten Menschen an eingeschränkte Mobilität im Alter, die zum Umbau der eigenen vier Wände zwingt, wenn ein Heim keine Option darstellt. Doch Barrierefreiheit im Heim ist altersunabhängig.

20.02.2020

Bild: ©ID1974 - stock.adobe.com

Denn auch Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Eltern können durch Unfall oder Krankheit in die Situation kommen, den Rest oder einen Teil des Lebens im Rollstuhl zu verbringen. In einem solchen Fall muss das Heim rollstuhlgerecht umgebaut werden, um Barrierefreiheit zu gewährleisten. Es gibt eine Menge Tipps für alle Wohnräume, die Betroffenen als Wegweiser an die Hand gegeben werden können.

Förderung der Umbaukosten

Auch, wenn Umbaukosten in vielen Fällen von der betroffenen Familie selbst gezahlt werden müssen, gibt es Ausnahmen, in denen andere Kostenträger für die Umbaumaßnahmen aufkommen. Hierzu zählen beispielsweise die öffentlichen Förderprogramme der Bundesländer, die Berufsgenossenschaft, die gesetzliche Unfallversicherung, die Pflegeversicherung, die Rentenversicherungsträger oder das Integrationsamt. Wichtig ist allerdings in jedem Fall, den Antrag auf Förderung vor dem Bau bewilligen zu lassen, um absolute Sicherheit zu haben!

Barrierefreier Eingang

Selbstständigkeit steht bei Menschen mit Behinderung ganz weit oben. Demnach sollte schon beim Eingang darauf geachtet werden, dass Betroffene diesen selbst, ohne eine weitere helfende Hand, passieren können. Folglich sind Treppen für Menschen im Rollstuhl ein No-Go. Helfen kann eine Rampe oder Rampenwege. Alternativ kann auch eine Hebebühne zum Ziel führen.

günstige Plattformlifte sind eine weitere Option. Diese besondere Form der Treppenlifte bietet sich für gerade und kurvige Treppen gleichermaßen an. Da die Plattform automatisch einklappbar ist, sind Plattformlifte aufgrund ihrer platzsparenden Eigenschaften sehr beliebt.

Oft vernachlässigt, aber nicht weniger zu beachten ist eine ausreichende Beleuchtung beim Eingang – beispielsweise ein Bewegungsleuchter – sowie Bodenbeläge, die rutschfest sind. Ist der Betroffene im Flur angelangt, tauchen meist schon die nächsten Hindernisse auf. Um genügend Wendemöglichkeiten zu gewährleisten, sollte der Flur eine Mindestbreite von 120 Zentimetern haben. Auch hier liegt es an den Zuständigen, auf ausreichend Beleuchtung zu achten. Alle störenden Hindernisse sollten aus dem Weg geschafft werden. Handläufer oder Haltegriffe an den Wänden sind eine wichtige Hilfe für Rollstuhlfahrer. Auch Sitzgelegenheiten dürfen nicht vergessen werden, deren Relevanz sich zum Beispiel beim Schuhe Anziehen zeigt.

Barrierefreie Türen

Bei den Planungen für rollstuhlgerechtes Wohnen wird vieles erst gar nicht in Betracht gezogen. Dass gegebenenfalls sogar Änderungen an der Türbreite vorgenommen werden müssen, kommt vielen oft erst nicht in den Sinn: Für Rollstuhlfahrer sollten die Türen eine Mindestbreite von 90 Zentimetern aufweisen. Zudem müssen die Türen ohne großen Kraftaufwand zu öffnen und zu schließen sein. Hilfreich sein kann hier zum Beispiel der Umstieg auf elektrische Türen und Türsysteme. Manche hängen die Türen sogar vollständig aus, da sie für Rollstuhlfahrer zu störenden Hindernissen werden können.

Beim Thema Türen können auch gleich die Schwellen betrachtet werden, die Behinderten den Zugang von einem zum anderen Zimmer durch den Höhenunterschied leider oft erschweren. Für diejenigen, die nicht auf schwellenlose Türen umsteigen wollen oder können, kann eine Türschwellenrampe oder eine Schwellenbrücke eine geeignete Lösung sein.

Barrierefreie Böden

Besonders bei Rollstuhlfahrern muss das Augenmerk auf einen Boden mit möglichst geringem Rollwiderstand gelegt werden. Um Boden und Rollstuhlfahrer in gleichem Maße zu schützen, sollte ein Boden ausgewählt werden, der starken Strapazen standhält. Besonders im Bad sollte sich der Betroffene auf rutschfesten Fliesen bewegen können. Für vorhandene Böden kann Anti-Rutsch-Folie verwendet werden.

Barrierefreie Fenster

Da Rollstuhlfahrer Probleme haben, Fenstergriffe zu erreichen, benötigen Betroffene Hilfsmittel, die die Erreichbarkeit zum Fenster erleichtern. Verlängerungsstangen oder -griffe machen es möglich, das Fenster auch mit minimaler Kraft und Bewegungsfreiheit der Arme öffnen, schließen und kippen zu können. Zudem besteht die Möglichkeit, auf automatische Fensterantriebe zu wechseln.

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Erstellt:
20. Februar 2020, 11:03 Uhr
Aktualisiert:
20. Februar 2020, 11:03 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2020, 11:03 Uhr

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