Ermittlung

Bundeskriminalamt zerschlägt internationale Bande von Kokainschmugglern

14 Verdächtige festgenommen. Droge tonnenweise nach Deutschland geschmuggelt.

01.12.2021

Von AFP

Wiesbaden. Beim Schlag gegen eine für Kokainhandel im großen Stil verantwortliche internationale Bande haben Beamte der Staatsanwaltschaft Berlin und des Bundeskriminalamts (BKA) am Dienstag 14 Menschen festgenommen. Insgesamt gebe es 28 Verdächtige, teilten die Ermittler mit. Die Tatverdächtigen stammen demnach zum großen Teil aus dem Raum Berlin. Sie sollen über Jahre mindestens fünf Tonnen Kokain nach Deutschland geschmuggelt haben.

Die Razzia richtete sich vor allem gegen „Logistiker“ des Kokainverkehrs zwischen Lateinamerika und Europa sowie gegen zwei mutmaßliche kolumbianische Lieferanten. Die Tatverdächtigen sind den Angaben zufolge 22 bis 62 Jahre alt. Neben den überwiegend deutschen Tatverdächtigen sollen türkische, griechische, irakische, georgische, ukrainische, lettische und kolumbianische Staatsangehörige beteiligt gewesen sein. Die Ermittler beschlagnahmten gut 14 Millionen Euro. Mehr als 220 Polizeibeamte waren an der Razzia beteiligt. Durchsucht wurden über 40 Objekte im In- und Ausland. In die Ermittlungen eingeflossen seien auch Erkenntnisse von Ermittlern in Frankreich, den Niederlanden, Lettland und Spanien sowie mehr als 120 gerichtlich angeordnete verdeckte Ermittlungsmaßnahmen.

Auslöser der Ermittlungen war 2018 die Sicherstellung von 690 Kilo Kokain in einem Container im Hafen von Santos in Brasilien. Aufgedeckt wurde eine hochprofessionell agierende und weitverzweigte Täterstruktur, die mindestens seit 2011 besteht. Mit Hilfe von falschen Personalien sollen die Verdächtigen die Entdeckung ihrer wahren Identitäten nahezu unmöglich gemacht haben. Nach der Beschlagnahme des Drogenfunds in Brasilien sei die Gruppe zunächst abgetaucht und habe neue Transportwege aufgebaut. Die Verdächtigen sollen ein Geflecht von Scheinfirmen betrieben haben. Diese sollen sie auch genutzt haben, um betrügerisch an Corona-Subventionen zu kommen. Mit Hilfe eines ehemaligen Stasi-Offiziers und der Berliner Niederlassung eines Versicherungskonzerns sollen über Jahre die illegal erlangten Gelder gewaschen worden sein. afp

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Erstellt:
1. Dezember 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Dezember 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Dezember 2021, 06:00 Uhr

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