Umfrage

Bürger befürchten Anstieg von Arbeitslosigkeit und Pleiten

Mehrheit der Baden-Württemberger schätzt wirtschaftliche Perspektiven kritisch ein. Geteilte Meinung über Kretschmanns Engagement.

14.01.2021

Von ROLAND MUSCHEL

Leere Geschäfte, wenige Kunden: Viele Bürger fürchten, dass die Innenstädte auch nach dem Lockdown öde bleiben. Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart. Verödete Innenstädte, viele Firmenpleiten, steigende Arbeitslosenzahlen: Eine Mehrheit der Bürger im Land sieht dem neuen Jahr mit ausgeprägten Befürchtungen oder zumindest skeptisch entgegen. Das ist das Ergebnis der gemeinsamen Umfrage der Tageszeitungen in Baden-Württemberg, dem BaWü-Check, zur wirtschaftlichen Lage und Perspektive.

Danach schätzen zwar 57 Prozent der Baden-Württemberger die wirtschaftliche Lage des Landes positiv ein. Für die nächsten Monate rechnet aber eine große Mehrheit mit steigenden Arbeitslosenzahlen. 56 Prozent der Bevölkerung sind überzeugt, dass viele Unternehmen und Selbstständige im Südwesten infolge der Corona-Krise ihren Betrieb aufgeben müssen. 70 Prozent erwarten, dass die Innenstädte durch Insolvenzen von Geschäften, Restaurants und Cafes zumindest vorübergehend an Attraktivität verlieren werden. 40 Prozent befürchten sogar eine dauerhafte Verödung der Innenstädte.

Bei der Bewertung des Einsatzes von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) für die Belange der Wirtschaft ist das Bild gespalten: 39 Prozent haben den Eindruck, Kretschmann setze sich ausreichend ein, 38 Prozent finden, er müsste mehr tun.

Nicht nur die aktuelle Krise verunsichert die Bürger, viele sehen das Land für den generellen Strukturwandel schlecht gerüstet. So glauben 59 Prozent der Bevölkerung, dass die Südwest-Firmen bei der Digitalisierung hinterherhinken. Auch die Zukunft der Schlüsselindustrie des Landes, der Autobranche, sehen viele skeptisch. Nur 30 Prozent gehen davon aus, dass Daimler, Bosch und Co. auch künftig wesentlich zu einer erfolgreichen Entwicklung des Landes beitragen werden. Für den BaWü-Check hat das Institut für Demoskopie Allensbach vom 11. bis 21. Dezember 2020 im Land 1003 Personen befragt.

Südwestumschau

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Erstellt:
14. Januar 2021, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Januar 2021, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2021, 06:00 Uhr

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