Reutlingen

Nach Bränden: Die „Zelle“ erhebt schwere Vorwürfe

Am Mittwoch gegen 19.50 Uhr hat es im Reutlinger autonomen Zentrum „Zelle“ zweimal gebrannt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, hält sich aber hinsichtlich eines politischen Motivs zurück. Das sieht das Kultur- und Jugendzentrum anders.

24.12.2020

Von itz

Das autonome Zentrum Zelle in der Reutlinger Albstraße beim 50-Jährigen im Jahr 2018. Archivbild: Horst Haas

Wie die Polizei an Heiligabend mitteilte, sei offenbar eine im Bereich des Schuppens angebrachte Kunststoffplane in Brand gesetzt worden. Dort gelagerte Latten gerieten so ebenfalls in Brand. Dem Zeugen gelang es, das Feuer mittels einigen Eimern Wasser eigenständig zu löschen.

Wenig später bemerkte er laut Polizei erneut Brandgeruch, welcher nun aus dem Bereich eines auf dem Gelände abgestellten LKW-Anhängers kam. Hier brannten unter dem LKW gelagerte Holzpaletten sowie Dämmplatten. Der Zeuge versuchte, diesen Brand mittels Feuerlöscher einzudämmen. Gleichzeitig wurde von zufällig vorbeikommenden Passanten die Feuerwehr verständigt. Diese konnte den Brand dann rasch löschen und kühlte vorsorglich auch einen in unmittelbarer Nähe stehenden Gastank ab. Nach ersten Schätzungen entstand Sachschaden in Höhe von mehreren tausend Euro.

Bei so kurz hintereinander erfolgten Bränden, sei von vorsätzlichen Brandlegungen auszugehen, sagte ein Polizeisprecher dem TAGBLATT. Die Kriminalpolizei hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen. Die Spurensicherung wurde von Spezialisten der Kriminaltechnik übernommen. „Das Motiv ist völlig offen, wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte der Sprecher bezüglich eines möglichen politischen Hintergrundes.

Die „Zelle“ erhebt auf ihrer Homepage schwerwiegende Vorwürfe. Man gehe von einer politisch-motivierten Tat aus, heißt es da. Eine Stunde vor den Bränden hätte sich eine Person, die das Zentrum als „bekannten Nazi“ beschreibt, auf dem Gelände aufgehalten. Außerdem habe man konkrete Drohungen über Facebook von einer offenkundig der rechten Szene zurechenbaren Person erhalten.

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Erstellt:
24. Dezember 2020, 12:15 Uhr
Aktualisiert:
25. Dezember 2020, 09:53 Uhr
zuletzt aktualisiert: 25. Dezember 2020, 09:53 Uhr

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