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Viel Geld, wenig Chancen

Bayern-Verfolger rüsten auf und sind doch weit weg von den Münchnern

Wer wird hinter dem FC Bayern München Vizemeister? Das ist in der 54. Saison der Fußball-Bundesliga eine der spannendsten Fragen.

25.08.2016
  • GEROLD KNEHR

Spätestens wenn Stephan Lehmann morgen ins Mikrophon brüllen wird: „Mit der Nummer eins: Manuel ...?“ und 75 000 Zuschauer in der Münchner Allianz-Arena lautstark im Chor antworten: „...Neuer“, dann wird auch dem letzten Fan klar geworden sein: Die 54. Saison in der Fußball-Bundesliga hat begonnen.

Der FC Bayern München bestreitet am Freitag (20.30 Uhr/ARD) gegen Werder Bremen das Auftaktspiel. Und Lehmann, der Stadionsprecher des Rekordmeisters, hat nicht nur diese eine Fußball-Größe anzukündigen, sondern noch etliche andere. „Mit der Nummer fünf: Mats...“ Hummels. „Mit der Nummer 17: Jerome...“ Boateng.

Neuer, der Welttorhüter, Neuzugang Hummels und Boateng, das wohl beste Innenverteidiger-Duo der Welt – da fragen sich viele: Wer um alles in der Bundesliga-Welt kann diese Abwehr bezwingen? Und da die Münchner auch im Mittelfeld mit dem neu verpflichteten portugiesischen Europameister Renato Sanches und im Angriff um Torjäger Robert Lewandowski und den nach seiner persönlich unglücklich verlaufenen EM neu motivierten und torhungrigen Thomas Müller eine exquisit besetzte Mannschaft haben, scheint die Favoritenfrage vor dem ersten Anpfiff obsolet. Alles andere als der 27. Deutsche Meistertitel unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti wäre eine dicke Überraschung.

„Mit der Mannschaft, die wir haben, und mit dem Trainer haben wir gute Voraussetzungen geschaffen, dass eine erfolgreiche Saison gespielt wird“, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Das klingt für Münchner Verhältnisse sehr nüchtern. Große Töne, mit denen einst Uli Hoeneß die Konkurrenz zu beeindrucken versuchte („Wir müssen wieder dafür sorgen, dass die anderen uns in der Tabelle mit dem Fernglas anschauen.“), haben die Münchner derzeit gar nicht nötig. Vielleicht ändert sich dies mit Hoeneß‘ Rückkehr auf den Präsidenten-Posten.

Ein Klub hat die Bayern allerdings in diesem Sommer abgehängt. Während die Münchner in der noch laufenden Transferperiode für Hummels (38 Millionen) und Sanches (35) „nur“ 73 Millionen Euro in Neuzugänge investiert haben, ließ sich Vizemeister Borussia Dortmund nicht lumpen und steckte knapp 110 Millionen Euro in neues kickendes Personal. Darunter befindet sich das Duo, das vor zwei Jahren den WM-Titel herausschoss: Vorbereiter André Schürrle, der für 30 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg kam, und WM-Siegtorschütze Mario Götze, der für 22 Millionen Euro vom FC Bayern zum BVB zurückkehrte.

Der Umbruch in Dortmund fiel nach den sportlich schmerzlichen, Abgängen von Hummels, Ilkay Gündogan (Manchester City) und Henrich Mchitarjan (Manchester United) größer als gedacht aus. Nun ist in erster Linie Thomas Tuchel gefordert. Bei seinem Trainer-Einstand vor einem Jahr hatte er die von Jürgen Klopp hinterlassene Elf quasi unverändert übernommen. Nun muss Taktiker Tuchel beweisen, ob das von ihm neu zusammengestellte Ensemble in der Lage ist, den Bayern auf die Pelle zu rücken, sollten die Münchner doch schwächeln. „Wenn Bayern München irgendwann das Gefühl hat, sich eine Auszeit leisten zu können, dann möchten wir da sein“, sagt BVB-Chef Hans-Joachim Watzke.

Den Großteil ihrer Spannung dürfte die Bundesliga in der neuen Saison aus dem Kampf um die Vizemeisterschaft und die Champions-League-Plätze beziehen. Kandidaten für diesen Kreis sind Bayer Leverkusen, das sich einiges vom bisherigen Hoffenheimer Kevin Volland erwartet, Borussia Mönchengladbach und der FC Schalke 04. Allerdings verloren die Gladbacher ihren Schweizer Regisseur Granit Xhaka (Arsenal London) und die Schalker ihr Juwel Leroy Sané (Manchester City) an die englische Premier League. Auch der VfL Wolfsburg mit dem neuen Stürmer Mario Gomez will in dieser Region mitspielen.

Die Bundesliga-Traditionsvereine Eintracht Frankfurt mit dem neuen Manager Fredi Bobic und der Hamburger SV, der sich mit Filip Kostic (VfB Stuttgart) und Alen Halilovic (FC Barcelona) verstärkt hat, wollen dem Grauen-Maus-Image entkommen. Spannend wird sein, wie sich der mittelfristig sehr ambitionierte Aufsteiger RB Leipzig mit seinem neuen Coach Ralf Hasenhüttl im neuen Umfeld schlagen wird. Die letztjährigen Aufsteiger FC Ingolstadt und Darmstadt 98 haben gezeigt, wie es geht. Ob es ein zweites Mal klappt?

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25.08.2016, 06:00 Uhr
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