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Tübingen · 2. Basketball-Bundesliga Pro A

Ausländerregel auf dem Prüfstand

Manager Robert Wintermantel von den Tigers Tübingen fordert wie die meisten anderen Entscheidungsträger in der Liga eine Regelreform.

24.01.2020

Von Vincent Meissner

Tigers-Manager Robert Wintermantel. Bild: Ulmer

Bei der Trainersuche gibt es nichts Neues bei den Tigers Tübingen vor dem Spiel am Samstag bei Schalke 04. Dafür war am Mittwoch Liga-Versammlung in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt. Unter anderem ging es um die Ausländerregel in der 2. Bundesliga. Im November hatte ein sogenannter Strategie-Workshop mit den Entscheidungsträgern aus den Klubs in der 2. Bundesliga ergeben, dass sich eine Mehrheit für eine Änderung der Ausländer- beziehungsweise Deutschenregel ausspricht. Aktuell müssen zu jedem Zeitpunkt des Spiels mindestens zwei Spieler mit einem deutschen Pass auf dem Feld stehen.

Die Vereine hätten jedoch lieber eine Regelung ähnlich der in der Bundesliga (BBL). Dort dürfen maximal 6 Ausländer im Zwölferkader für ein Spiel stehen (6+6). Um den deutschen Nachwuchs unterhalb der BBL zu fördern wäre in der Pro A das Modell 8+4 (8 Deutsche und 4 Ausländer) und in den Pro B die Regelung 10+2 denkbar. „Es gab ein klares Votum der 41 Vereine, dass man die Veränderung will“, sagt Tigers-Manager Robert Wintermantel. Nur der Verband hat sich bislang noch nicht geäußert. Ob und wann es eine Änderung gibt, ist unklar.

Auch Wintermantel ist ein Gegner der momentanen Lösung: „Das greift zu sehr ins Spielgeschehen ein“, sagt er. Will ein Trainer einen Spieler einwechseln, muss er stets darauf achten, dass der Proporz stimmt. Oder ein Trainer kommt in Erklärungsnöte, weil ein Ausländer, der gut gespielt hat, raus muss, weil ein Deutscher auf einer anderen Position ein Foul bekommen hat. Verstößt ein Team gegen die Regel und spielt nur mit einem Deutschen, gibt es ein Technisches Foul. Prinzipiell hält er eine Quote zur Förderung der deutschen Spieler für sinnvoll, aber eben eine vergleichbar mit der in der BBL. Für Wintermantel ist das auch ein „Manko für die Liga“, wie er es ausdrückt. Denn ausländische Spieler wissen, dass sie mitunter weniger Spielzeit erhalten. Es soll Agenten geben, die deshalb schon Angebote von Pro A-Vereinen abgelehnt haben.

Auch Tübingens Power Forward Tanner Graham war zuletzt ein Opfer der Regel. Der 23-jährige Kanadier spielte in den vergangenen beiden Spielen nicht. „In dieser Rotation ist nicht mehr Spielzeit da“, sagt Wintermantel. Tigers-Interimstrainer Andrew Hipsher ließ zuletzt vermehrt deutsche Spieler auf Grahams Position 4 spielen, um dem US-Amerikaner Marvin Smith mehr Spielzeit auf Position 3 geben zu können. Zumindest hätten die Tigers Graham bislang nicht nahegelegt, dass er sich einen anderen Verein suchen soll, sagt Wintermantel. Und er verweist auch darauf, dass der Rookie zu Beginn der Saison auch durchaus gute Spiele gezeigt hatte. Beim 88:81-Hinspielsieg gegen Schalke gelangen ihm beispielsweise 11 Punkte, beim Auswärtssieg in Hagen war er mit 16 Punkten Topscorer. „Es kommt auch immer auf die Match-ups an“, sagt Wintermantel.

Bis Ende des Monats sind theoretisch auch noch Nachverpflichtungen möglich in der Pro A. Aktuell suchen die Tigers nicht. Allerdings sagt Wintermantel: „Never say never. Wir warten jetzt auch noch mal das Ergebnis gegen Schalke ab. Das ist ein wichtiges Spiel für uns. Das hängt ja alles miteinander zusammen.“ Heißt im Klartext: Verlieren die Tigers, kommt wohl sofort ein neuer Trainer, der dann möglicherweise auch einen neuen Spieler holen dürfte.

Schalke mit neuem Spielmacher, Neumann fraglich

Der FC Schalke 04 hat vor dem Spiel gegen die Tigers Tübingen am Samstag (19.30 Uhr/live auf airtango.live) in der Oberhausener Willy-Jürissen-Halle einen neuen Spielmacher verpflichtet: Für Jordan Spencer kam Tucker Haymond, der in der Vorsaison für die Rheinstars Köln in der Pro B im Schnitt 22,1 Punkte erzielte und damit Liga-Topscorer war. „Damit wird unser Gegner nochmals etwas unberechenbar sein“, zitieren die Tigers Interimstrainer Andrew Hipsher in einer Pressemitteilung. „Doch wir müssen uns ohnehin auf uns selbst konzentrieren und insgesamt unsere Angriffe besser abschließen.“ Für ihn könnte es wieder ein Schicksalsspiel werden: Sollten die Tigers gewinnen, dürfte er bleiben. Bei einer erneuten Niederlage dürfte es eng werden für den 39-Jährigen. Offen ist, ob Tigers-Center Philipp Neumann nach seinem Waden-Muskelfaserriss spielen kann. „Am Ende kommt es auch auf ihn an, wie es sich anfühlt“, sagt Manager Wintermantel. „Er ist ganz okay, aber auf keinen Fall bei 100 Prozent.“

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Erstellt:
24. Januar 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Januar 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Januar 2020, 01:00 Uhr

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