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Bodelshausen

Aus für die Albkamele?

Rolf Müller, Betreiber des Tiererlebnishofs „Albkamele“ zwischen Bodelshausen und Hechingen, steht vielleicht bald auf der Straße mit seiner Tiereschar. Ihm wurde der Pachtvertrag gekündigt – und nun sucht er eine neue Bleibe.

07.06.2019

Von Amancay Kappeller

Sie fühlen sich in der Region sehr heimisch: Die Albkamele mit ihrem Papa Rolf Müller. Bilder: Amancay Kappeller

Der Tierfreund Rolf Müller weiß noch immer nicht, wie es für ihn und seine über 100 Tiere auf dem Hechinger Tiererlebnishof weitergeht – und ob es überhaupt weitergehen kann. Schlaflose Nächte bereitet dem Chef der „Albkamele“ die derzeitige Situation. „Die Ungewissheit ist schlimm“, sagt der gelernte Tierpfleger. Bereits im vergangenen Jahr war klar, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird. Alle Hebel hat Müller gemeisam mit seinem Team, das aus fünf Mitarbeitern besteht, in Bewegung gesetzt, um ein neues Quartier für den Erlebnishof zu finden. Bislang vergeblich. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig wird, was zu finden.“

2013 gründete Rolf Müller den Tiererlebnishof, dessen Hauptattraktion eine Hand voll Kamele sind – damals noch in Höfendorf. Im August 2016 zogen die Albkamele auf den jetzigen Hof zwischen Bodelshausen und Hechingen um. Als Grund für die Kündigung des Pachtvertrags gaben die Eigentümer laut Müller Eigennutzung an.

In den letzten sechs Jahren hat Müller jede Menge Geld in den Aufbau des Hofs gesteckt – aber vor allem viel Herzblut. Das endgültige Aus für den Hof wäre ein echter Schlag für den 41-Jährigen, den Kamele schon seit der Kindheit faszinieren. Noch hofft Müller auf eine Lösung. Aber mittlerweile läuft ihm und seinen Mitstreitern die Zeit davon. In etwa zwei Monaten müssen die Albkamele vom Hof.

Fest steht: Rolf Müller möchte weitermachen. Und am liebsten würde er mit seinen Tieren in der Nähe von Hechingen bleiben. „Wir haben uns hier einen Namen gemacht“, sagt der 41-Jährige. Ende Juni werden Landrat Günther-Martin Pauli und Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn auf dem Hof vorbeischauen. Müller greift nach jedem Strohhalm, um in letzter Minute noch einen Ausweg zu finden.

Kleiner Strauß, etwa 2 Wochen alt. Bilder: Amancay Kappeller

Vier Altweltkamele können derzeit auf Müllers Hof bestaunt werden. Da ist Elvis, ein gewaltiger weißer Wallach – eine Kreuzung aus Dromedar und Trampeltier, auch „Tulu“ genannt. Humphry, geboren 1998, ist ein Dromedar, ebenso wie Marisol. Die fünfjährige Shanaja gehört zu den Trampeltieren. Dromedar Said musste mit gerade einmal fünf Jahren im Januar 2018 eingeschläfert werden. Außerdem erleben Klein und Groß auf Müllers Hof zwei Kleinkamele hautnah, Ziegen, Kamerunschafe, Schweine, Hühner, Kaninchen, Zwergzebus und Strauße. Es darf nicht nur geguckt, sondern auch gestreichelt und gefüttert werden.

„Der Notfallplan ist, dass wir mit den Tieren einfach loslaufen“, sagt Müller. „Wenn der Hof nicht zu uns kommt, dann kommen wir zum Hof“ - so die Idee dahinter. Die Strauße freilich würden eine solche Odyssee nicht überstehen. Deshalb werden sie im Ernstfall wohl geschlachtet. Schon jetzt wird auf dem Hof Straußenfleisch aus eigener Schlachtung angeboten. Im vergangenen Dezember erschreckte ein tief fliegender Hubschrauber Müllers Laufvögel derart, dass mehrere Strauße umkamen. Die Staatsanwaltschaft Hechingen habe die Ermittlungen eingestellt, berichtet der 41-Jährige auf Nachfrage. Bei dem Flug handelte es sich laut Müller um einen Geheimflug des Militärs.

600 Quadratmeter Stallfläche haben die Albkamele zur Zeit, dazu rund fünf Hektar Wiese. Ein größeres landwirtschaftliches Anwesen in Alleinlage, das für Besucher trotzdem gut erreichbar ist, würde sich als neuer Standort eignen. Massentierhaltung, die lehnt der 41-Jährige ab: „Das ist für mich eine Katastrophe.“ Der Hof sollte langfristig zu pachten sein, damit Rolf Müller und sein Team eine echte berufliche Perspektive haben.

Neues Quartier dringend gesucht

Wer eine Idee hat, wo Rolf Müller mit seinen Tieren unterkommen könnte, der kann sich direkt an ihn wenden. Telefonnummer: 0152 / 37652773, E-Mail: info@albkamele.de. Die „Albkamele“ zwischen Bodelshausen und Hechingen haben donnerstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet, in den Schulferien ist täglich von 11 bis 19 Uhr Betrieb. www.albkamele.de

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Erstellt:
7. Juni 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Juni 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Juni 2019, 01:00 Uhr

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