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Berlinale

Anspruch, Fairness und Maultaschen

Filmförderung in Baden-Württemberg achtet künftig mehr auf soziale Standards. Das wird in Berlin beklatscht.

23.02.2018
  • MAGDI ABOUL-KHEIR

Berlin. Sieben Filme, die von der Baden-Württembergischen Filmförderung MFG unterstützt werden, laufen auf der Berlinale, davon zwei sogar im Wettbewerb. Just zur gleichen Zeit, als in der Landesvertretung zum 20. Mal der Thomas-Strittmatter-Preis vergeben wurde, feierte mit Philip Grönings „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ einer davon Weltpremiere. Allerdings stieß die Dreistunden-Geschichte eines Zwillingspaares, die über Zeit und Natur philosophiert, Inzest und Gewalt behandelt, nicht nur auf Begeisterung.

Aber natürlich gab es in der Landesvertretung dennoch ebenso viel Grund für gute Laune wie für ein paar ernste Worte. Kunststaatssekretärin Petra Olschowski kündigte an, die Filmförderung konzeptionell neu zu beleuchten. Wichtig sei dabei auch, dass vermehrt auf soziale Standards geachtet werde. „Nicht nur in den Drehbüchern und auf den Leinwänden geht es darum, wie wir leben und arbeiten wollen, was Respekt und Toleranz bedeuten, sondern auch in der Realität.“ Das bedeute: „Faire und gleichberechtigte Bedingungen für alle.“

Da passt es gut ins Bild, dass die MFG soziale Nachhaltigkeit in ihre Förderkriterien aufgenommen hat, wie Geschäftsführer Carl Bergengruen erläuterte. Dafür gab es reichlich Applaus auf der Veranstaltung, der Schauspieler wie Lars Eidinger, Bjarne Mädel, Sandra Hüller, Peter Kurth und Eva Matthes beiwohnten.

Preis für „Räuberhände“

Den mit 20 000 Euro dotierten Thomas-Strittmatter-Drehbuchpreis gewannen Gabriele Simon (aus Hattenhofen bei Göppingen) und Finn-Ole Heinrich für „Räuberhände“, eine zwischen Breisgau und Istanbul spielende Geschichte zweier heranwachsender Freunde. Die Jury – Filmemacherin Aelrun Goette, Natalia Wörner und Drehbuchautor Hendrik Hölzemann – hatte sich unter den knapp 40 Einsendungen mit „Räuberhände“ für ein Buch entschieden, in dem „radikal komisches, wildes und poetisches Potenzial steckt“. Freilich habe die Jury „viel gezofft“, räumte Goette ein.

Drei Viertel der über die Jahre mit dem Strittmatter-Preis ausgezeichneten Skripts sind verfilmt worden. „Räuberhände“ soll unter der Regie von Ilker Catal realisiert werden. Vielleicht läuft er auf einer der künftigen Berlinale. Und dann wurde geplauscht und geschmaust. Den meisten Applaus hatte MFG-Chef Bergengruen ja für die Ankündigung bekommen, dass es nach einjähriger Unterbrechung wieder Maultaschen gibt. Magdi Aboul-Kheir

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23.02.2018, 06:00 Uhr
Anspruch, Fairness und Maultaschen





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