2. Basketball-Bundesliga

Alles zum Saisonstart der Tübinger Tigers

Was sagt der Trainer? Welche Ziele hat der Manager? Welche Spieler laufen auf? Die Saisonvorschau des TAGBLATTs auf die Tübinger Tigers und die 2. Basketball-Bundesliga.

23.10.2020

Von Vincent Meissner

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Wer trägt in dieser Saison das Tübinger Trikot in der 2. Basketball-Bundesliga? Das TAGBLATT stellt die Spieler vor. Bilder: Ulmer
#2 Timo Fischer, 18, Guard, Deutschland. Das Nachwuchstalent stand im Testspiel gegen den Deutschen Vizemeister Ludwigsburg in der Startformation und spielte defensiv aggressiv. „Er bringt viel Energie mit und man sieht, dass er sich aufs Basketballspielen freut“, sagt Trainer Daniel Jansson. „Er ist eine gute Ergänzung in unserem Pro A-Training.“ Ob es diese Saison schon für sein Profi-Debüt reicht, muss sich zeigen. Er soll vor allem in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (U 19) für die Young Tigers auflaufen.
#3 Josh Sharkey, 23, Guard, USA. Weil der eigentlich eingeplante Spielmacher Juvaris Hayes seinen Reisepass nicht rechtzeitig bekam, verpflichteten die Tigers ihn nach. „Er hat alle Werkzeuge, um ein richtig unangenehmer Gegner für die Teams in der Liga zu sein“, sagt Trainer Jansson. „Er ist schnell. Er kann jederzeit in die Zone ziehen und offene Schützen finden.“ Allerdings: „Er braucht noch Zeit, sich an unser System zu gewöhnen. Er ist im Moment noch etwas ungeduldig.“
#4 Mirjan Broening, 20, Guard, Deutschland. Eines der Tübinger Eigengewächse, die unter Trainer Daniel Jansson mehr Chancen bekommen sollen. Er wird zwar überwiegend in der Reserve in der 1. Regionalliga zum Einsatz kommen, doch es ist davon auszugehen, dass er auch in der Pro A diese Saison sein Debüt geben wird. Im Testspiel gegen den Deutschen Vizemeister Ludwigsburg durfte er 23 Minuten ran. „Er hat sich viel Selbstvertrauen geholt in der Vorbereitung“, sagt Trainer Jansson. „Er ist ein netter Junge, der hart arbeitet.“
#7 Besnik Bekteshi, 27, Guard, Deutschland. Er ist einer der routinierten bei den Tigers. Allerdings fiel er praktisch die gesamte Vorbereitungszeit mit einer langwierigen Verletzung am Sprunggelenk aus. „Ich hoffe, wir bekommen ihn bald aufs Feld“, sagt Trainer Daniel Jansson. „Er wird uns weiterhelfen, wenn er gesund ist. Er wird Erfahrung und Ruhe in unser Offensivspiel bringen.“
#8 Enosch Wolf, 30, Center, Deutschland. Er ist mit seinen 30 Jahren der älteste im Tigers-Kader und bleibt Kapitän. Als „Auf und Ab“ bezeichnet Trainer Daniel Jansson Wolfs Leistungen in der Vorbereitung.„Aber ich erwarte auch nicht von ihm, dass er jedes Spiel 20 Punkte macht. Wenn er Energie bringt, für das Team kämpft und ein guter Anführer ist, dann kann ich nicht mehr von ihm verlangen.“
#10 Gianni Otto, 25, Guard, Deutschland. Der als Back-up aus Ehingen verpflichtete Spielmacher ist für Trainer Jansson eine der positiven Entdeckungen der Vorbereitung. „Die Energie, die er hat, ist wirklich erstaunlich.“ Für 10 bis 15 Minuten pro Spiel plant Jansson ihn ein. „Er ist defensiv sehr beeindruckend, hat einen guten Basketball-IQ und ist ein harter Arbeiter.“
#11 Matti Sorgius, 19, Forward, Deutschland. Sein Verletzungspech will einfach nicht abreißen: Wegen der Vorstufe eines Ermüdungsbruchs fällt er lange aus. Ab der U 10 durchlief das Tübinger Eigengewächses sämtliche Jugendmannschaften der Tigers. In der Pro A kam er bislang in der Saison 2018/19 zwei Mal zum Einsatz. Diese Saison konzentriert er sich voll auf Basketball.
#15 Jekabs Beck, 19, Forward, Deutschland/Lettland. Seine Zehennagelverletzung zog sich über Wochen hin in der Vorbereitung, sodass er lange nicht mit dem Team trainieren konnte. Vor einer Woche ist er umgeknickt und hat sich eine Sprunggelenksverletzung zugezogen. Dazwischen tat er sich im Testspiel gegen Schwenningen etwas schwer: „Da war er immer zwei Schritte zu spät“, sagt Trainer Daniel Jansson. „Aber er ist auch erst 19 Jahre als und braucht Zeit.“
#16 Lucas Schiebelhut, 18, Forward, Deutschland/Spanien. „Für ihn war am Anfang alles ein Schock“, sagt Tigers-Trainer Jansson. Inzwischen hat sich der Sohn von Ex-Bundesligaspieler Norbert Schiebelhut (unter anderem TV Langen) an die neue Umgebung in Tübingen gewöhnt. Er wird vorwiegend in der 1. Regionalliga und in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (U 19) auflaufen. „Er hat einen guten Motor, er bewegt sich gut, er hat viel Potenzial und ist ein richtiger Spieler spanischen Typs, der nie stehenbleibt – auch ohne Ball“, sagt Trainer Jansson. „Und er hat einen guten Distanzwurf.“
#19 Elias Valtonen, 21, Guard, Finnland. Er ist sowas wie der Lieblingsschüler von Trainer Daniel Jansson. Die beiden kennen sich schon seit Jahren aus der finnischen Heimat. Auf dem US-College fühlte er sich nicht wohl. Nun versucht es der finnische Nationalspieler als Profi. „Ihn kann ich immer spielen lassen“, agt Trainer Jansson. „Auch wenn er mal einen schlechten Tag erwischt, spielt er immer noch eine gute Defense. Er macht kleine Dinge gut, er bewegt sich gut ohne Ball. Manchmal ist er sogar zu uneigennützig.“ Der gelernte Guard kann die Positionen 1 bis 4 verteidigen und offensiv auf 2, 3 und 4 spielen.
#23 Troy Simons, 24, Guard, USA. Er überzeugte zumindest schon mal beim Bowling mit dem Team, als er der mit Abstand beste Tiger war. Die Aufgabe des Rookies bei den Tigers: Gut verteidigen und aus der Distanz treffen. Im Test gegen Ehingen nahm er jüngst 9 Dreipunktewürfe, verwandelte jedoch nur einen. „Da hatte er einen schlechten Tag“, sagt Trainer Daniel Jansson. „Ich denke, er kann ein Schütze werden, der 35, 40 Prozent seiner Dreier trifft.“
#24 Roland Nyama, 27, Forward, Deutschland. Unter Interimstrainer Andrew Hipsher hatte er einen schweren Stand in der Rückrunde und kam nur noch wenig zum Einsatz. In der Vorbereitung musste er zuletzt auf den Positionen 4 und 5 aushelfen, weil große Spieler verletzt fehlten. Wobei seine Auftritte zwischen Licht und Schatten schwankten: „Er hat einige richtig gute Momente und dann machte er viele Fehler“, sagt Trainer Daniel Jansson. „Aber solange er Energie bringt und harte Defensive spielt, kann er uns helfen.“
#31 Daniel Keppeler, 23, Center, Deutschland. Wie wichtig er für das Team sein kann, zeigen die eineinhalb Testspiele, die er spielen konnte, ehe er gegen Kirchheim umknickte und ausfiel: „Die beiden Spiele waren beeindruckend“, sagt Trainer Daniel Jansson. In der ersten Partie gegen Basel gelangen ihm 25 Punkte, gegen Kirchheim waren es in 12 Minuten 12 Zähler. „Das ist vielleicht ein Indikator, wie wichtig Daniel ist. Er kann einer der besseren Deutschen diese Saison in der Pro A werden.“
#53 Isaiah Crawley, 22, Forward, USA. Er startet seine Profi-Karriere bei den Tigers. „Er hat enormes Potenzial“, sagt Trainer Daniel Jansson. „Er muss nur konstanter werden.“ Jansson beschreibt seine Eindrücke aus den Testspielen so: „Er hat Abschnitte, da erinnert er mich fünf Minuten an einen Pro B-Amerikaner – und dann gibt es wieder fünf Minuten, da gibt es keinen Grund, dass er nicht in der Bundesliga mitspielen könnte.“
Headcoach Daniel Jansson, 41, Finnland. Der neue Trainer der Tigers, in Basketball-Kreisen bei seinem Spitznamen Danny bekannt, ist der große Hoffnungsträger der Tübinger Basketballer. Er kümmert sich nicht nur um die Profis, sondern arbeitet auch eng mit den Nachwuchstrainern zusammen.
Assistenzcoach Hussain Dassouki, 26, Finnland. Der neue Assistent von Cheftrainer Daniel Jansson absolviert sein Praxissemester im Rahmen seines Studiums in Helsinki (Sportmanagement mit Schwerpunkt Trainingslehre) als Co-Trainer bei den Tigers. „Husbo“ hat beim langjährigen finnischen Erstligisten Tapiolan Honka im Nachwuchs Erfahrung als Chef- und Assistenztrainer gesammelt und war auch Assistent bei den Profis im Team seiner Heimatstadt Espoo. Als Spieler war er bis 2019 Point Guard in der 2. finnischen Liga.
Athletiktrainer Martin Ströbele, 27, Deutschland. Der Athletiktrainer ergänzt das Tübinger Trainerteam. Der Sportmanagement-Student an der Uni Tübingen geht in seine dritte Saison bei den Tigers-Profis. Zuvor war er schon im Nachwuchs des Vereins tätig. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Martin Ströbele eine engagierte und kompetente Person für den Tätigkeitsbereich des Athletik-Trainers weiter an unserer Seite haben“, zitiert der Verein Tigers-Manager Robert Wintermantel.

Nach der Spielabsage in Hagen ist der Start in die 2. Basketball-Bundesliga für die Tübinger Tigers erst einmal vertagt. Bei den Hagenern wurde am Mittwoch ein Spieler positiv auf Covid-19 getestet, das Gesundheitsamt schickte daraufhin die gesamte Mannschaft der Donnervögel bis einschließlich 1. November in Quarantäne. Somit haben die Tübinger Tigers am Samstag nochmals spielfrei, ehe an jenem 1. November Paderborn zum Saisonauftakt in die Paul-Horn-Halle kommt. Mit 22,5 Jahren im Schnitt schicken die Tigers nach Ehingen (19,5) die zweitjüngste Mannschaft der Liga auf das Parkett.

In der Printausgabe von Freitag, 23. Oktober, berichtet das TAGBLATT bereits auf vier Seiten über den Saisonstart. Die Themen haben wir auch online aufbereitet:

Eine Saison mit vielen Fragezeichen – zur Lage der Liga: Die 2. Basketball-Bundesliga Pro A ist schon zu Saisonbeginn fest im Griff der Corona-Pandemie: Spiele fallen aus, Zuschauern müssen draußen bleiben. Und Gästefans sind gar nicht zugelassen. Ein Blick auf die Saison 2020/21.

Gerade noch siebenstelliger Saisonetat für die Tigers: Den einstigen langjährigen Erstligisten hat die Corona-Krise hart getroffen und die Vorbereitung war ziemlich durchwachsen. Trotzdem gibt’s auch Playoff-Wünsche.

Größter Gegner ist unsichtbar: „So richtige Vorfreude auf die Saison dürfte dieses Jahr bei den wenigsten Tigers-Anhängern aufkommen. Erst recht nach der Absage gleich des ersten Saisonspiels aufgrund eines Corona-Falls bei Gegner Hagen“, beginnt TAGBLATT-Basketballchef Vincent Meissner seinen Kommentar zur bevorstehenden Saison.

Trainer Daniel Jansson (in der Bildmitte mit Taktiktafel) soll dem Tübinger Basketball neues Leben einhauchen. Bild: Ulmer

„Wir haben kein Geld! Habt ihr das gehört!?“: Trainer Daniel Jansson spricht im folgenden Interview über die anstehende Saison mit reduzierter Zuschauerzahl, beurteilt die Chancen seiner Mannschaft – und verrät, wer ihn bei den Verhandlungen mit Center Daniel Keppeler erwischt hat.

Herr Jansson, es scheint so, als hätten Sie Ihren Humor trotz aller Widrigkeiten mit der Corona- Unsicherheit und den vielen Verletzungen noch nicht verloren?!

Nein, wenn wir den Humor verlieren, was bleibt uns dann noch? (Lacht) Ich habe von Anfang an gesagt, das hier wird harte Arbeit und viel Spaß. Das ist doch die einzige Möglichkeit, die Dinge gut zu machen.

Vor zwei Jahren saß hier Aleksandar Nadjfeji als neuer Cheftrainer, vor einem Jahr Douglas Spradley. Heute Sie. Wer wird’s nächstes Jahr sein?

Ich hatte in den vergangenen 13 Jahren zwei Klubs. Ich bin nicht die Art von Trainer, die nach Tübingen kommt, um großartige Ergebnisse zu holen, um dann kommendes Jahr den nächsten Karriereschritt zu machen. Ich bin hierhergekommen, um etwas aufzubauen.

Es ist aber nicht immer die Entscheidung des Trainers, ob er bleibt.

Ich weiß, ich bin Trainer Nummer sechs in drei Jahren oder so. Aber wenn ich diesen Job angenommen hätte und coachen würde, nur um nicht gefeuert zu werden, wäre das keine gute Option. Dann würde ich meine Stärken aufgeben, die ich als Trainer habe. Ich werde den Job so machen, wie ich es mir vorstelle. Wenn das Management dann entscheidet, den Trainer zu wechseln, ist es so. Aber die Tigers haben mich ja aus einem bestimmten Grund geholt: Wir wollen hier etwas aufbauen.

Was sind Ihre Karriereziele als Trainer?

Viele Leute sprechen über Karrieren. Wo willst du in fünf oder zehn Jahren sein? Aber wenn du dir in diesem Geschäft Ziele setzt, etwa Bundesliga-Trainer zu werden, wird alles mehr oder weniger den Bach runtergehen. Du wirst die Ziele nicht erreichen. Denn es handelt sich um ein sehr dynamisches System. Vor zehn Jahren habe ich auch nicht in Finnland gecoacht, um Profi-Trainer in Deutschland zu werden. Ich konzentriere mich immer vor allem auf das nächste Training. Und ich glaube, wenn du jeden Tag versuchst, das beste Training anzubieten, dann entwickeln sich die Dinge von selbst. Vielleicht bin ich in fünf Jahren Cheftrainer in Tübingen, vielleicht woanders.

Haben Sie eine Alternative zum Beruf Basketball-Trainer?

Darüber habe ich nie richtig nachgedacht. Aber ich habe einen Master in internationaler Wirtschaft. Wer weiß?

Wie gehen Sie mit der ganzen Corona-Unsicherheit zurzeit um?

Ich war vor ein paar Wochen noch etwas optimistischer als jetzt. In der Vorbereitung lief es für uns lange so, dass wir uns als Mannschaft in einer Art Blase isolieren konnten. Wir sind alle vier, fünf Mal getestet worden und bislang waren alle Tests negativ. Und so ist es immer noch alles gut, wenn wir in die Halle gehen. Da vergessen wir alles drumherum. Aber die jüngsten Entwicklungen in der Liga sind besorgniserregend. Wir wissen nicht, was in den nächsten Wochen passiert. Mehrere Teams aus der Pro A und Pro B sind in Quarantäne. Aber das Einzige, was wir machen können – und das haben wir auch so mit den Spielern besprochen –, ist zu sagen: Für uns zählt nur das Jetzt. Wir brauchen uns nicht zu überlegen, ob wir am Samstag nach Hagen reisen können oder nicht? Es wird ja nicht besser, wenn ich nicht mehr schlafen kann und anfange, mir Sorgen über Dinge zu machen, die ich nicht beeinflussen kann.

Zum kompletten Interview geht’s hier.

Umfrage

Wie endet die Saison in der 2. Basketball-Bundesliga ProA für die Tigers Tübingen?

16%
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Mit neuem Schwung schaffen die Tigers endlich die erste Playoff-Teilnahme der besten acht Teams in der Vereinsgeschichte.
25%
25%
Die Playoffs sind mit diesem Team utopisch. Aber für einen hinteren Mittelfeldplatz sollte es reichen.
16%
16%
Diese Mannschaft ist zu unerfahren. Jetzt muss das Management für den Abstieg in die Pro B planen.
43%
43%
Lange wird diese Saison nicht laufen angesichts der Corona-Zahlen. Es gibt wieder einen Saisonabbruch.
334 abgegebene Stimmen
Diese Umfrage ist beendet.

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Erstellt:
23. Oktober 2020, 05:30 Uhr
Aktualisiert:
23. Oktober 2020, 05:36 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2020, 05:36 Uhr

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