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Tübinger Paläontologe hinterlässt tatsächlich viele Spuren

Adolf Seilacher starb am Samstag im Alter von 89 Jahren

Für seine innovative Forschung zur Evolution des Lebens in Wechselwirkung mit der Umwelt errang Adolf Seilacher als Paläontologe Weltruhm. Die Abgüsse vieler bedeutender Spurenfossilienfunde fasste der Tübinger Professor in der Ausstellung "Fossile Kunst" zusammen.

29.04.2014

Von hz

Tübingen. Fast 80 Jahre lang beschäftigte sich Adolf Seilacher mit Paläontologie. Schon als Schüler interessierte er sich für die Trias-Fossilien, die er rund um seine Heimatstadt Gaildorf sammelte. Die Begegnung mit dem Tübinger Paläontologen Friedrich von Huene bei einem Vortrag in Stuttgart soll den Gymnasiasten Seilacher schließlich endgültig inspiriert haben, die wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.

Adolf Seilacher im Jahr 2010 beim Festkolloquium zu seinem 85. Geburtstag.

1951 promovierte Seilacher bei Otto Heinrich Schindewolf an der Uni Tübingen, schon damals über Spurenfossilien, für deren Erforschung er später in Paläontologenkreisen weltbekannt wurde. Nach Habilitation über Kalkschwämme und Stationen in Frankfurt am Main, Bagdad und Göttingen beerbte Seilacher 1964 seinen Doktorvater Schindewolf als Professor für Paläontologie in Tübingen. Seit 1987 war er zudem mehr als 20 Jahre lang Adjunct Professor an der renommierten Yale University in New Haven (Connecticut).

Seilacher befasste sich neben der Palichnologie (Spurenfossilkunde) auch mit der Konstruktionsmorphologie sowie mit der Deutung präkambrischer Fossilien, den so genannten Vendobionten. Detailgenaue Abgüsse vieler Spurenfossilien und anderer geologischer und paläontologischer Erscheinungen zeigte Seilacher in der von ihm zusammengestellten Wanderausstellung "Fossile Kunst" in Museen auf der ganzen Welt.

1992 wurde Seilacher mit dem Crafoord-Preis ausgezeichnet, der für Geowissenschaftler dem Nobel-Preis gleichkommt und ebenfalls von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften verliehen wird. Nach der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg und der Gustav-Steinmann-Medaille der Geologischen Vereinigung erhielt Seilacher 2006 auch die Lapworth Medal der britischen Palaeontological Association. 1995 wurde Seilacher Ehrenmitglied der Paläontologischen Gesellschaft in Deutschland, deren Präsident er 1977 bis 1979 war.

Der Fährtenleser hinterlässt Spuren: Tübingens weltbekannter Paläontologe Adolf Seilacher starb am Samstag im Alter von 89 Jahren 29.04.2014

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Erstellt:
29. April 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
29. April 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. April 2014, 12:00 Uhr

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