Tübingen · Kunstradfahren

22-jährige Weltmeisterin hört auf

Die in Tübingen studierende Iris Schwarzhaupt verkündet ihren Rücktritt vom Leistungssport.

04.07.2019

Von ST

Iris Schwarzhaupt / Archivbild: Wilfried Schwarz

Sie ist aktuelle Hallen-Weltmeisterin, gewann im vergangenen Jahr die German Masters und stellte im Vorjahr den Weltrekord auf mit 191,86 Punkten, der im März aber überboten wurde. Die Kunstradszene zeigt sich daher überrascht, wie der Bund Deutscher Radfahrer BDR in einer Pressemitteilung schrieb.

Denn: Die in Tübingen studierende Iris Schwarzhaupt gab beim Kader-Lehrgang ihren Rücktritt bekannt – mit 22 Jahren. Ausgiebig musste die Pharmazie-Studentin dabei ihre Entscheidung erläutern. „Ich bin immer jemand, der fährt, um in den Übungen voranzukommen“, wird Schwarzhaupt zitiert, „nicht die Wettkämpfe, sondern für mich persönlich das Maximum zu erzielen, war meine wichtigste Motivation.“ Und hier habe die aus Stuttgart-Wangen stammende Schwarzhaupt den Eindruck, das höchste Level erreicht zu haben.

Zuletzt ergänzte Schwarzhaupt ihr Übungs-Repertoire noch um den Deutschen Handstand, die Seitvorhebehalte rückwärts und den (zweifachen) Drehsprung. „Damit bin ich sehr zufrieden, aber der Reiz immer weiter zu machen, ist auch verloren gegangen. Ich will auch abseits des Sports das Leben kennenlernen.“

Schon als Juniorin habe sie mit dem Gedanken gespielt, vom Rad zu steigen. Aber dann folgten die Erfolge auf dem internationalen Parkett mit dem WM-Gold im November 2018 in Lüttich (Belgien) als Höhepunkt. „Das war mehr, als ich ursprünglich je gedacht hatte.“

Ihr Umfeld habe sich zunächst erstaunt gezeigt über das frühe Karriereende. Iris Schwarzhaupt: „Viele fanden es schade, verstanden jedoch meine Entscheidung.“ Dazu gehört Bundestrainer Dieter Maute: „Der Rücktritt unserer Weltmeisterin ist für den Bund Deutscher Radfahrer ein herber Verlust. In den Gesprächen mit ihr wurde deutlich, dass diese Entscheidung sehr überlegt ist und sie ihre erfolgreiche Karriere mit einer positiven Gesamtbilanz abschließen kann. Das halte ich nach so vielen Jahren harter Arbeit für sehr wichtig. Deshalb kann ich die Entscheidung akzeptieren.“

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Erstellt:
4. Juli 2019, 18:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Juli 2019, 18:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juli 2019, 18:00 Uhr

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