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Vorhang auf für Cyrano

Vorhang auf für Cyrano

Wie kam es eigentlich dazu, dass Edmond Rostand sein berühmtes Werk über den großnasigen Degenhelden Cyrano de Bergerac verfasst hat?

Vorhang auf für Cyrano
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Edmond
Frankreich, Belgien 2018

Regie: Alexis Michalik
Mit: Thomas Solivérès, Olivier Gourmet, Mathilde Seigner

113 Min. - ab 0 Jahren

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20.03.2019

Von Dorothee Hermann

Zwei Loser tun sich zusammen und landen einen Hit: Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und mit seinem ersten Theaterstück fällt der junge Dichter Edmond Rostand (Thomas Soulivérès) auch komplett auf die Nase. Aber es gibt einige, die sich trotz der unglaublich langatmigen Vorführung unsterblich in seine Verse verliebt haben. Prompt taucht der Starschauspieler Coquelin (Olivier Gourmet) bei Rostand auf und bittet ihn, ein Stück für ihn zu schreiben.

Coquelin braucht den Erfolg so dringend wie Rostand: Der stilvoll mitten in Paris residierende Poet muss eine Familie ernähren (man schreibt das Jahr 1895). Dem Mimen sitzen zwei schnauzbärtige korsische Geldeintreiber im Nacken. Die beiden Edelganoven gehören zur burlesken Seite der Komödie, die der französische Schauspieler Alexis Michalik sehr spritzig und mit vielen slapstickreifen Wendungen präsentiert: die fiktive Entstehung des berühmten französischen Bühnenstücks.

Regisseur Michalik ist auch im Film zu sehen: als Rostands arrivierter Kollege Georges Feydeau. Doch der aufstrebende junge Poet ist einfach netter: Seine Aufrichtigkeit macht ihn quer durch alle Pariser Schichten sympathisch. Es ist zum Schießen, wie er bei jeder weiteren erstaunlichen Wendung die kugelrunden Augen vor Verblüffung weit aufreißt wie ein Stummfilm- oder Comicstar.

Unter Hochdruck entwickelt er, angetrieben von Coquelin, aus dem Stand die unsterbliche Geschichte des Cyrano de Bergerac, der sich mit seiner übergroßen Nase zu hässlich für die Liebe wähnt, aber einem Freund die in Liebesdingen nötigen Worte leiht, als beide um dieselbe Frau werben. Diese Ebene des Films ist komplexer: Dass jemand eine andere Identität vorspiegelt (und daran leidet), dürfte auch Zeitgenossen des 21. Jahrhunderts mit ihren virtuellen Optimierungen vertraut sein. Das Paris der Belle Epoque taucht auf wie in einem Animationsfilm, in den die Figuren einbrechen wie durch die Falltür in der Bühne.

Bis zum Ende spannend, wer in den kuriosen Überbietungsversuchen von Realität und Illusion die Oberhand behält.

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Erstellt:
20. März 2019, 12:56 Uhr
Aktualisiert:
20. März 2019, 12:56 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 12:56 Uhr

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