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Vom Lokführer, der die Liebe suchte ...

Vom Lokführer, der die Liebe suchte ...

Ein aserbaidschanischer Zugführer findet einen wunderschönen Büstenhalter und will unbedingt auch deren Besitzerin finden.

Vom Lokführer, der die Liebe suchte...
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Deutschland 2018

Regie: Veit Helmer
Mit: Predrag 'Miki' Manojlovic, Denis Lavant, Chulpan Khamatova

90 Min. - ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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07.03.2019

Von Dorothee Hermann

Ein Mann, der in seinem Leben ausgerechnet für die Liebe den richtigen Zeitpunkt versäumt hat: So einer ist der aserbaidschanische Lokführer Nurlan (Miki Manojlovic). Er steuert seinen Güterzug durch ein weites Tal, das von den kaukasischen Bergen gesäumt wird. Auch die Hauptstadt Baku liegt auf seiner Strecke, wo sich in einem fast ländlich anmutenden Viertel die Häuser dicht an die Schienen drängen. Die Bewohner stellen Tische auf das Gleis, spannen Wäscheleinen darüber und machen nur Platz, wenn wieder mal ein Zug durchrumpelt.

Wenn im Stellwerk die blau uniformierte Fahrdienstleiterin das Signal gibt, rennt ein kleiner Junge (Ismail Quluzade) mit Trillerpfeife am Gleis entlang und warnt in letzter Minute die Anwohner. In der Eile verfangen sich einzelne ihrer Habseligkeiten immer wieder an der Lokomotive. Einmal ist es ein Spitzen-BH, und der Lokführer macht sich auf die Suche nach der Trägerin.

Was nach Männerfantasie klingt, hat „Tuvalu“-Regisseur Veit Helmer jedoch so geschickt ausgestaltet, dass Männer (und Frauen) nie vorgeführt werden. Ein Wiedersehen mit den „Tuvalu“-Veteranen Denis Lavant (als Gehilfe des Lokführers) und der Russin Chulpan Khamatova gibt es auch.

Kameramann Felix Leiberg präsentiert eine Welt zum Anfassen, unter anderem mit wuchtigen Eisenbahnzügen, in denen man nur zu gerne einmal fahren würde, um jede computerdesignte Glätte ganz schnell hinter sich zu lassen. Kehrseite dieser Urigkeit sind finstere Patriarchen, die als wütende Ehemänner ziemlich grimmig auf die skurrile BH-Charade reagieren.

Der Running Gag mit dem Büstenhalter sollte nicht abschrecken, sich auf den Lokführer mit dem sympathischen, ein bisschen zerknitterten Gesicht einzulassen. Denn der Film erzählt nicht nur eine kuriose Geschichte, sondern verhandelt leichthändig das zeitlose Thema, wie Menschen mit verpassten Lebenschancen umgehen – und wie sich je nach Lebensalter vielleicht auch die Antwort verändert.

Kein Anlass für Fetischistenalarm, sondern ein liebenswürdig-skurriles Filmmärchen um einen einsamen Charmeur.

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Erstellt:
7. März 2019, 09:56 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2019, 09:56 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2019, 09:56 Uhr

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