Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Feinde - Hostiles

Feinde - Hostiles

Ein Offizier erhält 1892 den Auftrag, einen Cheyenne-Häuptling aus dem Gefängnis zum Sterben in dessen Stammesland zu begleiten.

Feinde - Hostiles
Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Hostiles
USA 2017

Regie: Scott Cooper
Mit: Christian Bale, Rosamund Pike, Wes Studi

134 Min. - ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten
rating rating rating rating rating
28.05.2018

Von Dorothee Hermann

Es gibt keine unbefangene Begegnung in diesem Film, wo auch das eindrucksvollste Westernpanorama sich nie genießen lässt, weil jeder permanent auf der Hut sein muss. Das liegt nicht nur daran, dass Captain Joe Blocker („Batman“ Christian Bale) aus seinen langen Jahren bei der US-Kavallerie eine Menge Blut an den Händen klebt – wie fast allen Figuren in diesem Grenzland, wo im Zweifelsfall stets das Recht des Stärkeren gilt.

Aufs Drastischste widerfährt das im Film der Siedlerin Rosalie (Rosamund Pike), als Komantschen bei einem Überfall ihre ganze Familie abschlachten. Die Szene rückt in metzgermäßiger Direktheit auch so nah an die Zuschauer heran, dass man an rassistische Propaganda denken kann.

Blocker will gerade seinen Abschied nehmen, und das will auch die Zeit. Im Jahr 1892 ist der blutige Ausrottungsfeldzug gegen die amerikanischen Ureinwohner eigentlich vorbei. Dieser Kunstgriff von US-Regisseur Scott Cooper („Black Mass“), gewissermaßen im Nachhinein zu operieren, legt eine zusätzliche Vergeblichkeit über die Figuren.

Der Captain bekommt einen Befehl, der ihm aufs Äußerste widerstrebt: Er soll den todkranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (souverän noch im körperlichen Verfall: Wes Studi) und seine Familie aus dem Gefängnis in New Mexico quer durch das riesige US-Staatsgebiet nach Montana eskortieren, damit der Chief im Land seiner Ahnen sterben kann. Beim berüchtigten Massaker von Wounded Knee waren sich beide als erbitterte Feinde gegenübergestanden.

Zur Verstärkung bekommt Blocker eine prototypisch gemischte Truppe an die Seite gestellt: ein Greenhorn französischer Herkunft, einen schwarzen Korporal, einen Absolventen der Militärakademie. Sein melancholischer Sergeant erweist sich als der routinierteste Schlächter von allen. Als Zusatzauftrag steht die Überführung eines Mörders (ebenfalls ein Militär) zum Henker an.

Anders als im Rachewestern „The Revenant“, wo auch die Natur in einem menschenfeindlichen ewigen Winter erstarrt scheint, breiten sich die wechselnden Landschaften fast immer in quasi-unberührter Schönheit vor dem Zuschauer aus. Es ist die archetypische amerikanische Weite, in die erst der Mensch seine Blutspur einzieht.

Wie die entfesselte Gewalt unterschiedslos jeden erfasst, bleibt historisch gesehen noch zu dürftig. Dennoch gelingt dem Film ein packender Neuzugriff auf das Genre.

Ein sehr spezielles Himmelfahrtskommando rüttelt an den Genrekonventionen des Western (nicht ganz kitschfrei).

Zum Artikel

Erstellt:
28. Mai 2018, 21:08 Uhr
Aktualisiert:
28. Mai 2018, 21:08 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Mai 2018, 21:08 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+