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90 Minuten - Bei Abpfiff Frieden

90 Minuten - Bei Abpfiff Frieden

Die Fake-Doku nimmt anhand eines Fußballspiels den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern satirisch aufs Korn.

90 Minuten - Bei Abpfiff Frieden
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Milhemet 90 Hadakot
Israel 2016

Regie: Eyal Halfon
Mit: Moshe Ivgy, Norman Issa, Detlev Buck

90 Min.

Tagblatt-Wertung

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01.03.2016

Von Klaus-Peter Eichele

Passend zur Fußball-EM präsentiert dieser Film eine originelle Idee, wie der Nahost-Konflikt ein für allemal gelöst werden kann. Statt sich weitere 100 Jahre die Köpfe einzuschlagen, sollen Israelis und Palästinenser die Entscheidung binnen 90 Minuten auf dem Fußballplatz suchen. Wer das Match gewinnt, darf sich künftig auf dem gesamten Territorium breit machen. Wer verliert, muss sich irgendwo in der Welt eine neue Heimstatt suchen. Ausgedacht hat sich dieses absurde, auch etwas brutale Szenario der israelische Regisseur Eval Halfon – aber nur, um die verfahrene Lage in seinem Land satirisch aufs Korn zu nehmen.

Die Form ist ein fiktiver Dokumentarfilm: Ein Fernsehteam heftet sich im Vorfeld des Spiels an die Fersen einer Handvoll Akteure – allen voran der zwei Verbandsdirektoren, die ihren Teams mit politischen Fouls eine möglichst gute Ausgangslage verschaffen wollen. So wird der Mannschaftsbus der Palästinenser an jedem Checkpoint ausgebremst. Die Gegenseite revanchiert sich, indem sie Topspieler durch geheime Tunnel ins Autonomiegebiet schmuggelt.

In diesem Stil macht sich der Film in einem Fort über die Eigenheiten des Konflikts samt internationaler Verstrickungen lustig. Die Israelis verpflichten einen deutschen Trainer (Detlev Buck), der unter der Last der Verantwortung und der Vergangenheit aber schnell einknickt. Die Palästinenser hoffen auf Hilfe von ihren arabischen Brüdern, die niemals kommen wird. Fußball im sportlichen Sinn gerät schnell zur Nebensache: Statt Tiki-Taka zu üben, werden die Spieler beider Teams zum Nationalstolz-Tanken an Monumenten wie Masada oder dem Tempelberg verdonnert.

Die meisten Pointen halten der Wirklichkeit stand, wobei der Film die wirklich heißen Eisen – islamistischer Terror, national-religiöser Wahn – ausblendet. So ist „90 Minuten“ letztlich mehr eine Stichel-Komödie mit Versöhnungs-Option als eine schmerzhaft austeilende Satire. Aber das darf als Abwechslung zum ewigen Wehtun ja auch mal sein.

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Erstellt:
1. März 2016, 11:11 Uhr
Aktualisiert:
1. März 2016, 11:11 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. März 2016, 11:11 Uhr

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