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Fußball-Regeländerungen

Im Zweifel ist der Trainer schuld

Zukünftig können auch Team-Offizielle mit Karten bestraft werden. Und auch sonst ändert sich manches.

12.07.2019

Von Paul Junker

Neben dem neuen Spielplan wurden den Verantwortlichen der Bezirksligavereine auf dem Staffeltag in Reutlingen auch die Regeländerungen für die anstehende Spielzeit präsentiert. Die Reaktionen waren gemischt, von kollektivem Kopfschütteln bis zu durchaus zustimmendem Kopfnicken. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende und Münsinger Schiedsrichter-Obmann Markus Werthmann vertrat bei der Präsentation den durch Krankheit verhinderten Schiedsrichterobmann Norbert Endreß und zeigte auch deutlich seine Meinung, wenn er mit manchen Regeländerungen nicht einverstanden war.

Los ging es mit dem allseits präsenten Thema Handspiel. Dort brach Werthmann alle komplizierten Regeländerungen auf eine relevante runter: „Mit der Hand darf kein Tor mehr erzielt werden. Auch nicht, wenn man angeschossen wird.“ Viel mehr wollte er auf das Thema nicht eingehen, weil es selbst „in der Bundesliga nicht richtig funktioniert“. Auch bei Auswechslungen ändert sich etwas: Der ausgewechselte Spieler soll nicht mehr bis zur Mittellinie laufen und seinen Mitspieler abklatschen dürfen, sondern „muss das Spielfeld über die nächste Begrenzungslinie verlassen“. Diese Änderung wurde mit allgemeinem Wohlwollen aufgenommen, mit der Hoffnung das Spiel zu beschleunigen und Verzögerungen gerade in der Schlussphase eines Spiels zu vermeiden.

Kontroverser aufgenommen wurde die Regel, dass Team-Offizielle jetzt auch eine gelbe oder rote Karte bekommen können. Wenn aber der Übeltäter vom Schiedsrichter nicht zweifelsfrei identifiziert werden kann, bekommt immer der Trainer die Bestrafung. Das bedeutet bei Spielertrainern beispielsweise: Wenn die Teambetreuer des SV Hirrlingen so laut pöbeln, dass der Schiedsrichter die rote Karte ziehen möchte, aber sich nicht zweifelsfrei sicher war, wer genau gepöbelt hat, dann sieht einer der beiden Spielertrainer Björn Straub oder Kevin Hartmann Rot und muss das Spielfeld verlassen, auch wenn er nachweislich nichts gegen den Schiedsrichter gesagt hat. Werthmann ließ diese Regel ein bisschen ratlos zurück: „Ich bin auf die ersten Sportgerichtsurteile gespannt. Das kann ich mir nicht so richtig vorstellen.“

Zu einigem Verwundern hat auch geführt, dass der Schiedsrichter nicht mehr als „Luft“ gilt: Wenn dieser angeschossen wird und dadurch ein Tor fällt, der Ballbesitz wechselt oder ein Angriff gestartet werden kann, läuft das Spiel nicht wie bisher weiter, sondern es muss auf Schiedsrichterball entschieden werden. Genauso für Verwunderung sorgte die Regelneuerung, die schon bei der gerade beendeten Frauen-Weltmeisterschaft zu Diskussionen führten, dass der Torhüter bei einem Elfmeter mit einem Fuß die Torlinie berühren muss. Macht er das nicht, soll er mit einer gelben Karte verwarnt werden.

Als positiv wurde aufgenommen, dass der Ball bei einem Abstoß oder einem Freistoß den eigenen Strafraum nicht mehr verlassen muss, bis weitergespielt werden kann. Werthmann: „Das erleichtert das Spiel sicherlich etwas, wird aber den Fußball trotzdem nicht groß verändern.“ Auch der Abstand beim Einwurf wurde neu geregelt. Wenn der Spieler nicht zwei Meter Abstand hält, kann er vom Schiedsrichter verwarnt werden.

Werthmann sah die Regeländerungen durchaus kritisch: „Weil auch nicht immer alle Schiedsrichter zu unseren Schulungen kommen, und manche dann nächste Saison noch nach den alten Regeln pfeifen werden und manche eben nach den neuen. Das hat Konfliktpotenzial.“

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Erstellt:
12. Juli 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Juli 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2019, 01:00 Uhr

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