Tübingen · E-Sports

Fifa-Turnier: „Danke, Merkel!“ – heute geht’s weiter

Bis zu 150 Zuschauer verfolgen bisher die Spiele des TAGBLATT-“Fifa20“-Turniers. „Eine Mega-Aktion“, sagt SV 03-Spielführer Daniel Genuardi.

05.04.2020

Von Tobias Zug

„Is da!“ Der von Burak Aygüns Uruguayer erzielte 4:3-Siegtreffer gegen die Mexikaner der Schiedsrichtergruppe Tübingen. Screenshot: Fifa20

Es lief die 92. Minute im letzten Spiel des gestrigen Sonntags. 3:3 stand es in der Begegnung der von Kevin Schmidt (Schiedsrichtergruppe Tübingen) gesteuerten Mexikaner gegen die Uruguayer von Burak Aygün (SV Hirrlingen). Aygün hatte schon einen 1:3-Rückstand aufgeholt. Und in der Nachspielzeit lief sein Stürmer Aguerro alleine auf das Tor zu – und erzielt tatsächlich noch den 4:3-Siegtreffer. „Is da!“, brüllte Aygün in sein Headset, etwa 90 Zugucker hörten und sahen mit auf ihren Bildschirmen zuhause, Smartphones oder wo auch immer.

Seit Samstag läuft das TAGBLATT-“Fifa20“-Turnier auf den Spielkonsolen. 32 Teams haben sich angemeldet, Zocker, die für ihren jeweiligen Sportverein mit einem zugeteilten Land ein zweiwöchiges Turnier im Weltmeisterschafts-Modus spielen. Alle Spiele werden live übertragen auf unserer Internetseite. Dort gibt es auch die Spielpläne.

Bis zu 150 schauten das Auftaktspiel am Samstag an, das Tim Gudovius vom SV Rommelsbach gegen Nick Olteanu vom SV Croatia Reutlingen bestritt. Gudovius’ Schweden besiegten dabei Olteanus Belgier mit 3:1.

Daniel Genuardi. Privatbild

Einer, der auch mitspielt, und gestern mit Italien 6:1 gegen die von Albin Hagjija (TSG Tübingen Volleyball) geführten Iren gewann, ist Daniel Genuardi. Der 25-jährige Spielführer des Landesligisten SV 03 Tübingen hat sich diese Saison einen Kreuzbandriss zugezogen, kann deshalb auch ohne Corona-Virus aktuell nicht kicken und arbeiten. „Das ist eine Mega-Aktion des Tagblatts gerade in dieser schweren Zeit“, sagte Genuardi, „das macht viel Spaß, man merkt, dass man nicht alleine ist.“ Die Spieler sitzen zwar in ihren Zimmern, sind via Headsets aber verbunden, sodass sie miteinander kommunizieren können.

Der SV 03 hatte sich als eines der ersten Teams angemeldet. Genuardi ist zwar ein versierter Zocker des Fußballsimulations-Spiels, gemeldet hat er sich aber nicht freiwillig: „Wir hatten von dem Turnier in unserer Whats-App-Gruppe geschrieben, wer mitmachen will, da haben halt dann alle ‚Genu, Genu‘, ‚Genu‘ geschrieben.“ Das erste Spiel deutete an, dass die Auswahl zumindest nicht so schlecht war.

Genuardis Mitspieler halten sich derzeit meist mit individuellen Läufen fit. Über eine App wird die Laufleistung aufgenommen, sodass Trainer Andreas Beyerle den Fitnesszustand kontrollieren kann. „Die Gemeinschaft vermisse ich am meisten“, sagt Genuardi, der im Amateurfußball dafür plädiert, die Saison vorzeitig abzubrechen. „Das ist vielleicht gegenüber den Tabellenführern ungerecht, aber wir haben ja nicht mal 85 Prozent gespielt, da bleibt auch im Sommer gar keine Zeit, das alles nachzuholen.“ Die nächsten beiden Wochen wird Genuardi jedenfalls fußballerisch an der Konsole verbringen.

Dario Gasparevic. Privatbild

Gestern verfolgte er auch die Spiele der Konkurrenten. „Man lernt da auch viele neue Leute kennen“, sagt Genuardi. So erfuhren die gegeneinander spielenden Florian Gschwind (SV Walddorf) und Steffen Wider (TSV Hagelloch) im Gespräch miteinander, dass sie in der Jugend mal gegeneinander gekickt hatten. Wider mit dem SSV Reutlingen, und irgendein Spieler sei da gegen den Pfosten gelaufen.

Durchaus emotional ging es bei den stets von etwa 90 Zuschauerinnen und Zuschauern verfolgten Spielen durchaus zu. Dario Gasparevic (TuS Ergenzingen II) haderte lange mit seinen Rumänen gegen die US-Amerikaner von Felix Grupp (TSV Lustnau I). Nach einem Eigentor, das zum 1:2-Rückstand führte, brach es aus ihm raus: „Danke, Merkel!“ Stellte taktisch alles um, brachte zwei neue Spieler – und schaffte noch den 2:2-Ausgleich. „Meine Nerven“, sagte Gasparevic am Ende, als die US-Amerikaner noch eine Riesenchance verdaddelten.

Und die Hirrlinger? Deren Teamchef Bastian Zug sah sich das Spiel des SVH-Bezirksliga-Kickers Aygün genüsslich an, auch wenn er zeitweise drauf und dran war, selbst den Controller in die Hand zu nehmen. Es reichte dann aber doch noch zum Sieg: „Das zeugt von großer Moral“, sagte Zug.

Heute um 14.30 Uhr geht es weiter

Vom 4. bis 19. April spielen täglich insgesamt 32 Spieler für ihren jeweiligen Sportverein beim TAGBLATT-Turnier das Fußballsimulationsspiel „Fifa20“. Die Spiele sind immer im Internet unter https://www.tagblatt.de/fifa20 anzusehen, ebenso die Videos bereits ausgetragener Spiele. Dort stehen auch die aktualisierten Ergebnisse und Spielpläne. Am Montag stehen die ersten Gruppenspiele der Gruppen E und F an. Dabei spielen: 14.30 Uhr Centro Portuguese Reutlingen (Andreas Dürr) – Spvgg Bier./Schwd./Obern. (Marcel Stumpp), 15 Uhr: TSV Gomaringen (Dejan Frzovic) – TSV Hirschau (Philipp Sailer), 17 Uhr: TV Derendingen II (Daniel Juklen) – SV Nehren (Daniel Autenrieth), 18 Uhr: SSC Tübingen (Josef Braunagel) – SV Wendelsheim (Kai Belser)

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Erstellt:
5. April 2020, 19:47 Uhr
Aktualisiert:
5. April 2020, 19:47 Uhr
zuletzt aktualisiert: 5. April 2020, 19:47 Uhr

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