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Wild Plants

Wild Plants

Der Dokumentarfilm porträtiert Menschen, die sich auf unterschiedliche Art einem naturnahen Leben verschrieben haben.

Wild Plants

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Schweiz 2016

Regie: Nicolas Humbert


113 Min. - ab 0 Jahren

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15.07.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Detroit ist ein Symbol für den Niedergang des Industriezeitalters – und bietet deswegen vielleicht idealen Nährboden für ein Zurück zur Natur. Jedenfalls hat sich am Stadtrand der ehemaligen Motown ein Paar angesiedelt, das fast ausschließlich von den Erträgen seines Gartens und der näheren Umgebung lebt. Die beiden sind Protagonisten der Doku des Schweizer Regisseurs Nicolas Humbert, den ältere Kinogänger vielleicht noch von „Step Across The Border“ über den Avantgarde-Jazzer Fred Frith kennen.

In „Wild Plants“ porträtiert Humbert nun eine Handvoll Menschen, die ihr Leben auf unterschiedliche Art den Pflanzen gewidmet haben. In einem weiteren Sinn kann man alle der Urban-Gardening-Bewegung zuordnen. In Zürich schleicht Maurice Maggi jede Nacht durch die Stadt, um auf unansehnlichen Brachflächen und Verkehrsinseln Samen von Kräutern, Blumen und Gemüse auszusäen. Ein paar Monate später sind die tristen Gegenden kaum wiederzuerkennen. Und etwas südlicher in der Schweiz existiert das Kollektiv „Les Jardins de Cocagne“, wo junge Städter bei der Produktion ihres Gemüses selbst Hand anlegen.

Von der handelsüblichen Öko-Doku unterscheidet sich „Wild Plants“ durch seinen gering ausgeprägten missionarischen Eifer. Wenn überhaupt, möchte der Film nicht mit großen Worten überzeugen, sondern durch seine poetischen Bild- und Tonarrangements des Wechselspiels von Mensch und Natur. Zwar haben alle Protagonisten ihr Handeln im Grünen auch weltanschaulich ummantelt. Die Detroiter etwa beschwören den Kreislauf des Lebens, in dem der Kompost zugleich Ende und Anfang markiert. Überwiegend bleibt diese Sinngebung jedoch unterhalb der Schwelle trüber Naturmystik oder Ökoesoterik. „Wild Plants“ drängt seine Zuschauer nicht zum Gärtnern, aber Lust darauf macht er schon.

Doku-lyrisches Loblied auf das Leben mit den Pflanzen. Zum Glück ohne öko-ideologischen Furor.

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15.07.2016, 14:07 Uhr
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Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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