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Wie wahrscheinlich ist ein ausgedehnter Handelskrieg?

29.05.2018

Von Niclas Heike

Bild: Rawf8/Fotolia.com

Die Angst vor einem ausgewachsenen Handelskrieg, sie treibt die Journalisten dieser Welt gegenwärtig um. Es werden beunruhigende Parallelen gezogen zum wirtschaftlichen Protektionismus der Vorkriegszeit in den späten 20ern und 30ern. Doch wie berechtigt sind Warnungen vor einem Handelskrieg? Wie viel von Trumps Drohgebärden ist echte Intention? Was ist kalkuliertes Säbelrasseln? Und ist das alles überhaupt zwangsläufig so wild, wie behauptet wird?

Gründe für die Feindseligkeiten

Vor allem zwischen China und USA spielen sich die Animositäten ab, die gegenwärtig den Hintergrund für den „drohenden Handelskrieg“ liefern. So haben die USA unter der Trump Administration sogenannte Schutzzölle auf Stahl und Aluminium erhoben. Zwei Ressourcen, die sie besonders aus China importieren. Daraufhin hat China kurzerhand 130 Produkte mit Zöllen belegt, um gezielt US-Importeure zur Kasse zu beten.

Rhetorisch und symbolisch scheint sich hier durchaus eine gewisse Zuspitzung zu entwickeln. Nicht selten unglücklich befeuert durch die hysterisch kreischende Medienlandschaft, die natürlich von solchen Schlagzeilen lebt.

Eine Chimäre zur Beschwichtigung der Wähler

Man mag von Trump aus zahlreichen guten Gründen wenig halten. Aber eines kann man ihm kaum in Abrede stellen – dass er ein guter Wahlkämpfer ist und das auch im Amt. Denn was tut Trump gegenwärtig denn anderes, als ein Wahlversprechen einzulösen? Und zwar eins, das wesentlich mehr Symbolcharakter hat als wirtschaftliche Konsequenz. Die scheinbare Solidarisierung mit Stahlarbeitern, Kohlekumpeln und Co. war einer der Eckpfeiler im Wahlkampf Trumps. Nicht nur, um sich die Gunst dieser Gruppen zu sichern sondern wegen der proletarischen Strahlkraft dieser Geste. Denn wer sympathisiert nicht gerne mit den Nöten des stolzen aber geknechteten Arbeiters? Parteien und Politiker aller Lager versuchen ja nicht von ungefähr, sich mit diesen Gruppen öffentlichkeitswirksam gut zu stellen. Es ist ein werbewirksames Wahlkalkül, das Trump nun nicht auf dem Altar der Tagespolitik opfern will. Stattdessen hält er dieses Wahlversprechen – ganz kalkuliert, mit Pauken und Trompeten.

Aber wirtschaftlich hat das lange kein so großes Gewicht. Dass die Beschäftigung in der Industrie über die letzten Jahrzehnte im Westen (nicht nur in den USA!) so stark zurückgegangen ist, hat vor allem mit Automatisierungen zu tun. Nicht mit internationaler Konkurrenz! Kein Schutzzoll dieser Welt ändert etwas daran. Und überhaupt ist die Industrie gemessen am BIP der USA lange nicht mehr so bedeutend, wie sie es einmal war. Da also auf große Impulse durch Zölle zu setzen, wäre vollkommen unsinnig. Darum geht es dem Geschäftsmann Trump ohnehin nicht. Stattdessen unterfüttert er die „Industrieromantik“, der er sich im Wahlkampf bedient hat.

Trump in der Hinsicht herauszufordern, ist folglich unsinnig. Er hat sein Ziel schon längst erreicht. Und das ist wirtschaftlich wesentlich inkonsequenter, als es medial kommuniziert wird.

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Erstellt:
29. Mai 2018, 09:50 Uhr
Aktualisiert:
29. Mai 2018, 09:50 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. Mai 2018, 09:50 Uhr

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