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So, 14.8.: Das brandneue Testament

Das brandneue Testament

Schräge Komödie mit Benoît Poelvoorde als Gott, der die Menschen nach Lust und Laune quält.

Gott ist ein Stinkstiefel: Das brandneue Testament

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Das brandneue Testament




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01.03.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Vater unser im Himmel? So ein Schmarrn! Im Film des Belgiers Jaco Van Dormael („Toto der Held“) residiert Gott in Brüssel und ist, mit Verlaub, ein Arschloch. Seine Frau und seine kleine Tochter, von denen die Allgemeinheit wohlweislich nichts weiß, behandelt er wie den letzten Dreck; sein Sohn hat sich deswegen schon vor 2000 Jahren aus dem Staub gemacht. Mehr noch bekommen die gewöhnlichen Menschen die ewig schlechte Laune des Tyrannen zu spüren. Um ihnen das Leben schon auf Erden zur Hölle zu machen, heckt er ständig Plagen aus oder ersinnt fiese Gebote: etwa, dass das Brot grundsätzlich auf die Marmeladenseite fällt. Bis Töchterchen Ea eines Tages der Kragen platzt und sie aus Rache jedem Menschen übers Handy sein genaues Todesdatum mitteilt – mit der fatalen Folge, dass fortan keiner mehr an den alten Herrn glaubt.

Diese erste halbe Stunde des Films ist brillant: Religionssatire vom Feinsten, die einen Vergleich mit dem „Leben des Brian“ nicht zu scheuen braucht. Wie Gott an der Modelleisenbahn mit breitem Grinsen verherende Katastrophen simuliert, ist nur eine von vielen grandiosen Szenen, die Gläubige zum Schaudern bringen dürfte.

Die zweite Hälfte fällt dagegen ab: Aus nicht ganz ersichtlichen Gründen mischt sich Ea unter die Menschen, um unter den Mühseligen und Beladenen sechs Apostel zu rekrutieren. Das erinnert von Ferne an „Amélie“, gerät aber arg süßlich und ist auf Dauer langatmig – da helfen weder die surreal märchenhaften Bilder noch Catherine Deneuve, die, um sich von ihrem schäbigen Ehemann zu emanzipieren, mit einem Gorilla im Bett fläzt.

Zum Glück heftet sich Gott an die Fersen seiner ungehorsamen Tochter – und muss nun in Brüssels Problemvierteln seine eigenen Sauereien ausbaden. Das verschafft erheblich mehr Befriedigung, als Eas lauer Feldzug für die Nächstenliebe.

Allmächtigen-Bashing vom Feinsten. Den süßlichen Rest muss man absitzen.

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01.03.2016, 07:19 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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