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Sexueller Missbrauch durch Priester: der Oscar-Winner „Spotlight“

Wenn alle hinsehen




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12.03.2015
  • dhe

Alles ist eine Frage des richtigen Zeitpunkts. So dick wie die Patina der siebziger Jahre auf den Straßenkreuzern, so undurchdringlich war das Schweigekartell der scheinbar so liberalen Zeit. Wenn der Staatsanwalt in die Limousine des Bischofs steigt, nachdem der die Mutter eines sexuell misshandelten Kindes zum Schweigen verpflichtet hat, kommt Mafia-Atmosphäre auf. Mit dem suggestiven Streiflicht auf den ungeheuerlichen Tatzeitraum und die von Kirchenoberen gedeckten Vertuschungspraktiken setzt der Film von US-Regisseur Tom McCarthy ein.

Ein Vierteljahrhundert später kommt im Büro der Tageszeitung „Boston Globe“ das Gerücht auf, der örtliche Pater John Geoghan habe mehr als 80 Jungen missbraucht.

Der neue Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) beauftragt das Investigativ-Team „Spotlight“, sich um den Fall zu kümmern. Die drei Journalisten um Ressortleiter „Robby“ Robinson („Birdman“-Star Michael Keaton) sind gewissermaßen das neutrale Ohr für die Reaktionen der Stadt: von leichten Verstimmungen im Golf-Club bis zu dem Ex-Priester, der an seiner Haustür der jungen Reporterin Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) milde lächelnd eröffnet, niemals Gewalt angewendet zu haben.

In den berührendsten Szenen kommen die mittlerweile erwachsenen Opfer zu Wort: stark verunsichert, sich selbst herabsetzend, ein bisschen überdreht oder sichtlich verzweifelt, weil ihnen bisher nie jemand zuhören wollte. Auch die Zeitung selbst hätte den Skandal schon Jahre zuvor ans Tageslicht bringen können, als ihr zum ersten Mal eine Täter-Liste zugespielt worden war. Opferanwalt Mitchell Garabedian (Stanley Tucci) macht deshalb erstmal einen großen Bogen um die Journalisten. Die ganz unglamourös dargestellten Rechercheure, die einfach ihre Arbeit machen, sind ein kluger Kunstgriff: Er verhindert eine melodramatische Emotionalisierung (ab 0; in den Kinos Museum und Planie).

Spielplan

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12.03.2015, 01:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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