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Réalité

Réalité

Surreale Komödie über einen Möchtgern-Regisseur, der für einen geplanten Horrorfilm den perfekten Todesschrei kreieren muss.

Frankreich

Regie: Quentin Dupieux
Mit: Alain Chabat, Jonathan Lambert, Elodie Bouchez

- ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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17.10.2015
  • Ulla Steuernagel

Kameramann Jason (Alain Chabat) träumt von einem Horrorfilm. Seinem Horrorfilm. Darin sind die Fernseher böse, sie lassen die Zuschauer immer dümmer werden. Irgendwann wird sogar den Apparaten das Publikum zu dumm, und sie beschließen, es auszulöschen. Die Menschen explodieren nun einer nach dem anderen mit viel Blutgespritze. Jason trägt diese Idee zu einem Produzenten, der den Film realisieren will, wenn er denn mit einem oscarreifen Stöhnen darauf eingestimmt wird.

Fortan ist Jason auf der Suche nach den perfekten Schmerzenslauten. Die Geschichte wäre an sich schon schräg genug, aber es kommt noch schräger. Das Ganze ist wie ein Vexierbild aus verschiedenen Filmen, deren Personal vom einen zum anderen switcht. Man stolpert in den einen, erwacht abrupt im nächsten, der wiederum zeigt, wie jemand woanders schläft. Man kann gar nicht so viel träumen, wie man hier aufwacht oder aufwachen, wie man hier träumt. Der dramaturgische Kunstgriff des Aufwachens, mit dem Zuschauer gewöhnlich auf einfachste Art in die Irre geführt und Handlungsstränge gekappt werden, wird von Regisseur Quentin Dupieux virtuos eingesetzt. Sehr bald weiß der Zuschauer weder, in wessen Traum er sich gerade befindet noch wo auf der Zeitachse.

Doch der Orientierungsverlust muss hier viel weniger quälen als etwa in Lynchs „Mulholland Drive“. Denn alles wird ständig ins Absurde getrieben. Es entspinnen sich wunderbar komische Szenen, wenn der unkonzentrierte Produzent seinem Gegenüber Zigarren aufnötigt. Oder die Analytikern (Elodie Bouchez) ihrem Patienten vorwurfsvoll mitteilt, sie sei von seinen Träumen wirklich mehr Tiefe gewohnt. Ein Moderator im Tierkostüm muss sich ständig kratzen, und ein kleines Mädchen findet eine Kassette in den Innereien eines Wildschweines. Am Ende ist man von diesem Wunderland leicht erschöpft. Für das perfekte Stöhnen findet sich dann die richtige Medizin.

Absurdistan im Spiegelkabinett. Nix für Ordnungsfanatiker, mehr für Traumtänzer.

Spielplan

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17.10.2015, 12:00 Uhr | geändert: 09.11.2015, 12:00 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
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