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Gomez in Wolfsburg: Das Mega-Signal
Stürmer Mario Gomez, der Neu-Wolfsburger, hat sich für die kommende Bundesliga-Saison viel vorgenommen. Foto: dpa
Der 31-jährige Stürmer soll für Aufbruch beim Bundesligisten aus Niedersachsen sorgen

Gomez in Wolfsburg: Das Mega-Signal

Wechsel mit Wirkung: Mario Gomez soll in Wolfsburg auch unzufriedene Spieler „bei Laune halten“. Manager Allofs erhofft sich ein Zeichen nach außen.

19.08.2016
  • HELEN WEIBLE

Wolfsburg. Mario Gomez wagt den Rückschritt und schürt große Hoffnungen bei seinem neuen Klub VfL Wolfsburg. Bei der Vorstellung seines „Signal-Transfers“ grinste VfL-Sportchef Klaus Allofs verdächtig breiter als sein dringend benötigter Top-Stürmer. „Natürlich ist das ein Signal nach außen, aber nach innen ist es das viel größere Signal“, sagte Allofs wenig später.

Für den selbst ernannten Champions-League-Aspiranten, der in dieser Saison international nicht vertreten ist, ist die Verpflichtung des 31 Jahre alten Fußball-Nationalspielers vom AC Florenz wie ein Befreiungsschlag. „Ich bin seit dreieinhalb Jahren hier und das Stürmerthema hat uns immer begleitet“, sagte VfL-Coach Dieter Hecking, der sich nun wieder erstaunlich forsch zeigte, zum Saisonstart aber wegen der bei der EM erlittenen Oberschenkelverletzung noch auf seinen Torjäger verzichten muss.

„Wir wollen angreifen, wir wollen die Mannschaften, die zuletzt vor uns waren, unter Druck setzen“, sagte Hecking und präsentierte Gomez als eine Art Beleg dafür. Der Torjäger unterschrieb zwar einen Dreijahresvertrag in Wolfsburg. Dieser dürfte aber nach nur einem Jahr wohl wieder obsolet sein, sollte der VfL die Europapokalplätze erneut verpassen. „Wenn Europa nicht erreicht wird, werden wir uns zusammen setzen“, sagte Gomez selbst, fügte aber eilig hinzu: „In meinem Alter träume ich nicht mehr von einer Karriere bei einem internationalen Topclub. Ich will, dass wir mega-erfolgreich sind. Wir haben das Potenzial ganz vorne mitzuspielen“, sagte Gomez. Nach eigener Aussage ist er „mega-happy“, in Wolfsburg zu sein.

Dies galt zuletzt nicht für alle VfL-Spieler. Wochenlang wurde nur über einen drohenden Ausverkauf berichtet. Es schien, als wolle mehr als die Hälfte des Kaders unbedingt weg aus Wolfsburg. Vor allem Weltmeister Julian Draxler sorgte dabei für Aufsehen. In einem Zeitungsinterview hatte der 22-Jährige nach nur einem Jahr beim VfL seinen sofortigen Wechsel gefordert. Dies hatten Allofs und Hecking abgelehnt. Gomez nahm dies nicht etwa als abschreckendes Beispiel, sondern mit Humor. „Ich muss jetzt dafür sorgen, dass einer der besten deutschen Spieler bei Laune gehalten wird. Ich habe ihm schon eine SMS geschrieben. Auch dafür bin ich da“, witzelte Gomez.

Allofs machte keinen Hehl daraus, die Gomez-Verpflichtung auch als Signal an die Mannschaft zu verstehen. „Als Julian von dem Wechsel Marios gehört hat, da hatte er direkt ein Leuchten in den Augen“, berichtete der Wolfsburger Manager.

Dass der Torjäger, der zuletzt Besiktas Istanbul mit 26 Toren aus 33 Spielen zur türkischen Meisterschaft schoss, nun beim zuletzt kriselnden VfL gelandet ist, ist durchaus überraschend. „Ich hatte eigentlich vor, zu einer Mannschaft zu wechseln, die Champions League spielt“, gestand Gomez, der nach den politischen Unruhen in der Türkei nicht mehr dort spielen wollte. Sein alter Klub Florenz wollte ihn nicht zurück und bei Champions-League-Top-Clubs wäre Gomez nach eigener Auskunft nicht erste Wahl gewesen. „Ich wollte zurück nach Deutschland, wollte zurück in die Bundesliga. Hier waren zuletzt nur Bayern und Dortmund erfolgreicher“, meinte Gomez: „Ich glaube, dass wir eine erfolgreiche Saison spielen können.“

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19.08.2016, 06:00 Uhr
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