Corona

Eltern, Schüler, Lehrer fordern: Zurück zur Maskenpflicht ab Montag

Schüler-, Eltern und Lehrerverbände verlangen, dass an den Südwest-Schulen von Montag an wieder der Mund-Nasen-Schutz Pflicht wird. Auch unter Kindern gab es bereits einzelne Todesfälle.

05.11.2021

Von Alfred Wiedemann

Mund- und Nasenschutz  ab Montag wieder drauf im Untericht – das fordern Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter in Baden-Württemberg. Bild: Matthias Balk/dpa

Mund- und Nasenschutz  ab Montag wieder drauf im Untericht – das fordern Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter in Baden-Württemberg. Bild: Matthias Balk/dpa

Stuttgart/Ulm. Landesschülerbeirat, Elternbeirat, Philologenverband und Realschullehrerverband sind sich einig: Der Versuch, im Unterricht auf Masken zu verzichten, sei gescheitert, in Baden-Württemberg müsse von Montag an auch an den Plätzen im Klassenzimmer wieder Maskenpflicht gelten. Das fordern die Verbände gemeinsam in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben.

Der Versuch, aus pädagogisch-psychologischen Gründen auf die Masken zu verzichten, habe zunehmend mehr Corona-Ausbrüche an den Schulen verursacht, schreiben die Verbände. „Die Schulen müssen offen und zugleich sichere Orte bleiben“, deshalb müsse die Maskenpflicht im Unterricht ab nächstem Montag wieder gelten, dem ersten Schultag nach den Herbstferien.

Die Schüler-, Eltern- und Lehrervertretungen argumentieren, dass die Abschaffung der Maskenpflicht zu „massiven Ansteckungen“ geführt habe: Thüringen und Bayern, die noch vor Baden-Württemberg auf den Pflichtschutz im Unterricht verzichtet haben, seien die bundesweiten Spitzenreiter bei der Inzidenz der 5- bis 14-Jährigen. Sachsen, das bei der Maskenpflicht geblieben ist, habe zwar bundesweit die zweithöchste Inzidenz in der Gesamtbevölkerung (nach Thüringen und vor Bayern), aber in der Altersgruppe der 5- bis 14-Jährigen deutlich niedrigere Werte als bei den Erwachsenen. Das zeige, dass die Masken im Unterricht „stark helfen“, Ansteckungen zu vermeiden, so die Verbände in ihrer gemeinsamen Mitteilung.

Wie Bayern müsse auch Baden-Württemberg von Montag an die Schul-Maskenpflicht wieder einführen, fordern die Lehrer-, Schüler- und Elternvertreter. Kinder und Lehrer müssten stärker geschützt werden, sonst seien schrittweise Schulschließungen durch zunehmende Quarantänemaßnahmen zu erwarten und letztlich „eine komplette Schulschließung“. Dazu gebe es auch deshalb keine Alternative, weil die unter 12-Jährigen alle ungeimpft und die 12- bis 17-Jährigen erst zu 37 Prozent vollständig geimpft seien. Erst am Dienstag habe das Landesgesundheitsamt den zweiten Corona-Todesfall in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen gemeldet. Der erste ist noch keine drei Wochen her.

Kevin Erath vom Landesschülerbeirat kritisierte, die Landesregierung laufe „sehenden Auges in dieselbe Situation wie im letzten Dezember, aber macht erneut keinerlei Anstalten, etwas dagegen zu tun.“

Michael Mittelstaedt vom Landeselternbeirat sagte laut Mitteilung, der Unterricht ohne Abstand, ohne Masken und ohne Plexiglas-Trennscheiben in vollen Klassen sei angesichts der hohen Infektionsraten bei den Kindern und Jugendlichen „zumindest grob fahrlässig. Der Druck der Maskengegner scheint aber viel wichtiger zu sein als die Gesundheit unserer Kinder.“

„Alle wachen auf, nur die grün-schwarze Landesregierung noch nicht“, teilte der SPD-Landeschef Andreas Stoch dazu mit. Die Landesregierung riskiere den nächsten großen Schul-Lockdown.

Ministerin will schnell reagieren

Die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) betonte am Donnerstag, dass die Maskenpflicht am Platz wieder in Kraft trete, wenn die Alarmstufe im Land erreicht wird oder es zu einem Infektionsfall in der Klasse kommt. „Diese Automatismen greifen bereits“, sagte Schopper, sie seien Teil der geltenden Regelungen. „Wir haben aber natürlich bemerkt, dass nach einiger Zeit, in der die Zahl der infizierten Schülerinnen und Schüler konstant geblieben ist, die Zahl parallel zum Anstieg des Infektionsgeschehens in der Gesamtbevölkerung insgesamt angestiegen ist“, so Schopper.

Die Ministerin kündigte an, in der kommenden Woche die Infektionszahlen in den Schulen sehr genau zu beobachten. „Dass wir dann auch kurzfristig die Maskenpflicht am Platz wieder einführen, behalten wir uns ausdrücklich vor.“ Zudem gebe es natürlich auch kein Maskenverbot, betonte Schopper. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte könnten freiwillig eine medizinische Maske tragen, wenn sie das möchten, betonte Schopper.

Maskenpflicht
bei Alarmstufe

In Baden-Württemberg wurde die Maskenpflicht an den Schulen zum 18. Oktober gelockert. Am Platz im Klassenzimmer kann der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden. Schon vor den Herbstferien war klar: Wenn die Corona-Alarmstufe gilt, müssen die Masken wieder getragen werden. Seit 2. November gilt die Warnstufe, weil mehr als 250 Covid-Patienten auf Intensivstationen liegen. Die Alarmstufe folgt bei 390 oder mehr Fällen.

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Erstellt:
05.11.2021, 06:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 53sec
zuletzt aktualisiert: 05.11.2021, 06:00 Uhr

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