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Die Vermessung der Welt

Die Vermessung der Welt

Detlev Buck hat den Bestseller von Daniel Kehlmann über zwei herausragende Forscher des 19.Jahrhunderts verfilmt.

Jetzt im Kino: Detlev Buck auf den Spuren der Entdecker - "Die Vermessung der Welt"

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Jetzt im Kino: Detlev Buck auf den Spuren der Entdecker - "Die Vermessung der Welt" --

02:30 min

Deutschland

Regie: Detlev Buck
Mit: Albrecht Abraham Schuch, Florian David Fitz, Jérémy Kapone, Sunnyi Melles, Karl Markovics

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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Film bewerten

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22.10.2012
  • Dorothee Hermann

Von den ersten Einstellungen an dümpelt dieser Streifen zwischen beflissener Opulenz und gähnender Fadheit dahin. Figuren in historischen Kostümen präsentieren sich in sorgsam patinierten Kulissen, als führten sie eine museumspädagogische Charade auf. Der Herzog von Braunschweig mit den braun verfaulenden Zähnen und dem dümmlichen Grinsen ist nur eine der Knallchargen, die jeweils ihren Kernsatz sprechen, bevor die auf 3D aufgeblasene Szenerie zum nächsten Schauplatz wechselt.

Das kann der sich einem entgegenreckende Hintern der Prostituierten sein, mit der der hoffnungsvolle Mathematiker Carl Friedrich Gauß (Florian David Fitz) sich neben seinen Forschungen in der deutschen Provinz vergnügt. Auf der anderen Seite des Globus geht es noch drastischer zu. Fast nackte Indigene zeigen den Entdeckungsreisenden Alexander von Humboldt (Albrecht Abraham Schuch) und Aimé Bonpland (Jérémy Kapone) ihre prallen Brüste. Wasserfälle, Fächerpalmen und exotische Tiere garantieren das Dschungel-Feeling. Auf dem Sklavenmarkt in der Nähe starren die angeketteten Schwarzen halb apathisch, halb verzweifelt vor sich hin. Dem Zungenschlag nach ist der verantwortliche Menschenhändler Österreicher.

Detlev Bucks Verfilmung von Daniel Kehlmanns Erfolgsroman lässt kein Klischee aus. Der Regisseur scheint zu glauben, den historischen Abstand zum 18. Jahrhundert durch krude Pseudonaivität überspringen zu können. Manchmal kippt das Bild vom Orinoko- oder Amazonas-Panorama zurück in den deutschen Wald, am Kuckucksruf sofort erkennbar. Die Produktion, an der unerklärlicherweise auch Kehlmann mitgearbeitet hat, dürfte nicht einmal als Fernsehformat überzeugen.

Dumpf-derbe Geschichtsklamotte um zwei Leitfiguren der deutschen Aufklärung.

Spielplan

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22.10.2012, 12:00 Uhr | geändert: 05.12.2012, 12:00 Uhr
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09.11.2012

12:00 Uhr

Seemann schrieb:

Ich kann die Meinung des Tagblatt-Kritikers nicht teilen. Mir hat der Film sehr gut gefallen und ich wurde prächtig unterhalten.

Für eine deutsche Produktion ist dieser Film sehr einfühlsam und autenthisch. Der Humor besticht besonders, schöne Bilder gibt es in Hülle und Fülle.



30.10.2012

12:00 Uhr

Klex schrieb:

Wenngleich Dorothee Hermann (unter anderem) genau das kritisiert, was ich an dem Film noch am schönsten fand, nämlich die vielen dreidimensionalen nackigen Menschen mit ihren sehr unterschiedlichen sekundären und tertären Geschlechtsorganen, fand ich den Film leider auch recht schlecht. Die einzige Tiefe ist das 3D, alles andere ist flach. Humboldt wird auf seinen deutschen Ordnungssinn reduziert, keine einzige angefangene Geschichte wird fertig erzählt, kein Charakter wird auch nur ansatzweise ausgeleuchtet. Wenn das Buch gut ist, kann man den Film vielleicht mit einigem Gewinn als Illustration betrachten. Er hätte dem Buch als DVD beigelegt werden können, aber für zwei Stunden Kino hat er einfach zu wenig Substanz. Ein Punkt ist mir zu wenig, aber mehr als zwei kriegt er nicht.



28.10.2012

12:00 Uhr

Paula Denner schrieb:

Ungewohnt fürs deutsche Ohr und Auge. Es ist traurig, dass dieser mit viel Einfühlungsvermögen und Witz gemachte Film anscheinend so undankbar aufgenommen wird. Ich weiß nicht, welche Laus dem Kommentator des Tagblattes kurz vor seinem Kinobesuch über die Leber gelaufen ist, aber seine Kritik bringt leider diese sehr typische Verdrehtheit des deutschen Publikums in ihrer Haltung zu deutschen Produktionen zum Ausdruck, falls diese sich in Leichtigkeit üben und Charme und Unterhaltung mit tieferen Themen zu verbinden suchen. Deutsche Historienfilme(und vieles andere in der Fernsehlandschaft) zeichnen sich so oft durch ein kaltes, freudloses Draufhalten der Kamera aus, um ja den Eindruck von ungefärbter Realität und Nüchternheit nicht zu beeiträchtigen. Doch in "Die Vermessung der Welt" wird am gezeigten aktiv FilmKUNST geübt, die Kamera sucht nach Schönem, der Schnitt unterstützt den Rhythmus der Geschichte, der Soundtrack charakterisiert mit. Dem Tagblattkritiker geraten die Szenen so zum Klischee, da auf charmante aber subtile Art und Weise Suggestion stattfindet, was der deutschen Sensibilität für Authentiizitätsverletzungen anscheinend
zuwider läuft. Natürlich spielt der Film mit stark Subjektivem, da jedoch jede einzelne Person in der Geschichte der Menschheit die Welt und sein Leben bisher subjektiv erlebt hat, tut das der Glaubwürdigkeit der Charakteres überhaupt keinen Abbruch.

Die Engländer würden diesen Film lieben. Die Deutschen prallen anscheinend zurück: Es ist Historie, aber kein Problemfilm?!?

Ach ja, dieser Film enthält außerdem in Form der Hochzeitsnacht des Karl Gauss die beste Darstellung einer weder verklärten, noch leidenschaftlich übersteigerten, noch brutal expliziten sondern einfach glaubwürdigen und berührenden Sexszene.



 
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