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El Clan - Verbrechen ist Familiensache

El Clan - Verbrechen ist Familiensache

Geschichte eines argentinischen Familienclans, der hinter seiner spießigen Fassade blutige Geschäfte betreibt.

El clan

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Argentinien 2015

Regie: Pablo Trapero
Mit: Guillermo Francella, Peter Lanzani, Lili Popovich

108 Min. - ab 16 Jahren

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20.02.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Jeden Morgen fegt Arquímedes Puccio in kurzen Hosen den Gehweg vor seinem Haus. Abends bei Tisch hilft er im Strickjäckchen seiner Tochter bei den Hausaufgaben. Doch der Eindruck eines grundanständigen Familienvaters täuscht. Puccio war einer der brutalsten Verbrecher der jüngeren argentinischen Geschichte. Zusammen mit seinen Söhnen und einigen Gehilfen hat er in den frühen achtziger Jahren reiche Landsleute (beziehungsweise deren Kinder) entführt, im Keller seines Hauses gefangen gehalten und sie nach erfolgter Lösegeldzahlung umgebracht.

Der argentinische Regisseur Pablo Trapero („Löwenkäfig“) hat die wahre Begebenheit verfilmt, mit deutlichen Querbezügen zu den gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen sie sich zugetragen hat. Als Spitzel des Geheimdiensts der Militärdiktatur war Puccio mitverantwortlich für Folter und Mord an Oppositionellen - und kennt jetzt offenbar keine moralischen Skrupel, dieses Geschäft auch auf private Rechnung zu betreiben. Zudem schützen ihn seine Kontakte vor polizeilicher Ermittlungsarbeit.

Der Film beginnt mit der Nachricht von Argentiniens Niederlage im Falklandkrieg, die der Militärjunta den Todesstoß versetzt - und zugleich Anfang und Ende von Puccios Gangster-Karriere markiert. In blitzlichthaften Vorausblenden sieht man, wie sein Haus von einer Polizeieinheit gestürmt wird. Doch im Chaos des politischen Umbruchs funktioniert seine kriminelle Masche zunächst blendend. Als Schwachstelle entpuppt sich sein Sohn Alex, der bei den Entführungen oft als Lockvogel fungiert. Anders als der Vater merkt der junge Mann instinktiv, dass das mörderische Geschäftsmodell keine Zukunft hat - was ihn, wenn auch zunächst sehr zaghaft, dem Patriarchen entfremdet.

Die inhaltlich horrible und stilistisch verwegene Mischung aus eiskaltem Thriller, Familiendrama und Gesellschaftsstudie hat in Argentinien Kassenrekorde gebrochen und Trapero den Preis für die beste Regie beim Festival in Venedig eingebracht.

Verstörende Geschichte eines mörderischen Familienclans mit Biedermann-Fassade.

Spielplan

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20.02.2016, 18:57 Uhr
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Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
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