Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Café Belgica

Café Belgica

Zwei ungleiche Brüder machen mit exzessiven Folgen aus einer heruntergekommenen Bar eine coole Disco.

Café Belgica

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Belgica
Belgien 2015

Regie: Felix van Groeningen
Mit: Stef Aerts, Tom Vermeir, Hélène De Vos

127 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.02.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Die Kloschüsseln laufen über und zu später Stunde fliegen die Fäuste. So präsentiert sich eingangs das titelgebende Etablissement im Herzen der belgischen Provinzstadt Gent. Und so wäre es wohl auch geblieben, wenn dem jungen Kneipenwirt Jo nicht nach langer Funkstille sein älterer Bruder über den Weg gelaufen wäre.

Dieser Frank möchte unbedingt nochmal Rock’n’Roll in sein Leben als Gebrauchtwagenhändler bringen. So überredet er Jo, die Saufspelunke zur ambitionierten Szenekneipe mit DJs und Livemusik aufzumöbeln. Dank Franks organisatorischem Talent und Jos Street Credibility geht der Plan auf, und schon am Eröffnungstag quillt der liebevoll renovierte Schuppen vor begeisterter Kundschaft über.

Der erste Teil des Films von Felix van Groeningen („Die Beschissenheit der Dinge“, „The Broken Circle“) schildert ansteckend die Euphorie, die das anfangs mehr gemeinnützig als kommerziell ausgerichtete Projekt bei allen Beteiligten – Betreibern, Belegschaft und Partygängern – auslöst. Obwohl die Geschichte zugunsten ziellosen Mäanderns durchs Clubleben mitunter fast zum Stillstand kommt, wird es nie langweilig. Dafür sorgt schon der furios vielfältige Soundtrack, der an sich Unvereinbares wie Brass Rock, House und Experimental-Jazz in Einklang bringt – wobei sämtliche Live-Acts von der belgischen Band Soulwax gespielt werden.

Danach ändert der Film rabiat die Richtung. Drogen, Gier und Sexeskapaden bringen, in unterschiedlichem Ausmaß, die üblen Charakterseiten von Jo und Frank zum Vorschein. Echte und vermeintliche Sachzwänge sorgen dafür, dass die Ideale der Aufbruchszeit nach und nach über Bord gehen. Auch das Zerwürfnis zwischen den Brüdern lässt nicht lange auf sich warten. Im Fall von Frank nimmt der Kater nach dem Rausch sogar das Kaliber eines Höllentrips an – das ist dann vielleicht ein bisschen dick aufgetragen in dieser ansonsten sehr authentischen und unaufgeregt erzählten Geschichte vom Aufstieg und Niedergang eines Clubs.

Vom sympathischen Träumer zum gewöhnlichen Arschloch – so läuft das halt in der Szene.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.02.2016, 13:44 Uhr
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Zuschauer-Stimmen
Ein herausragender Film, zu Recht wird er als ein "deutscher Kaurismäki" bezeichnet. Als "Liebesfilm" würde ich ihn allerdings in keinster Weise bezeichnen, diese Szenen sind nur ein kleiner Teil. In erster Linie wird ohne viele Worte die aussichtslose Lage der prekär beschäftigen Menschen gezeigt, die beispielsweise trotz Verbots weggeworfene Lebensmittel direkt am Container im wahresten Sinne des Wortes "verschlingen". Sie versuchen, sich ihre Würde und auch ihren Humor zu bewahren. Interessant ist es, die Kurzgeschichte von Clemens Meyer zu lesen, sie umfasst nur 25 Seiten. Die Umsetzung im Film ist hervorragend gelungen, einige wenige Szenen wurden verändert bzw. hinzugefügt.
Elli Emann über In den Gängen
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular