Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Schonungslos und mitreißend
Voller Hoffnung: der Regisseur Fatih Akin. Foto: dpa
Fatih Akin for Oscar

Schonungslos und mitreißend

Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“ ist deutscher Kandidat für den Auslands-Oscar.

25.08.2017
  • ALEKSANDRA BAKMAZ, DPA

München. „Freude, Erleichterung, Stolz, Nervosität“: Der Regisseur und Drehbuchautor Fatih Akin kann sein Glück kaum fassen. Mit dem NSU-Drama „Aus dem Nichts“ geht er für Deutschland ins Rennen um den Auslands-Oscar. Eine neunköpfige Fachjury hat sich unter elf Filmen für das Werk des Hamburger Regisseurs entschieden. Die mitreißende Erzählkraft habe überzeugt, heißt es zur Begründung.

Der Film, der beim Filmfest in Cannes Weltpremiere hatte und am 23. November in die deutschen Kinos kommen soll, erzählt die Geschichte von Katja, gespielt von Hollywoodstar Diane Kruger. Verheiratet mit dem Kurden Nuri lebt sie mit ihm und dem kleinen Sohn in Hamburg. Doch dann, „Aus dem Nichts“ zerbricht Katjas Welt. Ihr Mann und ihr Sohn sterben bei einem Bombenanschlag.

Schon bald kristallisieren sich Parallelen zu den Morden des rechtsextremen NSU heraus – ein junges Neonazi-Paar wird verdächtigt. Katja will Gerechtigkeit, und zwar um jeden Preis.

Der Film sei Drama, Thriller und Gerichtsfilm zugleich, schonungslos und mitreißend, sagt das Jurymitglied Rainer Matsuni vom Bundesverband Regie. Akin selbst beschreibt ihn so: „Der Film kommt wie ein Faustschlag in die Fresse, man kann ihn lieben oder hassen. Aber er lässt dich nicht kalt.“ Die Academy könnte vielleicht genau wegen der hemmungslosen Erzählweise etwas damit anfangen.

Mit der Ernennung zum deutschen Kandidaten hat es der Film noch nicht zu den Oscars geschafft. Erst muss er sich noch gegen die Konkurrenz aus aller Welt durchsetzen. Nur fünf Filme bekommen am 23. Januar 2018 die begehrte Nominierung für den Auslands-Oscar.

Fatih Akin war schon 2008 deutscher Oscar-Kandidat. „Auf der anderen Seite“ schaffte es aber nicht in die Endauswahl. Diesmal könnte die überragende und in Hollywood geschätzte Diane Kruger helfen. Für ihre Rolle ist sie in Cannes als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden. Aleksandra Bakmaz, dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

25.08.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Die Kommentarfunktionalität wurde für diesen Artikel deaktiviert.
 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Filme aus der arabischen Welt Tausende Besucher bei Tübingen Filmfestival
Nachruf · Klaus-Peter Eichele Ein Weltbeobachter und Romantiker
Arabisches Filmfestival Eine Kindheit im Iran
Über Punk-Rock aus Reutlingen 30 Jahre Sumpfpäpste in einem Dokumentarfilm
Arabisches Filmfestival mit weiblicher Handschrift Auftakt mit einer Reise durch den Irak
Film Commission auf Tour So filmreif ist die Region
Zuletzt kommentiert
… „ES“ ist ein Kinderfilm für Erwachsene, denn die Helden sind allesamt angehende Teens. Es sind Pubertierende mit all ihren Nöten aus körperlichen Defiziten, großkotzigen Bullies, die die Stadt zu „ihrer“ Stadt erklären, übergriffigen Eltern und vor allem mit einem uralten Schrecken, der der Stadt schon bei der Gründung eingeschrieben wurde: Pennywise. Das alles kommt so fein austariert und bis ins letzte Detail stimmig umgesetzt daher, dass die Kinder dem empfindsamen Zuschauer recht bald ans Herz wachsen, Kinder einer Zeit und Kultur, in der der Horror für Stephen King noch aus dem Kleinstädtischen erwuchs. „ES“ spart nicht an einigen krassen Effekten, ist aber in seinen besten Momenten (und die sind beileibe nicht rar) dort am stärksten, wo es um das scheinbar Nebensächliche und Beiläufige geht: Wenn der Vater von Beverly seiner Tochter etwas zu lange über das Haar streicht, wenn der dicke Ben in der Bibliothek recherchiert und im Hintergrund die Bibliothekarin nicht weicht, wenn Stanley in der Synagoge ein Bild betrachtet und es irgendwann zurückschaut ….. das sind nur ein paar der vielen Szenen, bei denen es / „ES“ dich beklemmend schaudern macht. Chapeau.
Peter Dorn über Es
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
Jean Rochefort ist gestorben Mit Schalk, Charme und Schnauzbart
Stephen Kings „Es“-Verfilmung Es ist zum Fürchten
Harry Dean Stanton mit 91 Jahren gestorben Ein Gesicht, das alles erzählt
Interview mit Marie Bäumer „Ich habe ein Bett im Garten“

Fußballduell der Woche

191 abgegebene Stimmen
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular