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Mit 14 Jahren hatte er den SV 03 verlassen, nun kehrt Robert Zinn zu den Walter Tigers zurück
Robert Zinn spielte mit dem Mitteldeutschen BC zwei Mal in der Paul-Horn-Arena – einmal kam er zum Einsatz, der MBC verlor. Archivbild: Ulmer
Tübinger Tiger: „Die Chance muss ich nutzen!“

Mit 14 Jahren hatte er den SV 03 verlassen, nun kehrt Robert Zinn zu den Walter Tigers zurück

Über den Sommer arbeitet der 22-jährige Spielmacher Robert Zinn mit dem Nowitzki-Mentor zusammen.

20.06.2017
  • Moritz Hagemann

Robert Zinn erinnert sich noch genau an seine Anfänge: Mit Martin Schall, dem Tübinger Aufstiegsheld 1992, seinem Trainer bei der U14 des SV 03 Tübingen. Oder mit Sven Waigel, dem alten Klassenlehrer an der Tübinger Geschwister-Scholl-Schule und heutigen Trainer des Oberligisten TV Derendingen. „Mit ihm habe ich ab und zu vor der Schule trainiert“, erzählt der 1,96 Meter große Zinn.

Dass der 22-Jährige in den kommenden beiden Jahren wieder in seiner Heimatstadt Basketball spielt, ist ein Mix aus Schicksal und Können zugleich. Mauricio Marin bat in der Vorwoche um eine Vertragsauflösung. Zinn hält sich schon einige Wochen bei den Tigers fit – und wurde plötzlich zu einer echten Alternative. „Wenn ich diese Chance habe, muss ich sie nutzen!“, sagt er. Am vergangenen Freitag habe er dann die Entscheidung getroffen. Zinn kann wieder bei seinen Eltern wohnen, er ist bei Freunden, „das war auch ein wichtiges Argument.“

Nachdem er Tübingen mit 14 Jahren verlassen hatte, ging er ans Ludwigsburger Basketball-Internat. Für die Riesen gab er in der Saison 2012/13 als 17-Jähriger sein Bundesliga-Debüt beim Sieg in Gießen, schaffte es ins Junioren-Nationalteam. Zinn ging zu Brose Bamberg, dem Deutschen Meister, spielte dort allerdings nur im Farmteam bei Baunach in der zweiten Liga. Von dort aus führte sein Weg im Sommer 2014 zum Mitteldeutschen BC – und damit zurück in die Bundesliga, wobei er auch in der Pro B beim Kooperationspartner Sandersdorf eingesetzt wurde. Zwei Jahre blieb er beim MBC, stieg mit dem Klub ab, kam aber im zweiten Jahr knapp zehn Minuten pro Spiel zum Einsatz. 36 Bundesliga-Einsätze stehen zu Buche. Beim MBC bat Zinn um eine Vertragsauflösung, er hatte noch ein Jahr Vertrag.

Zinn wollte jedoch mehr Spielzeit und ging zum Zweitligisten Nürnberg an die Seite von Ex-Tigers-Kapitän Josh Young. Der 22-Jährige erzielte 4,0 Punkte und lieferte 2,6 Vorlagen im Schnitt. Aus der Pro A habe er nun auch wieder viele Angebote gehabt, „aber Tübingen bietet mir die Chance, Minuten auf BBL-Niveau zu sehen“, sagt er. „Und ich traue mir zu, dass ich der Mannschaft helfen kann.“

Dabei hätte Zinn in der Schweiz gutes Geld verdienen können. Über seinen Vater besitzt er auch einen Schweizer Pass, dort müssen immer zwei einheimische Spieler auf dem Feld stehen. „Das war attraktiv und hätte sich finanziell gelohnt“, sagt Zinn. „Aber in der Schweiz fällt man auch vom Radar der deutschen Erstligisten.“

Zinn betont die positiven Gespräche mit Tigers-Coach Tyron McCoy: „Er hat mir gesagt, dass ich mich reinkämpfen muss.“ Der Spielmacher wird sich hinter Jared Jordan anstellen und den etatmäßigen Regisseur entlasten müssen. Vom Spielstil her sind sich beide ähnlich. Auch Zinn ist ein Pass-First-Pointguard, der eher den Mitspieler sucht anstatt selbst abzuschließen. Der 22-Jährige sagt auch, dass man ihn nicht an den bisherigen Bundesliga-Spielen messen dürfe: „Ich bin körperlich jetzt auf einem anderen Level, arbeite viel an meiner Athletik und will auch meinen Wurf weiter verbessern.“ Mittlerweile wiege er 90 Kilo – vor vier Jahren waren es noch 80. Woran er arbeiten muss, zeigt auch die Statistik: In Nürnberg hatte er in der Vorsaison eine bessere Trefferquote bei Drei-Punkten-Würfen (37,0 Prozent) als aus dem Zwei-Punkte-Bereich (34,5).

Gestern Mittag erholte sich der Neu-Tiger im Bamberger Freibad. Dort hängt er gerade mit den Bundesliga-Profis Johannes Thiemann (Ludwigsburg) und Johannes Richter (Gotha) ab – einstige Mitspieler aus Baunacher Zeiten. Zinn trainiert dort abends immer wieder mit Holger Geschwindner zusammen, dem 71-jährigen Mentor von Dirk Nowitzki. „Von ihm kann man so viel lernen“, sagt Zinn.

Bei den Tigers erwartet ihn eine spezielle Rolle. Mit dem Rottenburger Julian Albus ging 2016 das einzige Eigengewächs mit regelmäßiger Spielzeit. Der letzte echte Tübinger im Kader war? Genau: Jüfan Geiger, 23 BBL-Spiele, das letzte im Mai 2010. Auftritte Geigers waren stets begleitet von langgezogenen „Jü, Jü, Jü“-Rufen in der Arena. Seiner Sonderrolle für die Zuschauer scheint sich Zinn bewusst, schließlich sagt er: „Natürlich hoffe ich, dass sich die Zuschauer durch mich auch mit dem Team mehr identifizieren können.“

Oldenburg holt Isaiah Philmore

Das TAGBLATT hatte den Wechsel schon Mitte Mai fix gemeldet, gestern bestätigten es auch die EWE Baskets Oldenburg: Isaiah Philmore geht von den Tübinger Tigers zum Vizemeister, bei dem der 27-Jährige einen Einjahresvertrag unterschrieb. Die Oldenburger wollten Philmore schon vor der abgelaufenen Saison haben, da hatte der Deutsch-Amerikaner aber schon bei den Tigers zugesagt. Philmore erzielte in Tübingen pro Partie 9,9 Punkte, die Tigers verpflichteten in Sid-Marlon Theis bereits einen Nachfolger auf der Power Forward-Position. Derweil halten sich Gerüchte, dass der Ex-Tübinger Nicolai Simon (30) von Braunschweig zu Alba Berlin zurückkehrt.

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20.06.2017, 00:01 Uhr
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