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HGV fürchtet Engpass durch Sanierung beim Nonnenhaus und fordert Parkplatz-Aufstockung
Tausalze haben die Decken und Stahlträger beim Tübinger Parkhaus Altstadt-Mitte am Stadtgraben beschädigt. Jetzt muss es aufwändig saniert werden. Archivbild: Metz
Parkhaus Mitte wird für 20 Monate geschlossen

HGV fürchtet Engpass durch Sanierung beim Nonnenhaus und fordert Parkplatz-Aufstockung

Die Sanierung des Parkhauses Mitte im Gebäude beim Nonnenhaus dauert länger als zunächst gedacht. Der Tübinger HGV fordert auch deshalb eine Aufstockung des Parkhauses Altstadt-König.

03.11.2017
  • Gernot Stegert

Die Erneuerung des Parkhauses Altstadt-Mitte am Stadtgraben in Tübingen dauert länger als vermutet. Nach aktuellem Planungsstand wird das Parkhaus ab Mitte Januar 2018 aufgrund der dringend notwendigen Sanierung voraussichtlich für 20 Monate voll gesperrt, teilten die Stadtwerke Tübingen als Betreiber auf TAGBLATT-Nachfrage mit. Der Starttermin hänge davon ab, ob sich Baufirmen im Rahmen der Ausschreibung für die Ausführung finden. Das Verfahren laufe noch. Im Parkhaus mit 325 Stellplätzen haben vor allem Salze im Winter die Zwischendecken erheblich beschädigt (wir berichteten).

Der Tübinger Handel- und Gewerbeverein (HGV) fürchtet einen Engpass bei Parkplätzen und fordert eine Aufstockung des Parkhauses Altstadt-König (bisher 440 Stellplätze). Nach dem Wegzug der Augenklinik auf den Schnarrenberg habe sich die Situation etwas entspannt, der Parkdruck in der Innenstadt sei aber immer noch hoch.

Zwar würden alle Beteiligten daran arbeiten, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und eine ausreichende Zahl an innenstadtnahen Parkplätzen anbieten zu können, „spannend wird die Zeit aber auf jeden Fall“, meint HGV-Vorstandsvorsitzender Jörg Romanowski. Für sehr frequenzstarke Tage, etwa während des Umbrisch-Provenzalischen Markts, der Chocolart, des Weihnachtsmarkts oder des City-Triathlons, werde es einen kostenlosen Shuttlebus vom Festplatz, der als Ausweichparkplatz genutzt wird, in die Innenstadt geben. Engpässe bei den Parkplätzen in der Innenstadt seien aber in den kommenden Jahren nicht auszuschließen.

„Es kann künftig immer mal wieder Baumaßnahmen an und in Parkhäusern geben, die eine temporäre Teil- oder sogar Vollsperrung notwendig machen. Deshalb brauchen wir dringend diesen Puffer in der Innenstadt“, so Romanowski. Zwar werde sich die Mobilität verändern, den Individualverkehr mit PKW werde es aber immer geben, und der brauche attraktiven, innenstadtnahen Parkraum. Besonders der Einzelhandel und die Gastronomie seien darauf angewiesen.

Für die Dauerstellplätze im Parkhaus Altstadt-König gebe es eine lange Warteliste, die Zahl der Anwohnerparkplätze in der Parkzone 1 der Innenstadt sei sehr knapp bemessen. „Mit einer intelligenten Parkraumbewirtschaftung bringt die Aufstockung des Parkhauses, durch die rund 70 Parkplätze geschaffen werden können, Bewohnern, Pendlern, Besuchern und Kunden nur Vorteile. Und das Parkhaus wäre das ganze Jahr über gut ausgelastet“, so Romanowski.

Die Stadtwerke erklären, dass die Pläne einer Aufstockung des Parkhauses Altstadt-König wegen „erheblicher gestalterischer und bautechnischer Probleme“ und damit einhergehender Unwirtschaftlichkeit verworfen worden seien. Autos wären auf dem oberen Parkdeck von einigen Punkten in der Stadt – etwa vom Schloss – zu sehen gewesen. Aufstockungsvarianten mit Bedachung würden „unverhältnismäßig hohe Kosten“ von bis zu 1,5 Millionen Euro für 66 Stellplätze verursachen. Generell liege die Auslastung der Parkhäuser im Werktags-Schnitt bei 70 Prozent. Der Parkdruck im Parkhaus Altstadt-König für Kurzzeitparker ist laut SWT „entspannt“.

Der HGV drängt darauf, die Erweiterung des Parkhauses nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Kostendeckung zu diskutieren. „Bäder und Kultureinrichtungen, aber beispielsweise auch attraktive Fahrradabstellplätze lassen sich auch nicht kostendeckend bewirtschaften“, so der HGV in seiner Stellungnahme.

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03.11.2017, 01:00 Uhr
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