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Agnes Graf kümmert sich um zwei junge Rehe · Schülerinnen der Waldorfschule unterstützten sie
Die Tübinger Waldorf-Schülerinnen Clara Schneider, Anna Riedhammer und Lisa Hensler (von links) haben den beiden Rehkitzen von Agnes Graf regelmäßig frische Ziegenmilch vorbeigebracht. Auf dem Foto ist zu sehen, wie sie Schützling Paule mit Weintrauben füttern. Bild: Sommer
Wildtier-Rettung · Paula heißt nun Paule

Agnes Graf kümmert sich um zwei junge Rehe · Schülerinnen der Waldorfschule unterstützten sie

Seit Anfang Juni kümmert sich die Tübinger Tierschützerin Agnes Graf um zwei junge Rehe. Die Kitze waren mutterlos unweit der B28 gefunden worden – vermutlich wären sie zugrunde gegangen, wenn Spaziergänger nicht den Jäger informiert hätten, der die verletzlichen Tiere dann zu Graf brachte.

04.11.2017
  • Philipp Koebnik

Inzwischen sind die Geschwister einige Zentimeter gewachsen, auch wenn sie immer noch recht zierlich wirken. Und scheu sind sie, obwohl sie doch mittlerweile an Menschen gewöhnt sein müssten. Nähern sollte man sich ihnen jedenfalls nur langsam und ganz behutsam. Denn nur eine unvorsichtige Bewegung – und schon hüpfen sie davon.

In den vergangenen Monaten haben Schülerinnen der Waldorfschule regelmäßig frische Ziegenmilch vorbeigebracht – diese tranken die Jungtiere besonders gerne (siehe Infobox). „Ich habe wer-weiß-wo-überall angerufen, wo es Ziegen gibt, aber die hatten alle keine Ziegenmilch“, sagt Graf. „Toll von den Schülerinnen, dass sie da Initiative gezeigt haben.“

Seit Anfang Oktober bekommen sie allerdings keine Milch mehr, denn dafür sind sie inzwischen zu alt. Stattdessen stehen allerlei Obst, Gemüse, Grünzeug und andere Lebensmittel auf dem Speiseplan: Äpfel, Bananen, Karotten, Haferflocken, Brennnesseln, gekochte Nudeln und Kartoffeln, Walnüsse sowie ein spezielles Rotwildfutter, das Graf sich aus dem Allgäu liefern lässt.

Zwar sind die Rehe etwas ängstlich, doch füttern lassen sie sich gerne – frische Weintrauben und saftiger Löwenzahn sind wohl einfach zu verführerisch. Allerdings wissen die Mädchen auch, wie sie mit den Tieren umgehen müssen, sind sie doch in der Ziegen-AG ihrer Schule. „Sie gehen mit den Tieren spazieren, lernen sie zu melken und auszumisten“, erklärt Gartenbau-Lehrer und Ziegen-Betreuer Jörg Moosmann.

Auch wenn sie nun größer sind, findet sie die Rehe immer noch „voll süß“, sagt die zwölfjährige Clara Schneider. Sie wohnt in der Nähe von Graf und kommt daher recht häufig vorbei. Die 13-jährige Anna Riedhammer fand es anfangs komisch, Rehe so zu halten. „Aber jetzt ist es ganz normal“, sagt sie.

Auch bei Rehen ändert sich im Verlauf des Älterwerdens die Anatomie. So ist ihr Fell kürzer und nicht mehr so flauschig wie vor einigen Wochen. Mehr noch: Eines Tages stellte Graf überrascht fest, dass „Paula auch ein Paul“ ist. Denn beiden Jungtieren wuchsen im August kleine Hörner. Das Geschwisterpaar heißt deshalb nun offiziell nicht mehr Paul und Paula, sondern Paul und Paule.

Die beiden halten sich nun meistens in einem rund zehn mal zehn Meter großen Gehege auf, das die Grafs vor ein paar Jahren auf ihrem Grundstück errichtet haben. Darin leben drei Ziegen, die zurzeit allerdings keine Milch geben. Die meiste Zeit kommen die Tiere gut miteinander aus. Nur die älteste Ziege – sie heißt Rita – sei manchmal etwas ruppig zu den jungen Rehen. Sie lässt sie nämlich nachts nicht in die kleine Hütte, in der die Ziegen schlafen. Graf will deshalb bald einen wasserdichten Schirm besorgen oder ihren beiden Schützlingen einen Unterschlupf aus Zweigen bauen.

Wohl im Frühjahr sollen die Rehe in ein Wildtiergehege kommen, sagt Graf. Ob ihr das schwer falle, nach einem Jahr intensiver Pflege? „Natürlich habe ich sie ins Herz geschlossen. Aber so etwas macht man ja nicht, um die Tiere dauerhaft zu behalten.“ Sie versuche mithin, einen gewissen Abstand zu halten. „Sonst zerreißt es einen ja, wenn man irgendwann loslassen muss“, so die Tierschützerin.

Unerwartete Hilfe nach einem Artikel im TAGBLATT

Frische Ziegenmilch mochten die Kitze besonders gern, doch diese ist teuer und vor allem schwer erhältlich, hatte Agnes Graf dem TAGBLATT im Juni berichtet. Nach unserem Artikel meldeten sich Schülerinnen der Tübinger Waldorfschule bei Graf und boten an, ihr frische Milch von den Milchziegen ihrer Schule zu bringen. Die Tierschützerin nahm das Angebot gerne an. Und so bekamen die jungen Wildtiere regelmäßig Besuch von den Mädchen, die sich ihrerseits freuten, neben Ziegen auch Rehe füttern und streicheln zu können.

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04.11.2017, 01:00 Uhr
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