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Mit Komödien gegen den Rest der Welt
Kino unterm Sternenhimmel gibt es noch bis morgen im Spitalhof. Die Bilanz vor dem finalen Wochenende fällt sehr zufriedenstellend aus. Vor allem die Komödien (im Bild „Mein Blind Date mit dem Leben“) haben es dem Publikum angetan und sorgen beim 18. Open-Air-Kino für gut gefüllte Reihen – siehe „Mit Engelszungen“.Bild: Franke
Uschi Kurz über das Open-Air-Kino im Spitalhof

Mit Komödien gegen den Rest der Welt

Wenn morgen Abend im Spitalhof das 18. Open-Air-Kino endet, können die Veranstalter wieder auf eine gelungene Freiluftsaison zurückblicken.

26.08.2017
  • Uschi Kurz

Der Beginn am Dienstag vergangener Woche mit dem Wunschfilm „Ein Dorf sieht schwarz“ war schon am Tag zuvor ausverkauft. Die 550 Karten gingen weg wie warme Semmeln. Ein Glück, denn kurz vor Beginn zogen schwarze Wolken auf, und der Himmel über Reutlingen öffnete seine Schleusen. Trotzdem füllte sich der Spitalhof bis zum letzten Platz. Schließlich waren die Karten bezahlt! Und als es endlich losging, hatte der Wettergott ein Einsehen, und die Zuschauer erlebten einen (fast) trockenen Filmabend.

Auch an den folgenden Abenden hat es öfters geregnet, aber immer wieder rechtzeitig aufgehört. Mitte der Woche zog Klaus Kupke vom Städtischen Sport- und Kulturamt – kurz bevor er in Urlaub ging – eine positive Zwischenbilanz: „Ich bin sehr zufrieden.“ Selbst den Filmklassiker mit James Dean „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ schauten sich über 200 Besucher an. Lediglich das Drama „A united Kingdom“ blieb mit 100 Besuchern etwas hinter den Erwartungen zurück. Ob es am regnerischen Wetter lag – oder am ernsten Thema? Wahrscheinlich beides.

Vor allem die Komödien, so der Eindruck Kupkes, der seit 18 Jahren das Programm für die Freilichtspiele mitgestaltet, kämen beim Publikum gut an. Nicht nur, weil das heitere Genre trefflich zu einem lauen Sommerabend passt. Sondern weil die Menschen angesichts der permanenten Terror- und Katastrophenmeldungen einfach auch gerne einmal abschalten möchten. Da tue es einfach gut, einen Abend befreit aufzulachen. Auch wenn einem bisweilen das Lachen etwas im Halse stecken bleibt wie bei der schwarzen Komödie „Der Hund begraben“, die am Sonntag über die Leinwand flimmerte.

Im Anschluss berichtete der Münchner Regisseurs Sebastian Stern, der auch das Buch zum Film geschrieben hat, über seine Arbeit. Auf den Hund als Filmplot sei er gekommen, weil er aus einer Familie stammt, in der ein Vierbeiner ebenfalls eine sehr dominante Rolle einnahm. Stern liebt es, das Absurde im „normalen Leben“ aufzuspüren, dann, meint er, ergeben sich die komischen Momente fast von selbst. Vor allem dann, wenn der Hund nicht nur sprichwörtlich begraben ist.

Einen gut gefüllten Spitalhof gab es beim Roadmovie „Tschick“. Regisseur Fatih Akin ist eine kongeniale Verfilmung des Bestsellers von Wolfgang Herrndorf gelungen. Die beiden Aussteiger sind so trefflich besetzt, dass es sicher auch dem Autor gefallen hätte. Leider konnte er den Film nicht mehr sehen: Herrndorf nahm sich, unheilbar an einem Hirntumor erkrankt, im Sommer 2013 das Leben.

Gleich fünf Filme, die in diesem Sommer unterm Sternenhimmel gezeigt wurden, haben eine reale Begebenheit als Hintergrund: „Ein Dorf sieht schwarz“, „A united Kingdom“, „Mein Blind Date mit dem Leben“, „Hidden Figures – unbekannte Heldinnen“ und „Lion, der lange Weg nach Hause“, der gestern zu sehen war. Womit bewiesen wäre, dass das Leben halt doch die schönsten Geschichten schreibt.

Andreas Vogt, Kamino-Geschäftsführer, der an den letzten Abenden den Part des urlaubenden Kupkes übernimmt und in die Filme einführt, spricht von einem guten Jahr fürs Sommerkino – deutlich besser als 2016. „Wir waren zweimal ausverkauft und einmal fast.“ Das Reutlinger Profil beim Open Air habe sich erneut bewährt: Filmkunst statt Blockbuster.

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26.08.2017, 01:00 Uhr

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