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Das große Schöpfen

Keine Verletzten durch Unwetter im Kreis Tübingen: Viele Stocherkähne abgesoffen

Menschen kamen bei den Unwettern vom Sonntag in Tübingen und der Region nicht zu Schaden. Im Steinlachtal musste die Feuerwehr Keller auspumpen. Bäume fielen um. In Tübingen hatte am Montag vor allem die Stocherkahnszene mit den Auswirkungen des Hochwassers zu kämpfen.

30.05.2016
  • Hans-Jörg Schweizer & Marike Schneck

Kreis Tübingen.„Wir sind hier in der Region noch glimpflich davongekommen“, bilanzierte Christian Wörner, Sprecher der Polizeidirektion Reutlingen die Unwetter vom Sonntag. Anders als im Norden und Osten des Landes seien im Landkreis Tübingen seines Wissens keine Menschen verletzt worden.

Der Dauerregen vom Wochenende sorgte aber vor allem im Steinlachtal für Probleme, meist mit vollgelaufenen Kellern. Wie ein Sprecher der Tübinger Feuerwehrleitstelle berichtet, rückten die Einsatzkräfte in der Nacht zum Montag nach Bodelshausen, Dußlingen, Nehren und Gomaringen aus, um dort Keller leer zu pumpen. Bei Öschingen musste die Polizei kurzzeitig eine Straße sperren, weil die Fahrbahn völlig überflutet war. In Tübingen stürzte ein Baum auf die Brunnenstraße. Vielerorts im Kreis waren auch Unterführungen und andere tief gelegene Wege zeitweise unpassierbar, weil die Kanalisation mit dem Abfluss der Wassermassen völlig überfordert war.

Wie aus der Tübinger Stocherkahnszene berichtet wird, soffen an den fünf offiziellen Anlegestellen zwischen Hölderlinturm und Hermann-Kurz-Straße wieder mehr als 20 Kähne im Neckar ab. Stocherkahn-Profi Matthias Leyk erklärt, dies werde dadurch begünstigt, dass die hölzernen Scheuerbalken am Ufer nicht tief genug reichten. Sobald bei Hochwasser das Wehr geöffnet wird, sinke der Wasserspiegel binnen Minuten um zig Zentimeter. Die Strömung drücke die Kähne dann mit der kompletten Bordwand unter den Balken, und sobald der Pegel wieder steigt, kippen die Boote und laufen voll.

In gefährliche Schräglage geraten die Kähne auch, wenn sie mit zu kurzen Leinen am Anleger befestigt sind, erklärt Stocherer Jörg Bitzer. Dann können sie sich nicht mehr frei mit dem Wasserspiegel auf und ab bewegen, sondern kippen und laufen ebenfalls voll. Bitzer und viele seiner Kollegen hatten Wetter und Neckar schon am Sonntagabend genau beobachtet. Er war am Montag bereits um 8 Uhr an der Anlegestelle beim Casino: „250 Liter Wasser habe ich geschöpft und so meinen Stocherkahn vor dem Absaufen gerettet.“

„Die Bergung heute“, sagt Helmut Reichelt vom Stocherkahnverein Tübingen, „war wie Mikado-Spielen.“ Viele Kähne hatten sich ineinander verkeilt. Schlamm hatte sich in die Ritzen zwischen den Holzplanken gesetzt. Sogar einige Fische mussten aus den vollgelaufenen Kähnen vorsichtig in den Neckar zurück gesetzt werden. War ein Kahn endlich leer geschöpft, wurde er an der langen Leine auf den Neckar geschoben. Manche Kähne mussten komplett an Land gezogen werden.

Einige Kahnbesitzer glänzten allerdings durch Abwesenheit, während andere für sie mit schufteten: Die Fachschaft Sport rückte bei der Jugendherberge in Mannschaftsstärke an, um nicht nur den eigenen Kahn leer zu schöpfen. Die Sportler hatten mit ihrem Kajak-Lehrbeauftragten Simon Zillessen sogar einen Mann mit Trockentauchanzug im Einsatz: Er wagte sich mit Helm und Sicherungsleine in die reißenden Fluten, um vom Wasser aus beim Umdrehen der gekippten Stocherkähne zu helfen.

Vermutlich dürfen die Stocherer diese Woche gleich nochmal schöpfen, denn die Hochwasserzentrale sagt für den Horber Pegel am Donnerstag bis zu 2,60 Meter voraus. Am Montag lag der Höchststand bei knapp 2 Meter. Ab 1,20 Meter in Horb stellen die Tübinger Stocherer den Betrieb ein. „Ab 1,60 Meter wird‘s brenzlig“, weiß Stocherer Oliver Stöferle.

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30.05.2016, 21:30 Uhr
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