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Gulde hat Insolvenz angemeldet · Der Ofterdinger Familienbetrieb beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter
„Als langjähriges Familienunternehmen hat man manchmal nicht die Flexibilität“: die Gulde-Zentrale in Ofterdingen. Bild: Franke
Bäckerei-Filialist Gulde steht vor der Pleite

Gulde hat Insolvenz angemeldet · Der Ofterdinger Familienbetrieb beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter

Das 140. Jahr seines Bestehens könnte für den Ofterdinger Bäckerei-Filialisten Gulde zum bislang schwersten werden. Das Familienunternehmen mit 30 Filialen in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen, Balingen und Rottweil steht vor der Pleite.

12.09.2017
  • Eike Freese

Am Montag hat Gulde in Tübingen Insolvenzantrag gestellt, wie die Geschäftsführung mitteilt. Als Grund gibt das Unternehmen Anpassungsschwierigkeiten angesichts „massiven Marktveränderungen“ an. Knapp 300 Mitarbeiter müssen damit um ihren Arbeitsplatz bangen – wenn die Sanierung nicht gelingt. Für die Monate August, September und Oktober bekommen sie Insolvenzgeld. Was danach passiert, ist nach Auskunft von Geschäftsführung und Insolvenzverwalter unklar. Der Betrieb läuft jedenfalls auf unbestimmt Zeit weiter.

Erhöhter Druck

„Sicher ist, das wir uns nicht in dem Maße dem Markt anpassen konnten, wie das notwendig war“, sagte eine Sprecherin der Geschäftsführung dem TAGBLATT. „Da wurde wohl auch das eine oder andere verschlafen.“ Nichtsdestotrotz agiere man als regional verbundener Filialist in einem für alle äußerst schwierigen Umfeld: Back-Shops, Discounter-Backmaschinen und Tankstellen erhöhten mehr und mehr den Druck auf die herkömmlichen Bäckereien.

„Als langjähriges Familienunternehmen hat man zudem manchmal nicht die Flexibilität, auf den Druck zu reagieren“, sagte Insolvenzverwalter Jürgen Sulz dem TAGBLATT: „Nehmen Sie nur die langfristigen Mietverträge, oder die lokale Verantwortung, in den vielen Filialen. So schnell kann man da nicht etwas ändern.“

Liquiditätsproblem oder Überschuldung?

Sulz’ Anwaltsbüro aus Reutlingen hat die Bäckerei seit Montag übernommen. In der Region ist der Insolvenzverwalter kein Unbekannter: Firmen wie Einhorn in Kirchentellinsfurt oder Jockey in Hechingen hat das Büro betreut. Genaueres zur wirtschaftlichen Schieflage kann und will Sulz nach zwei Tagen nicht sagen – er geht aber eher von einem Liquiditätsproblem als von einer Überschuldung aus. „Mein erster Eindruck vom Unternehmen ist jedenfalls ein überaus positiver“, sagt Sulz: Filialen und Produktion seien dem ersten Anschein nach gut in Schuss. „Wir haben das Maximalziel, den Betrieb als Ganzes zu erhalten und gehen jetzt erstmal davon aus, dass das gelingt“, so Sulz. Das derzeit laufende Verfahren erlaube es, sich immerhin von Altverbindlichkeiten zu lösen und laufende Mietverträge kritisch zu prüfen.

Mitarbeiter per Mail informiert

Am Dienstag wurden die Mitarbeiter des Unternehmens per Mail und Rundschreiben in die Filialen und bei einer Versammlung in der Zentrale informiert. Dem Vernehmen nach war die Stimmung unter den anwesenden Mitarbeitern reserviert, aber nicht offen verzweifelt. Auch Insolvenzverwalter Sulz spricht von „erstmal positiver Einstellung“ der Mitarbeiter, eine durchaus berührte Gulde-Unternehmenssprecherin sagte, man „baue jetzt nicht nur auf den Zusammenhalt der Mitarbeiter“, sondern auch auf die Solidarität der Kunden: „Wir sind ja ein Handwerksbetrieb, im Grunde eine Familie und auch in der Region hier verwurzelt.“

Filialen werden geschlossen

Unwirtschaftliche Filialen werde man allerdings schließen. Davon ausgenommen sind übringens nicht zwangsläufig die, die dem ersten Anschein nach kräftig brummen. Gulde betreibt etwa gleich zwei Verkaufsflächen im Tübinger Hauptbahnhof. Ob deren offensichtliche Popularität sich angesichts der Kosten des Standorts rechnet, gelte es in den kommenden Wochen zu prüfen.

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12.09.2017, 16:09 Uhr
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