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Ehemalige Praktikantin klagt das MPI an
Screenshot eines Youtube-Videos der Soko Tierschutz, in dem eine ehemalige MPI-Praktikantin über ihre Versuche an Ratten berichtet.
Tübinger Tierversuche

Ehemalige Praktikantin klagt das MPI an

Die Soko Tierschutz hat Max-Planck-Mitarbeiter angezeigt, die quälende Versuche an Ratten angeordnet haben sollen.

20.02.2017
  • hz

Jetzt geht es um Ratten: Per Fax ging am Montagmorgen bei der Tübinger Staatsanwaltschaft eine Anzeige der Soko Tierschutz ein. „Wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz“, wie Pressesprecherin Tatjana Grgic bestätigt. Die Anzeige richte sich konkret gegen drei Mitarbeiter des Tübinger Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik (MPI). Die Polizei werde mit den Ermittlungen beauftragt, so Grgic.

Der Verein Soko Tierschutz erlangte im Jahr 2014 nicht nur in Tübingen mit einem Beitrag bei „Stern TV“ Berühmtheit, in dem Videoaufnahmen von Versuchsaffen am Tübinger MPI gezeigt wurden. Ein Tierpfleger hatte die Videos inkognito gedreht. Der Beitrag löste eine intensive Debatte über Tierversuche aus (wir berichteten mehrfach).

Im aktuellen Fall beruft sich die Soko Tierschutz nun auf die Aussage einer ehemaligen Praktikantin des MPI. Diese decke auf, dass Max-Planck-Mitarbeiter ohne nötige Fachkenntnis und Erfahrung mit Versuchen an lebenden Tieren beauftragt worden seien. Die Praktikantin habe auf Anordnung ihres Betreuers lange Operationen an lebenden Ratten vornehmen müssen, ohne dass eine korrekte Betäubung der Tiere sichergestellt gewesen sei. Unter anderem sei ein Nerv einer Ratte an Elektroden angeschlossen und im Körper des lebenden Tieres durch Stromstöße verschmort worden. Die Praktikantin sei 2013 trotz fehlender Sachkenntnisse zu schwierigen Operationen an Ratten „geradezu genötigt“ worden. „Ich hatte keine Ahnung von Anatomie oder OPs, fühlte mich allein gelassen und hatte schreckliche Angst“, wird die Frau in einer Pressemitteilung der Soko Tierschutz zitiert. Selbst ihr Betreuer, ein Physikstudent, habe keine ausreichenden Vorkenntnisse gehabt. Die Frau habe das Praktikum schließlich abgebrochen.

Laut Soko Tierschutz soll auch „aus Kreisen des MPIs“ eine Anzeige bei den Behörden eingegangen sein. Weder Tatjana Grgic noch Daniel Hahn vom Regierungspräsidium (RP) konnten dies am Montag bestätigen. Pressesprecher Hahn berichtet jedoch, bereits seit Dezember liege beim RP eine kurz gefasste Anzeige der Soko Tierschutz vor, dass am MPI eine Praktikantin ohne hinreichende Vorkenntnisse und ohne hinreichende Betreuung Tierversuche gemacht habe. Wegen des Verdachts auf einen möglichen Straftatbestand habe das RP den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Deren Ermittlungen müsse man nun abwarten. Das MPI wollte am Montag zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen.

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20.02.2017, 18:09 Uhr
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21.02.2017

11:03 Uhr

cehage schrieb:

Tut mir leid, aber vorsichtig ausgedrückt, sehe ich hier bisher vor allem eine offenbar etwas instabile und psychisch labile junge Frau, die mich dazu glauben lässt, dass sie auch sonst mißbraucht worden sein könnte.

Ansonsten aber habe ich (noch) starke Zweifel und mehr Fragen, als ich hier je stellen könnte. Denn wenn das nicht wäre, würde mich so viel Ignoranz und Unprofessionalität, und und und, glatt sprachlos machen.

Fraglos, wie sie da alle waren und sind, haben die Beteiligten es zielstrebig erreicht, dass niemand mehr in einem auch nur halbwegs guten Licht dasteht.



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