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Winnetou neu verfilmt

Drei Teile über zwei Blutsbrüder

Mythos und Film: Philipp Stölzl erzählt die Geschichte von Winnetou und Old Shatterhand für RTL neu.

22.12.2016
  • CHRISTOPH A. SCHMIDBERGER

„Nun sehen wir sie endlich von Angesicht zu Angesicht – die schon fast legendären Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand!“ Mit diesem markanten Satz begann 1962 „Der Schatz im Silbersee“ (Produktion: Horst Wendlandt, Regie: Harald Reinl), eine wahre Goldgrube des bundesrepublikanischen Kinos, dem eine ganze Kino-Welle mit Pierre Brice als Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand folgte, die erst 1968 ihr Ende fand. Und nicht zuletzt der überwältigende Erfolg von Michael „Bully“ Herbigs „Der Schuh des Manitu“, der nach eigenem Bekunden mit seiner Parodie auf die Winnetou-Welle der 1960er Jahre ein Kindheitstrauma verarbeiten wollte, machte vor allem eines klar – dieses Trauma teilen viele Deutsche.

Nun sehen wir sie also wieder von Angesicht zu Angesicht: Der albanische Schauspieler und TV-Moderator Kreshnik „Nik“ Xhelilaj und „Tatort“-Kommissar Wotan Wilke Möhring reiten als Winnetou und Old Shatterhand in der dreiteiligen RTL-Produktion „Winnetou – der Mythos lebt“ (25., 27., 29. Dezember, jeweils 20.15 Uhr). Philipp Stölzl („Der Medicus“) hat die Filme frei nach Motiven von Karl Mays Erzählungen „Winnetou I“, „III“ und „Der Schatz im Silbersee“ inszeniert.

Ironischerweise wurde „Winnetou II“ ausgelassen, und hier liegt denn auch das Kriegsbeil begraben. Die lassen sich wirklich sehr viele Freiheiten, sogar so viele, dass der Karl-May-Verlag eine Beschädigung des Mythos Winnetou befürchtete und einen Rechtsstreit um die Titel der Filme lostrat.

In der Tat bleibt nicht mehr übrig als der Kern-Mythos der Blutsbrüderschaft eines Deutschen mit einem Apachen, dazu einige Motive und Nebenfiguren wie Sam Hawkens (Milan Peschel), Rattler (Jürgen Vogel) oder Santer (Michael Maertens). Am schwächsten geriet ausgerechnet der zweite Teil „Das Geheimnis vom Silbersee“, der als Buchvorlage neben „Winnetou“ Karl Mays erfolgreichstes Werk ist, hier aber bar seiner suggestiven Magie und Märchenhaftigkeit ein Schattendasein als Bindeglied zwischen Auftakt und Finale fristen muss.

Handwerklich wurde vieles richtig gemacht, der Mehrteiler ist kinoreif produziert, aufwändig ausgestattet und engagiert gespielt. Die Filmmusik von Heiko Maile, Keyboarder der deutschen Synthie-Pop-Band Camouflage, webt mehr oder weniger subtil Martin Böttchers legendäre Winnetou-Melodien in ein zeitgemäßes Klanggewand, das wie die Bildsprache des Kameramannes Sten Mende an modernes Abenteuerkino im Stil von „Game of Thrones“ oder „Herr der Ringe“ angelehnt ist.

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22.12.2016, 06:00 Uhr

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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
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