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Busfahrt Dettenhausen - Tübingen: Der Schulweg als Horrortrip
Schüler, die mittags in Tübingen in den Bus nach Leinfelden über Dettenhausen einsteigen, haben es noch gut. Meist bekommen sie einen Sitzplatz. Morgens auf der Hinfahrt müssen die Kinder froh sein, wenn sie überhaupt mitgenommen werden. Bild: Metz
Landratsamt reagiert erst nach massiven Protesten

Busfahrt Dettenhausen - Tübingen: Der Schulweg als Horrortrip

Im Schüler-Busverkehr von Dettenhausen nach Tübingen herrschen untragbare Zustände. Erst nach massiven Protesten reagiert man jetzt im Landratsamt.

01.12.2017
  • Uschi Hahn

Ein Mädchen, das im Gedränge niedergetrampelt wurde und später mit Verdacht auf Nasenbeinbruch zum Arzt gebracht werden muss. Ein anderes Kind, das rückwärts aus der Tür fällt und nur mit viel Glück auf dem Schulranzen als Polster landet. Schüler, die morgens über die Straße hetzten, weil sie hoffen, eine Haltestelle früher wenigstens noch mitgenommen zu werden. Andere, an denen der übervolle Bus einfach vorbei fährt ... Das sind nur ein paar Beispiele für die untragbaren Zustände im Schülerverkehr, die am Dienstagabend im Dettenhäuser Gemeinderat zur Sprache kamen.

Bereits in der Bürgerfragestunde hatten sich Eltern beschwert. Am Ende der Sitzung legten unter dem Punkt Verschiedene die Gemeinderäte nach. „Schlimmer als ein Viehtransport“ sei die Situation jeden Morgen für die Kinder, sagte Rainer Wizenmann (FWV).

Im Gespräch mit dem TAGBLATT legte Nadine Leutgeb-Utz nach. Ihre drei Kinder gehen auf die Waldorfschule nach Tübingen. Die Jüngste ist noch in der Grundschule. Vor allem der Bus um 7.20 Uhr, der direkt nach Waldhäuser Ost fährt, sei immer hoffnungslos überfüllt. „Da passen gar nicht alle rein.“ Sie hat schon erlebt, dass die Busfahrer aussteigen und die Kinder von außen „durch die Tür drücken“. Die Kinder „hängen praktisch an der Windschutzscheibe, manchmal hat der Fahrer kaum noch Platz zum Lenken“, schildert sie weitere brandgefährliche Situationen. „Eigentlich müsste er die Kinder stehen lassen.“

Alle Beschwerden ignoriert

Das Thema ist nicht neu. Bereits Ende September erschien im TAGBLATT unter der Überschrift „Wie die Ölsardinen“ ein Bericht über die Enge in den Bussen. Als Erklärung hieß es damals, dass wegen der gesperrten Ortsdurchfahrt einer der eigentlich fünf morgendlichen Bus gestrichen werden musste. Wegen des umleitungsbedingten Zeitverlustes könne die Regionalbus-Stuttgart (RBS) sonst ihren Fahrplan nicht einhalten.

Im Tübinger Landratsamt ließ man es dabei bewenden. Und ignorierte alle Beschwerden. Zwar hatte Dettenhausens Bürgermeister Thomas Engesser „alle Hinweise weitergeleitet“, wie er sagt. Allerdings ohne Erfolg: „Die Rückmeldung stellt nicht zufrieden“, so Engesser am Dienstag. Der SPD-Gemeinderat Thomas Wheeler-Schilling wandte sich direkt an den Landrat Joachim Walter – mit der Bitte, im Schülerverkehr die größeren Gelenkbusse einzusetzen. Die Antwort war ernüchternd: Man vermute, das „Kapazitätsproblem“ resultiere aus einer „ungleichen Verteilung der Schüler auf die vorhandenen Busse“. Man könne den Schülern in Richtung WHO nur empfehlen, einen 20 Minuten früher abfahrenden Bus zu nehmen.

Nach den Schilderungen im Gemeinderat, die tags darauf in einem TAGBLATT-Leserbrief von Schülerinnen bestätigt wurden, machte sich Engesser am Mittwoch selbst ein Bild von den Zuständen an den Bushaltestellen. Sein Fazit: Alle vier morgens zu Schulbeginn aus Richtung Böblingen beziehungsweise Leinfelden kommenden Busse waren „am Überquellen“. Das Gequetsche vor und in den Bussen ist „unzumutbar“, befand Engesser.

Noch am Nachmittag erklärte der Bürgermeister das am Rande einer Kreistagssitzung dem Landrat und dem für den Schülerverkehr zuständigen Ersten Landesbeamten Hans-Erich Messner.

Diesmal fand Engesser Gehör. Nach Rücksprache mit der RBS geht nun etwas: Schon heute soll der früheste von Schülern genutzte Bus um 6.57 Uhr als Gelenkbus fahren. Vom kommenden Montag an fährt auch um 7.10 Uhr ein großer Bus nach Tübingen. Beide allerdings direkt zum Hauptbahnhof. Nichts ändern soll sich bei dem Bus um 7.20 Uhr nach WHO. Den Verantwortlichen im Landratsamt sei die Brisanz „erst durch den Bericht des Bürgermeisters bewusst geworden“, sagte Messner gestern auf TAGBLATT-Anfrage.

Für Engesser ist diese Kapazitätserweiterung „mehr als erfreulich“. Als gelöst sieht der Bürgermeister das Problem dadurch aber „bisher noch nicht“.

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01.12.2017, 01:30 Uhr
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