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Neue Kirchenttellinsfurter Polizeiverordnung zeigt Wirkung

Baggersee: Das Südufer ist stark entvölkert

Der Kirchentellinsfurter Gemeinderat will keinen Sex im öffentlichen Raum dulden, die Resonanz auf den Sicherheitsdienst ist positiv.

30.06.2017
  • Manfred Hantke

„Wir haben einen Fehler gemacht, wir hätten diesen Punkt öffentlich beschließen sollen“. Das bekannte Bürgermeister Bernd Haug bei Top 4 der Tagesordnung, für maximal 50 000 Euro einen Sicherheitsdienst für den Baggersee und den Parkplatz zu beauftragen.

Nichtöffentlich entschied sich der Gemeinderat Ende April, einen Sicherheitsdienst zu engagieren. Am Donnerstag beschloss er öffentlich, die Firma Secom am Baggersee einzusetzen. Haug rechnet mit Kosten zwischen 20 000 und 30 000 Euro für dieses Jahr.

Seit Ende Mai ist die Security dort schon zugange. Die Gemeinde habe sie nicht deswegen angeheuert, weil es sich um einen „hochkriminellen Ort“ handle, sondern weil sie ortspolizeiliche Aufgaben erfüllen müsse, sagte Haug. Der Vollzugsbedienstete Alexander Leeb sei damit überfordert. Denn da gehe es etwa um das flächenhafte Naturdenkmal am Südufer, das nicht betreten werden dürfe, aber auch um die Verkehrssicherungspflicht, denn die Gemeinde ermögliche einen Badebetrieb am See.

Der komme mit dem Parkplatz, den Mülleimern und der DLRG einer Badeanstalt recht nahe, so Rechtsanwalt Martin Vollmer, der das Gremium bereits in der nichtöffentlichen Sitzung beraten hatte. Wenn da Unfälle passieren, könne das strafrechtliche Konsequenzen für die Gemeinde haben. Das Aufenthaltsverbot nach 22 Uhr habe sicherheitstechnische Gründe, so Vollmer, Feuergefahr etwa, oder Glasscherben, in die andere am nächsten Morgen hineintappen.

Drucksten Räte, Vollmer und Haug bis dahin noch etwas herum, kam Peter Beckert (CDU) auf den Punkt: Die Verkehrssicherungspflicht sei seiner Ansicht nach nicht der Hauptgrund gewesen, die Security zu holen, sondern „die Szene“. Andreas Heusel (FWV) „war von Erlebnissen im Wald sehr irritiert“. Es gebe „alle Spielarten“ dort unten, da seien auch „sexuelle Handlungen vor Kindern ausgeführt“ worden. Die Security sei für viele Dinge nötig, auch für jene, die formaljuristisch in Ordnung sind, aber stören. Da sei eine ganz bestimmte Szene aktiv, „ob wir die vertreiben können, ist die Frage“. Damit waren wohl die Cruiser und Stricher gemeint.

Fast wie ein Bordell

„Nicht vertreiben, sondern gucken, wo sie hinkönnen“, schlug Manfred Wolpert-Gottwald (GAL) vor. Vielleicht könne man sie verlagern, es gebe ja auch „Verrichtungsboxen“. Dabei könnten Landratsamt oder Regierungspräsidium helfen. „Das ist im Grunde fast wie ein Bordell“, so Haug. Er habe sexuelle Handlungen mehrfach am Tage beobachtet und den Eindruck, dass sie bewusst öffentlich zelebriert würden: „Dieses hat da keinen Platz.“ Auch Marie-Luise Bausch (GAL) will „eine gewisse Ordnung am See“. Denn durch „Sex im öffentlichen Raum“ fühlten sich einige gestört.

„Fingerspitzengefühl und Augenmaß“ forderte Haug ein. Der Spagat, eine Gruppe nicht zu stigmatisieren, aber Handlungen, die nicht akzeptabel sind, zu unterbinden, müsse gelingen. Der Sicherheitsdienst sei jetzt einige Wochen vor Ort. Bislang sei die Resonanz gut. Das Südufer sei „stark entvölkert“.

Diese Beobachtung hat auch Ruth Setzler (GAL) gemacht. Heusel habe nur „positive Rückmeldungen“ aus der Bevölkerung erhalten: „Sehr gut, dass ihr was tut.“ Setzler plädierte dafür, die Hunde „für einen Teil des Sees“ zu erlauben und einen FKK-Bereich einzurichten. Als „Signal für die Bürger“ sah Werner Rukaber (SPD) die Security, die einzige Möglichkeit, das Recht durchzusetzen. Wenn’s greift, könne man über die Polizeiverordnung diskutieren und einen FKK-Bereich schaffen. Der soll, wie Haug sagte, im Bebauungsplan für die Wakeboardanlage ausgewiesen werden. Ob aber Hunde an den See dürfen, da war er skeptisch: „Hier und da die Häufchen, das ist äußerst unschön.“

Mit zwei Enthaltungen (RAT) stimmte der Rat für die Security.

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30.06.2017, 22:27 Uhr
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