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Freiwillige beseitigen die nassen Hinterlassenschaften

Aktivisten von „Pro Stocherkahn“ tauchten nach Müll vom „Bier- und Lumatag“

An die tausend Gäste dümpelten am vergangenen Samstag zum „Bier- und Lumatag“ über den Neckar. Matthias Leyk, gewerblicher Stocherkahnfahrer, rückte am Sonntag und Dienstag privat mit Taucherausrüstung aus, um den hinterlassenen Müll einzusammeln.

04.09.2016
  • Lorenzo Zimmer

Tübingen. Am vergangenen Wochenende waren sich viele einig: Der flashmobähnliche „Bier- und Lumatag“ auf dem Neckar war ein voller Erfolg. Um die tausend Biertrinker und Luma-Liebhaber dümpelten stundenlang in der prallen Sonne über den Neckar, sprangen zur Abkühlung immer wieder in den Fluss. Die Stadtverwaltung beobachtete die Veranstaltung, für deren Organisation sich niemand verantwortlich zeigen wollte, kritisch. Ordnungsamtsleiter Rainer Kaltenmark rief die DLRG hinzu, um über angetrunkene Schwimmer zu wachen und Verletzte zu behandeln.

Die Initiatoren der Facebookgruppe distanzieren sich von den Pflichten eines Veranstalters und waren in den vergangenen Tagen für das TAGBLATT nicht zu erreichen. Und nicht nur bei der Stadtverwaltung löste ihr unorganisiertes Event Bauchschmerzen aus. Die, die den Neckar gewerblich mit Stocherkähnen befahren, Touristen entlang der Neckarmauer schippern, hatten am „Bier- und Luma“-Samstag nämlich erhebliche Probleme, sich einen Weg durch die vielen Sonnenanbeter zu bahnen. Dazu Matthias Leyk, Vorsitzender des Vereins „Pro Stocherkahn“: „Es ist Gott sei dank nichts passiert, aber es gab schon heikle Situationen.“

Aus seiner Sicht zum einen, weil die Feiernden die Stocherkähne schlicht nicht auf dem Schirm hatten: „Wir mussten uns sehr behutsam nähern.“ Und zum anderen, weil die Gäste auf ihren Lumas, Schlauchbooten und aufblasbaren Pizzastücken die Kahnfahrer in zunehmender Alkohol-Laune bewusst behinderten: „Da wurde an Stangen gezogen, es wurden Gäste – teilweise Senioren über 80 – gegen ihren Willen nassgespritzt.“ Das – so betont Leyk – finde er nicht gerade witzig: „Die ganze Aktion sah nach Riesenspaß aus, aber sowas geht gar nicht.“

Ähnlich sieht es für Leyk mit den Hinterlassenschaften der rund 1000 Gäste aus. Denn viele haben das, was sie voll mitgebracht haben, leer nicht selbst entsorgt. Für Leyk ein Anlass, selbst tätig zu werden. Der 51-Jährige fuhr mit zwei Freunden am Sonntag und am Dienstag für einige Stunden über den Neckar und tauchte nach Müll: „Erst nur mit Taucherbrille, am zweiten Tag dann sogar mit Pressluftflasche.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Insgesamt haben wir 130 Bierdosen, 120 Bierflaschen, vier Bierkästen, viele Plastikflaschen, zwölf Sonnenbrillen, diverse Textilien, Plastiktüten, einen Plastikeimer und sonstigen Müll geborgen.“

Leyk findet deutliche Worte: „Aus meiner Sicht geht das gar nicht.“ Er wünscht sich von den Gästen des „Bier- und Lumatags“ im nächsten Jahr mehr Umweltbewusstsein: „Sowas kann stattfinden, aber nur, wenn es eine gewisse gegenseitige Rücksichtnahme gibt.“ Einen kleinen Trost hielt die ganze Aktion für Leyk und seine beiden Helfer dann doch bereit: Vom Pfanderlös des geborgenen Leerguts gingen sie eine Pizza essen.

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04.09.2016, 05:30 Uhr
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