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Vete de mi

Familienleben zwischen Vater und Sohn – ein Kammerspiel mit wenig Idylle.

Familienleben zwischen Vater und Sohn – ein Kammerspiel mit wenig Idylle.

VETE DE MI
Spanien

Regie: Victor García León
Mit: Juan Diego, Juan Diego Botto, Cristina Plazas

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • ust

Familie ist kein Spaß, das lehrt „Vete de mí“, was so viel heißt wie „Lass mich in Ruhe“. Dabei sind die Exemplare, die man im Film von Victor García León beobachten kann, gar nicht besonders unsympathisch oder böse. Eigentlich sind sie einzeln sogar ganz nett. Nur zusammen potenzieren sich ihre unerträglichen Seiten.

Beginnen wir beim Vater. Santiago (Juan Diego) ist Schauspieler. Er hat eine sehr viel jüngere Freundin, eine kleine Wohnung und ein festes Theaterengagement. Klingt doch alles ganz gut. Doch dann – Auftritt: Guillermo (Juan Diego Botto). Gerade frisch aus dem Hotel Mama rausgeschmissen. Ein ansehnlicher junger Mann von etwa 30 Jahren, höflich und mit guten Manieren. Er macht sich auf dem Wohnzimmersofa breit. Ana (Cristina Plazas), die Freundin des Vaters, beginnt sofort mit der Bemutterung.

Der Mutter oder Ex von Santiago bleibt nur ein kurzer Auftritt. Sie macht sich, das ist ungewöhnlich genug für eine Familiensatire, nachdem sie ihren Jungen losgeworden ist, schleunigst auf dem Staub.
Der Sohn ist ein haltloser Tunichtgut, der sich sofort bei Papa einrichtet, sogar noch seine One-Night-Stands auf dem Sofa abwickelt und kaum noch abzuschütteln ist. Dennoch wird er nicht als Parasit denunziert. Er hat durchaus angenehme Seiten, entwickelt sogar ein gewisses Verantwortungsgefühl für den Vater. Der Vater entwickelt sich währenddessen zum Loser. Er steht vor den Scherben seines Knallchargen-Leben. Bilanz: als Künstler gescheitert, kaputte Beziehung, arbeitslos.

Immerhin am Ende klappt die Annäherung zwischen Vater und Sohn, sie treffen sich auf halber Strecke und – Supernanny mit ihrer steten Mahnung zum gemeinsamen Familienessen wäre begeistert: Sie futtern beide aus einer Tupperdose kalte Spaghetti.

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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...  Der beste Film, den ich seit langem gesehen habe: Unterschiedliche Protagonisten versuchen jeder auf seine Art, sich durch das Menschenaffentum zu schlagen. Sie tun das mit Witz, Einfallsreichtum und Zusammenhalt. Zunächst will ihnen das auch gelingen, dann werden Ihnen doch zu viele Steine in den Weg gelegt. Die Aufnahmen der einzelnen Szenen sind grandios, die Musik ist spitze, und die Handlung ist bitter-böse-humorvoll. Gut fand ich die Szene, als der Typ bei der Polizei sitzt und die seine Finger anbscannen und seine Hand in einen Scanner legen. Und dann das Geräusch von diesem absurden Gerät in die Stille des Kinosaals hinein, super! Oder der Bulle, dessen Finger wie eine blinde Krähe über der Tastatur kreist, bevor sie dann gnadenlos zuschlägt
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