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Ludwig II

Ludwig II

Das opulent ausgestattete Spielfilmporträt zeigt den bayrischen Märchenkönig zugleich als Visionär und tragische Gestalt.

Jetzt im Kino: Aus dem Leben des bayrischen Märchenkönigs - "Ludwig II."

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Jetzt im Kino: Aus dem Leben des bayrischen Märchenkönigs - "Ludwig II." --

02:25 min

Deutschland

Regie: Peter Sehr, Marie Noëlle
Mit: Sabin Tambrea, Sebastian Schipper, Hannah Herzsprung, Edgar Selge

- ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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23.12.2012
  • von Klaus-Peter Eichele

Geigen für Schulkinder statt Gewehre für Soldaten. Mit solchen Grillen treibt der 1864 als 20-Jähriger auf den bayrischen Thron gekommene Märchenkönig, gespielt von Newcomer Sabin Tambrea, seine Minister zur Weißglut. Zum Urahn der Friedensbewegung sollte man Ludwig II. deswegen aber nicht ausrufen. Mehr als seriöser Pazifismus war es wohl sein harmoniebedürftiges Gemüt, das ihn vor Schlachtenlärm und intriganter Machtpolitik zurückschrecken ließ. Rückgrat zeigt er dabei eher selten: Wenn es hart auf hart kommt, zieht er sich in den Schmollwinkel zurück und lässt die Altvorderen gewähren. Hauptsache, es kommt ihm keiner bei seinen großen Lieben – die Wagner’schen Opern, später der verschwenderische Bau von kitschigen Schlössern – in die Quere.

Hier der lautere Träumer und (Kunst-)Visionär, dort der Zauderer und prunksüchtige Möchtegern-Sonnenkönig, schließlich noch die unterdrückte Homosexualität als psychoanalytisches Motiv – zwischen diesen teilweise spekulativen Wegmarken schlingert sich das Regie-Paar Peter Sehr und Marie Noëlle recht kurzweilig durch die Biografie des exzentrischen Außenseiters. Ganz in Ludwigs Sinn („Ich will der Welt ein Rätsel sein“) bleibt sein Charakter als Mensch und Monarch dabei verschwommen und widersprüchlich. Das bewusst Patchwork-hafte und die um ironische Distanz bemühte Inszenierung bewahrt den Film immerhin davor, als gravitätisches Historienepos zu langweilen.

Zum soliden Unterhaltungswert tragen auch einige hübsch karikierte Nebenfiguren bei. Allen voran Edgar Selges Richard Wagner, der abgewetzt und servil wie ein Penner am Hof aufkreuzt – um kurz darauf den großen Zampano zu markieren, dem schnuppe ist, wer unter ihm als König amtiert.

Zeigt, was Märchen-Ludwig eben war: eine schillernde Laune der Geschichte.

Spielplan

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23.12.2012, 12:00 Uhr | geändert: 10.01.2013, 12:00 Uhr

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Ein deutscher Film ohne Schweiger und Töchter! Und auch kein Didi, der mit 90 Marathon läuft oder als Alzheimerkranker spaßige Roadmovies macht. Nie lagen Kritikermeinungen und Usermeinungen so weit auseinander: Meiner Meinung nach ist es einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre. Ich mag Karoline Herfurth sehr gerne und halte sie darstellerisch wie menschlich für eine der erfreulichsten Gestalten des deutschen Kinos, daher finde ich es auch interessant, wie eine Regiearbeit von ihr ausfällt; des weiteren find ich auch Nora Tschirner echt Klasse und feiere den Film schon alleine für ihre FIgur ab die als liebenswerte Mitbewohnerin ihrer Freundin mit Herz und Witz zur Seite steht. Ansonsten macht Herfurth hier auch sehr viel richtig: sie macht einen kleinen, gefühlvollen Film, der eben einfach nur eine einfache RomCom darstellt, auf diesem genannten Sektor aber alle Ansprüche erfüllt: es ist witzig, aber nie zu albern, wenn es mal traurig wird, ist das auch emotional. 
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