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Feuerwerk am helllichten Tage

Feuerwerk am helllichten Tage

In dem auf der Berlinale preisgekrönten Noir-Krimi aus China will ein Ex-Polizist auf eigene Faust ein altes Verbrechen aufklären.

Jetzt im Kino: Berlinale-Winner über eine Mordserie in China - "Feuerwerk am helllichten Tage"

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Jetzt im Kino: Berlinale-Winner über eine Mordserie in China - "Feuerwerk am helllichten Tage" --

01:43 min

Bai Ri Yan Huo (Black Coal, Thin Ice)
China

Regie: Yi'nan Diao
Mit: Fan Liao, Lunmei Kwai, Wang Xuebing

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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22.07.2014
  • tol

Die Fahrt in den Schnee hatte schon in Stanley Kubricks „The Shining“ etwas höchst Unheilverkündendes. Vor Ex-Kommissar Zhang (Fan Liao) erstreckt sich ein besudeltes, rußiges Weiß; es kann das Blutbad nicht überdecken, das ihn den Job kostete. Eines Nachts ist er so groggy, dass er wie tot neben seinem Motorrad am Straßenrand liegenbleibt. Ein Mofafahrer, der schließlich in dem verlassenen Tunnel auftaucht, würdigt den Gestrandeten keines Blickes, sondern schnappt sich einfach dessen schwerere Maschine. Der übertölpelte Detektiv wird zum Motiv der Burleske, mit dem der chinesische Regisseur Yinan Diao seinen Neo-Noir-Thriller ironisiert.

Lustlos versieht Zhang seinen Dienst als Wachmann in einer Fabrik. Stets angesoffen, kommt er jeden Tag zu spät – bis Spuren eines alten Zerstückelungs-Falls ihn wieder zur der chemischen Reinigung führen, in der die rätselhafte Zhi-zhen (Gwei Lun-Mei) hinter dem Tresen steht. Deren schmales, vieldeutiges Gesicht setzt die Kamera so hingebungsvoll in Szene wie das Gebäude der Reinigung selbst.

Zu allen Tages- und vor allem Nachtzeiten geht ein magisches Leuchten von ihm aus, Ausdruck urbaner Melancholie oder von Zhangs Obsession für die schöne Verdächtige, von der er sich immer stärker fesseln lässt. Wider Erwarten verbeißt er sich so sehr in den Fall, dass er sich beinahe selbst in den Abgrund reißt.

Abrupte Montagen, Unberechenbarkeit und Tempo ziehen auch den Zuschauer hinein in die industrieförmige Maschinerie, an die die Figuren gebunden scheinen. Noch mitten in der Nacht ist das Rumpeln von Güterzügen oder das schwere Rangieren eines Lasters zu hören – wenn nicht gleich stämmige Malocher am Förderband stehen. Durch die Reinigung zischt rhythmisch die Heißmangel.

Die Bilder entwickeln eine fast haptische Direktheit, die im Westen Nostalgie nach dem analogen Leben der Industriegesellschaft aufkommen lassen kann. Dabei strahlt der Film die Härte eines Grenzlands ab, das zu Hochzeiten des Film noir Amerika hieß – als wären Stehvermögen, unsentimentale Haudrauf-Energie und enttäuschte Sehnsüchte nun an China übergegangen.

Momente der Selbstvergessenheit sind rar und nur in der Vereinzelung möglich, niemals aber beim Sex. Die Bar mit dem absurd poetischen Namen verbirgt genau die Person, die die maximale Desillusionierung hinter sich hat.

Spielplan

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22.07.2014, 12:00 Uhr | geändert: 28.08.2015, 12:00 Uhr

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15.08.2014

12:00 Uhr

Sesselpupser schrieb:

...ein wunderbares filmisches Kleinod! Mehr davon



 
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