Chlor-Unfall in Dettenhausen

Das Freibad ist am Freitag wieder geöffnet

Von uha

Spezialfirma war da: Nach dem Chlorgasaustritt ist die Luft im Bädle von Dettenhausen wieder rein.

Das Freibad ist am Freitag wieder geöffnet

Im technischen Bereich des Dettenhauser Freibades war es am Mittwoch zum Austritt von Chlorgas gekommen. Bild: Franke

Mit Masken und Schutzanzügen rückten am Donnerstag die Mitarbeiter einer Reutlinger Spezialfirma im Freibad von Dettenhausen an. Nach ihrem Einsatz ist die Luft dort jetzt wieder sauber. Das Bad ist von Freitag an wieder geöffnet.

Wie berichtet, waren in dem Bad beim Austritt von Chlorgas am Mittwochmorgen sechs Personen leicht verletzt worden: der Schwimmmeister, ein Badtechniker und vier Badegäste im Alter zwischen 64 und 70 Jahren.

Der Schwimmmeister hatte gegen 8 Uhr bemerkt, dass im Technikraum neben dem Schwimmbecken Chlorlauge aus einem Kanister spritzte. Er meldete den Schaden im Rathaus, von wo aus die Firma alarmiert wurde, die für die Wasseraufbereitungsanlage im Freibad zuständig ist. Einem Techniker gelang es kurz nach 9 Uhr, das Leck im Pumpsystem wieder zu schließen. Doch da hatte die ausgelaufene Chlorlauge im Kontakt mit der Außenluft schon jede Menge des giftigen Chlorgases freigesetzt. Auch die vier Frühschwimmerinnen atmeten davon ein.

In der Hoffnung, die Feuerwehr könne mit einem Belüftungsgerät das Gas vertreiben, wurde schließlich auch der Kommandant der Freiwilligen Dettenhäuser Feuerwehr verständigt. Als die Rettungsdienste anrückten – neben der Dettenhäuser Wehr kamen auch der Gefahrgutzug der Tübinger Wehr und etliche Rot-Kreuz-Einsatzkräfte –, gab es für sie nicht mehr viel zu tun. Nach der Erstversorgung der Verletzten und der Evakuierung des Freibads rückten die Retter wieder ab. Denn Lüften reicht nach einem Chlorgasunfall bei weitem nicht aus.

Am frühen Donnerstagmorgen rückten dann die Spezialisten aus Reutlingen an. Wie Dettenhausens Kämmerer Hans-Peter Fauser dem TAGBLATT berichtete, musste der Technikraum komplett ausgeräumt werden, bevor alles von Hand gesäubert wurde. Die Putzaktion war erfolgreich: „Es hat alles geklappt“, freute sich Fauser am Nachmittag. „Wir können wieder öffnen.“

Ganz abgeschlossen ist die Geschichte damit aber nicht. Die Gemeinde sucht jetzt nach den vier Frühschwimmerinnen, die bei dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurden. „Sie bekommen eine Saisonkarte fürs nächste Jahr“, versprach Fauser. Vor Chlorgas brauchen sie sich dann nicht mehr fürchten. Die Gemeinde saniert das Freibad und baut eine neue Technik ein. Künftig wird das Badewasser nicht mehr mit Chlorlauge gereinigt, sondern mit weniger unfallträchtigem Chlorgranulat.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


24.08.2017 - 16:31 Uhr