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lVW-Betriebsratschef Osterloh zur Blockade zweier Zulieferer: Hier läuft ein ganz mieses Spiel
Golfproduktion in Wolfsburg: Weil zwei Zulieferer nicht liefern, stehen hier die Bänder in dieser Woche still. Foto: dpa
Golf-Produktion steht stil

lVW-Betriebsratschef Osterloh zur Blockade zweier Zulieferer: Hier läuft ein ganz mieses Spiel

An den Golf-Bändern in Wolfsburg schlägt das Herz von VW. Weil sich der Konzern mit zwei Zulieferern zankt, geht dort diese Woche nichts mehr.

22.08.2016
  • DPA

Wolfsburg/Berlin. Der heftige Krach mit zwei Zulieferern hat die Produktion des wichtigsten Volkswagen-Modells Golf lahmgelegt. Jetzt wollen beide Seiten wieder nach einer Lösung suchen. Am Samstag hatte Europas größter Autokonzern das Herunterfahren der Golf-Fertigung im Stammwerk Wolfsburg vorbereitet. Von heute an fallen dort bis einschließlich zum kommenden Samstag die Schichten aus. Auch die Montage des Golf und Passat in Zwickau ist betroffen.

Der Grund sind fehlende Getriebeteile und Sitzbezüge der Lieferanten ES Automobilguss und Car Trim, die zur Unternehmensgruppe Prevent gehören. Zwischen den Firmen und VW tobt ein Streit um die Kündigung von Aufträgen. In der Nacht zum Samstag hatten beide Seiten ihre Verhandlungen unterbrochen, heute wollen sie diese fortsetzen.

Aus Kreisen der Zulieferer hieß es, VW habe ein Durchverhandeln am Wochenende abgelehnt. Die Wolfsburger wiesen dies scharf zurück und betonten, man habe in gegenseitigem Einvernehmen besprochen, am Montag weiterzureden.

VW hatte mitgeteilt, den Kontakt zu Prevent nicht abreißen lassen zu wollen: „Wir arbeiten nach wie vor an einer Einigung.“ Der Konzern kündigte aber zugleich an, notfalls alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um an die dringend benötigten Teile zu kommen.

Prevent hatte ebenfalls Bereitschaft signalisiert: „Wir streben nach wie vor eine einvernehmliche Lösung mit VW an und sind offen für entsprechende Vorschläge.“ Die Zulieferer wiesen eine Verantwortung an der Entwicklung zurück und gaben dem Autoriesen die Schuld.

Viele Hintergründe des Streits sind unklar. Aus Sicht von ES und Car Trim ist er Folge einer frist- und grundlosen Kündigung von Aufträgen durch VW. Der Konzern habe keinen Ausgleich dafür gewährt.

Deswegen „sahen sich Car Trim und ES Automobilguss letztlich zum Lieferstopp gezwungen“, hieß es. Nach Informationen von „Süddeutsche Zeitung“ und „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ soll es um eine ausgesetzte Zusammenarbeit bei Bezügen von Ledersitzen für den VW Touareg und Porsche Cayenne gehen. Dies sei nicht rechtens gewesen, habe Car Trim argumentiert und Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe verlangt. Ein Teil der Forderungen wurde demnach dann auf das Prevent-Unternehmen ES übertragen, wodurch es auch bei den Getriebeteilen zu einem gefährlichen Engpass kam.

In Wolfsburg prüfte Volkswagen unterdessen Kurzarbeit. Für die Standorte Braunschweig, Zwickau und Kassel wird dies ebenfalls erwogen. Im Passat-Werk Emden wurde schon für 7500 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Die Bänder der in Wolfsburg hergestellten Tiguan und Touran laufen weiter. Auf das Getriebewerk in Kassel sollte der Konflikt mit Prevent noch keine Auswirkungen haben.

Niedersachsens Wirtschaftsminister und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies will in dem Streit vermitteln. Er werde mit seinem sächsischen Amts- und Parteikollegen Martin Dulig darüber sprechen. Im Interesse der Mitarbeiter müsse der Konflikt rasch gelöst werden. Der beträchtliche Schaden würde sich mit jedem Tag vergrößern, warnte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Sollten die Verhandlungen scheitern, müsse mehr Druck her: „Dann wird man auch Zwangsmaßnahmen aufnehmen müssen.“

Das Landgericht Braunschweig hatte am Freitag mitgeteilt, Volkswagen habe alle nötigen Voraussetzungen für die Herausgabe der fehlenden Teile erwirkt. Es gebe einstweilige Verfügungen hierzu. Auch VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh verurteilte den Lieferstopp: „Hier läuft ein ganz mieses Spiel.“

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22.08.2016, 06:00 Uhr
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